Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Singt für Israel: Imri Ziv Foto: Flash 90

Untersuchung
Sicherheitsminister Gilad Erdan hat sich zu dem Zwischenfall in dem Beduinendorf Umm al-Hiran geäußert. Dort war im Januar der Wagen des Beduinen Yakub Abu al-Kiyan in eine Gruppe von Polizisten gefahren und hatte den Beamten Erez Levi getötet. Die Sicherheitskräfte überwachten den Abriss von nicht genehmigten Häusern in dem Dorf in der Negevwüste. Unmittelbar danach hatte es geheißen, es sei ein Terroranschlag eines Islamisten gewesen. Das verkündeten Erdan und Polizeichef Roni Alscheich noch am selben Tag. Der Vorbericht einer Untersuchung der Umstände indes zeigt, dass es sich wahrscheinlich überhaupt nicht um Terror gehandelt hat. »Wenn es sich endgültig herausstellt, dass es kein Anschlag war, dann muss es natürlich eine Entschuldigung bei der Familie geben«, sagte Erdan jetzt. Der Minister fügte hinzu, dass die Information über einen Anschlag von der Polizei gekommen war und er sich auf diese Angaben verlassen müsse, weil er schließlich nicht selbst dabei gewesen sei.

Tickets
Bald gibt es auch in Tel Aviv Tickets für die Hälfte! Reduzierte Eintrittskarten wird man dann auch in der Stadt am Mittelmeer kaufen können. Denn der Anbieter TKTS, der bereits in New York und London Karten günstiger anbietet, kommt nach Israel. Der erste Stand wird im Dizengoff Center im Zentrum der Stadt eröffnet und bietet Tickets einige Tage bis wenige Stunden vor der jeweiligen Veranstaltung an. Die Stadtverwaltung verschickt bereits seit einiger Zeit an die Einwohner per SMS Sonderangebote, doch durch den Stand werden auch Besucher in den Genuss der günstigen Preise kommen. Eytan Schwartz, Leiter des Tel-Aviv-Globalprogramms bei der Stadtverwaltung, meint: »Warum sollen nicht auch Gäste in die Philharmonie gehen oder sich eine Tanzshow anschauen, wenn sie in der Stadt sind?« Jetzt können sie es sogar günstiger.

Sänger
Der nächste Eurovision Song Contest steht bevor. Vergangene Woche wurde Israels Teilnehmer für die Gesangsshow in Kiew (Ukraine) verkündet: Imri Ziv. Ziv wurde von den Zuschauern in der Fernsehsendung Kochav nolad gewählt. »Ich bin aufgeregt, zum dritten Mal dabei zu sein«, freute er sich. Der Künstler war zuvor als Background-Sänger bei zwei vergangenen Wettbewerben dabei. »Doch dieses Mal bin ich vorne, hinten und in der Mitte«, frohlockte er. »Es ist mein größter Traum.« Das Halbfinale findet am 11. Mai statt, das Finale zwei Tage später.

Visum
Zunächst hieß es, dass er nicht nach Israel einreisen darf. Doch nun lenkt das Innenministerium im Fall des Angestellten der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Omar Shakir, ein. Shakir war in der vergangenen Woche ein Arbeitsvisum für Israel verweigert worden. Ihm war vorgeworfen worden, voreingenommen und gegen Israel eingestellt zu sein. Nun aber sagte der Sprecher der israelischen Botschaft in Washington, dass Shakir mit einem Touristenvisum doch ins Land reisen und anschließend um eine Arbeitserlaubnis nachsuchen könne. Shakir ist Leiter der Abteilung Israel und Palästina mit Sitz in New York. Die internationale Organisation hatte die Ablehnung des Visums scharf kritisiert. Auch jüdische Gruppen in den USA hatten sich kritisch dazu geäußert.

Geschmack
Die Tomaten im Supermarkt sollen nicht mehr nur gut aussehen, sondern auch wieder schmecken. Im Laufe der Jahre hat vor allem der Geschmack gelitten, bedingt durch die massiven Eingriffe beim Züchten, um Haltbarkeit, Schädlingsresistenz und Aussehen zu verbessern. Doch nun hat ein Team von Wissenschaftlern aus Israel, China, Spanien und den USA nach zehn Jahren Arbeit das Geschmacksgen entschlüsselt. In einer Veröffentlichung im Magazin »Science« erklärten sie, dass es möglich sei, die Tomaten wieder schmackhaft zu machen – ohne gleichzeitig die neu erworbenen vorteilhaften Charakteristika aufzugeben. Die landwirtschaftliche Fakultät in Jerusalem steuerte 398 verschiedene Tomatensorten aus dem Labor des Pflanzengenetikers Dani Zamir für diese Studie bei.

