Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Diskothek »Cat and Dog« Foto: cc

Verpufft
Obwohl sie es lautstark angekündigt hatten, war der Hacker-Angriff auf Israels Webseiten am vergangenen Sonntag eine klare Niederlage und verpuffte, ohne großen Schaden anzurichten. Man wolle Israel aus dem Internet verbannen, hatte es zuvor getönt. Die Hacking-Kampagne »#OpIsrael« brachte einige Unannehmlichkeiten für Betreiber und Surfer, hatte jedoch keine weitreichenden Auswirkungen. Denn Israel war vorbereitet. Allen voran die sogenannten »White Hat Hacker«, die sich auf die Fahnen geschrieben haben, ihr Land vor Cyberangriffen zu schützen. Mitglied Nir Goldschlager erklärte: »Sie sind kläglich gescheitert. Denn statt Regierungsorganisationen, Banken und Versicherungen zu hacken, brachen sie lediglich in kleinere Seiten ein, die nicht gut genug geschützt waren.« Auch die Angaben der Gruppe Anonymous, die zum Hacken aufgerufen hatte, Israel habe durch die Angriffe fünf Milliarden Dollar an der Börse verloren und Tel Aviv stehe ohne Internetverbindung da, erwiesen sich als falsch.

Verkündet
Der neue Finanzminister Yair Lapid hat zum Amtsantritt gleich einen ganzen Maßnahmenkatalog parat. Unter anderem verkündete er, dass Israels Politik, Zweijahresbudgets zu verabschieden, passé sei. Diese Regelung hatte sein Vorgänger Yuval Steinitz eingeführt. 2015 soll der erste jährliche Haushalt Einzug halten. Der amtierende Minister machte die alte Regelung für das immense Defizit verantwortlich, dem sich Israel derzeit gegenübersieht. »Die riesigen Lücken zwischen den vorhergesehenen Ergebnissen und den tatsächlichen Regierungseinnahmen hat uns dieses Defizit gebracht.« Auch die Steuererleichterungen im Urlaubsort Eilat sollen den Budgetkürzungen des Finanzministeriums zum Opfer fallen. Seit Anfang der 80er-Jahre wird in der Stadt am Roten Meer keine Mehrwertsteuer berechnet. Geschäftsinhaber wollen gegen die angekündigte Steuer auf die Barrikaden gehen.

Verfilmt
Israel ist bekannt dafür, prächtige Filmkulissen abzugeben. Mit den zahlreichen historischen Stätten ist das Heilige Land wie geschaffen für die große Leinwand. Nun aber wird es ganz fernöstlich: Eine chinesische Produktionsfirma wird im April Szenen für den Film »Old Cinderella« drehen, der dank des Stars Zhang Jingchu (»Rush Hour 3«) schon jetzt als Blockbuster gehandelt wird. Gefilmt wird in Jaffa, Tel Aviv, Jerusalem und am Toten Meer. Das israelische Tourismusministerium investiert mehrere Zehntausend Euro in den Film. Der Grund: »Einer Studie zufolge wählten im Jahr 2012 acht Millionen chinesische Touristen ihr Urlaubsziel aus, nachdem sie es in einem Film gesehen hatten«, so das Ministerium.

Verwarnt
Statt die Pforten zu verriegeln, gibt es noch eine Chance. Der über die Grenzen Israels hinaus bekannte Tel Aviver Club »The Block« muss vorerst nicht schließen. Obwohl die Polizei genau das gefordert hatte, nachdem verdeckte Ermittler Drogenhandel im »Block« aufgedeckt hatten. Der zuständige Richter Guy Hyman aber argumentierte, dass die »Vergehen nicht dem Ausmaß entsprechen, die eine Schließung rechtfertigten«. Zudem würde das nicht dem öffentlichen Interesse dienen. Rechtliche Schritte wurden auch gegen die Diskothek »Cat and Dog« eingeleitet, in der ebenfalls Drogenhandel stattgefunden haben soll. Hyman erklärte in seinem Urteil, dass man »die Clubkultur schützen muss, während man den Drogenhandel unterbindet«.

Versprochen
Lange mussten die Fans warten, doch nun sollen sie gleich doppelt entlohnt werden. Die legendäre Barbra Streisand wird im Sommer zweimal im Heiligen Land singen. Der überwältigende Ansturm auf die Karten für ihren einzigen geplanten Auftritt brachte die Veranstalter dazu, bei der Diva um ein zweites Konzert zu bitten. Und wie es aussieht, ließ sich die Streisand erweichen. Jahrelang hatten Organisatoren vergeblich versucht, die amerikanische Sängerin nach Israel zu holen. Nun wird die 70-Jährige nicht nur die israelische Öffentlichkeit mit ihrer unnachahmlichen Stimme verzücken, sondern auch ein Ständchen für Präsident Schimon Peres vortragen. Der feiert im Sommer seinen 90. Geburtstag.

Verschoben
Ein unangenehmes Phänomen tritt immer häufiger in den Reihen der Fluggesellschaft El Al auf. Das enthüllte ein aktueller Fernsehbericht. Immer häufiger gehen offenbar ultraorthodoxe Männer auf weibliche Fluggäste zu und bitten sie, ihren Platz mit ihnen zu tauschen. Manche willigen ein, andere nicht. Die frommen Männer bevorzugen es, ganz unter sich – ohne ein weibliches Wesen in Blickweite – zu sein. Nicht selten komme es zu Querelen und Verzögerungen, weil bei dem komplizierten Platztausch umgepackt und -geräumt werden müsse. Der Bericht brachte zutage, dass die anwesenden Flugbegleiter sich komplett aus den Geschehnissen heraushalten, und beschuldigte El Al, mit diesem Vorgehen der Diskriminierung und Geschlechtertrennung Vorschub zu leisten.

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