Tunnel
Vier Monate vor dem anvisierten Datum haben in Tel Aviv die Bauarbeiten an den Tunneln für die U-Bahn begonnen. Zwölf Kilometer Röhren werden in 30 Metern Tiefe angelegt. Sie werden mit acht Riesen-Bohrmaschinen für die zukünftige Linie ROT von Bnei Brak über Ramat Gan bis Tel Aviv ins Erdreich gegraben. Die Megamaschinen sind rund 115 Meter lang, haben 7,5 Meter im Durchmesser und wiegen 700 Tonnen pro Stück. Sie können bis zu 20 Meter am Tag buddeln. 20 Arbeiter einer chinesischen Grabungsfirma sitzen rund um die Uhr in den überdimensionalen Bohrmaschinen und bedienen sie. Die Tel Aviver sollen die Arbeiten nicht stören. Denn wegen der Tiefe kann man überirdisch weder Vibrationen spüren noch Lärm hören.

Strafe
Ein jüdischer Israeli ist am Montag zu einer Haftstrafe von elf Jahren verurteilt worden. Er hatte während der sogenannten Messer-Intifada einen Mann, den er für einen Araber hielt, in der nördlichen Stadt Kiriat Ata mit einem Messer angegriffen und mittelschwer verletzt. Diesen Racheakt bewerteten die Richter als versuchten Mord. Außerdem muss der Verurteilte 50.000 Schekel, umgerechnet etwa 13.000 Euro, an sein Opfer zahlen. Der Täter, Schlomo Pinto (33), hatte sich bei dem Opfer Uri Razkan entschuldigt, doch hauptsächlich deshalb, weil er ihn für einen Araber gehalten habe, obwohl er »ein Jude, also ein Bruder«, sei.

Befreiung von der Schuld: Wenn Claudia Roth plötzlich wie Björn Höcke klingt

Eine Einordnung von Georg M. Hafner

 07.11.2026

Berlin

Merz fordert Ausreise bei Judenhass unter Muslimen

Bei einem Empfang jüdischer Sportler äußert sich der Kanzler deutlich zum Antisemitismus unter muslimischen Einwanderern

 07.11.2026

Nach den Wahlen

Streit um Regierungsbildung in Israel eskaliert

Israels amtierender Ministerpräsident Netanjahu fordert eine breite Koalition unter Einschluss der Rechtsextremisten. Oppositionspolitiker Eisenkot weist das Angebot umgehend als PR-Manöver zurück

 07.11.2026

Interview

Kann Israel ohne Amerikas Waffen bestehen?

Der Politikwissenschaftler Jonathan Rynhold erklärt, was ein Ende der US-Militärhilfe für Israels Sicherheit bedeuten würde und wie sich das Verhältnis zu Washington in Zukunft entwickeln könnte

von Sabine Brandes  07.11.2026

Jerusalem

Israels Präsident vergibt Auftrag zur Regierungsbildung

In Israel beginnt der Countdown zur Regierungsbildung. Präsident Herzog vergibt den Auftrag wahrscheinlich an den Oppositionspolitiker Eisenkot

 07.11.2026

Medizin

Eine neue Lunge und zur Genesung nur Paracetamol

In Israel ist erstmals eine Lungentransplantation mithilfe eines Operationsroboters gelungen. Für den Patienten bedeutet das eine deutlich schnellere Genesung

von Sabine Brandes  06.11.2026 Aktualisiert

Israel

Was sich mit Eisenkot ändern könnte

Eine Mehrheit der Abgeordneten empfiehlt Gadi Eisenkot für den Auftrag zur Regierungsbildung. Doch der Weg ins Amt ist steinig. Und wie weit könnte ein Kurswechsel unter ihm tatsächlich gehen?

von Sara Lemel  06.11.2026

Wahlen

Netanjahus Partner gehen von Bord

Die Charedim erklären sich für ungebunden und entziehen dem Rechtsblock ihre Unterstützung. Herausforderer Gadi Eisenkot hat deutlich mehr Empfehlungen hinter sich

von Sabine Brandes  05.11.2026

Israel

Herzog setzt Gespräche über Regierungsbildung fort

Erst Gespräche mit den kleinen Parteien, am Abend dann mit den stärksten in der neuen Knesset: Präsident Herzog sondiert die Möglichkeiten für eine neue Regierung

 05.11.2026