Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Neue Brücke auf dem Highway 1 Foto: Flash 90

Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Zaun, Dienst, Bau

von Sabine Brandes  23.01.2017 18:32 Uhr

Zaun
Der Zaun an der ägyptisch-israelischen Grenze ist erhöht worden. Die Anlage ist insgesamt 242 Kilometer lang und verfügt über mehrere Warn- und Informationssysteme. Sie verläuft vom Grenzübergang Kerem Schalom bis nach Eilat am Roten Meer. Eine Strecke von 17 Kilometern ist jetzt nicht mehr nur fünf, sondern acht Meter hoch und mit zusätzlichen technologischen Schutzanlagen versehen, um Grenzübertrittsversuche frühzeitig zu erkennen. Durch den Zaun ist der Zustrom von Flüchtlingen aus Afrika praktisch komplett gestoppt worden. 2016 sind lediglich elf Menschen illegal über die Grenze von Ägypten nach Israel gekommen.

Tragödie
Ein 61-jähriger Kanadier hat sich umgebracht, nachdem er mehr als 228.000 Dollar durch eine dubiose Finanzfirma mit Sitz in Israel verloren hat. Das gaben kanadische Ermittler an. Frederick Felix Turbide erschoss sich am 21. Dezember. Bei der Summe handelte es sich um sein Erspartes sowie geliehenes Geld. Rund zwei Drittel verlor er an die Firma »23 Traders« aus Israel. Bei den dubiosen Geschäften geht es meist um den Handel mit Währungen oder Rohstoffen im Internet. Genannt wird dieser Handel »Forex«, der generell legal ist. Da er in Israel bislang kaum reguliert ist, ist es für Betrüger, die sich als seriöse Finanzagenturen ausgeben, seit einigen Jahren ein lukratives Geschäft. Erst langsam beginnen israelische Behörden, den Handel zu unterbinden.

Dienst
Statt vor der Kamera steht er bald auf dem Wachposten: Der Brite James Hirshfield, ehemaliges Model für das Modehaus Hugo Boss, ist nach Israel eingewandert, um in der Armee zu dienen. Zunächst sagte man dem 31-Jährigen, er sei schon zu alt, doch er bestand darauf, eingezogen zu werden. »Jetzt fragen alle, ob ich nicht hier in Israel modeln will. Aber ich finde es viel wichtiger, meinen Militärdienst zu absolvieren«, sagte er kurz nach seiner Immigration vor wenigen Tagen. Obwohl seine Familie zunächst wenig begeistert von der Entscheidung war und klagte, er werfe seine Karriere weg, zeigt sich Hirshfield enthusiastisch: »Es ist wie ein Traum, der wahr wurde. Alle haben mich mit offenen Armen empfangen. Ich will hier eine Familie gründen und der beste Soldat werden, der ich sein kann.«

Bau
Die Fahrt auf der Autobahn Nummer eins, die Tel Aviv und Jerusalem verbindet, soll angenehmer werden. Am vergangenen Freitag wurde die Straße nach nächtlichen Bauarbeiten wiedereröffnet und damit zwei Tunnel und eine neue Kreuzung eingeweiht. Das Verkehrsministerium schätzt, dass die Fahrtzeit durch die neuen Infrastrukturmaßnahmen von 50 auf 30 Minuten verkürzt wird (sofern es keinen Stau gibt). Vor allem eine extrem gefährliche Kurve, im Volksmund »Todeskurve« genannt, ist mit der Harel-Kreuzung entschärft. Die 800 Meter langen Tunnel in beide Richtungen sollen Staus in der Nähe des Vorortes Mevasseret Zion verhindern.

Rettung
Israelische Zoologen haben einen Baby-Mandrill gerettet. Der neugeborene Affe im Safari-Park Ramat Gan war zu schwach, um sich am Bauch seiner Mutter festzuklammern. Obwohl die Mama Tinkerbell es zahlreiche Male versuchte, schaffte sie es nicht, das kleine Äffchen festzuhalten. Daher zerrte sie es hinter sich her, doch das war lebensbedrohlich. Also entfernten Tierärzte das Baby vorsichtig aus dem Gehege und brachten es in das Wildlife-Krankenhaus. Mit Sauerstoff und Wärmebehandlungen päppelten sie es wieder auf. Kuscheln durfte das Kleine derweil mit einem aufgeblasenen Gummihandschuh. Damit das Muttertier es nicht ablehnte, wuschen die Mediziner es nicht. Mit Erfolg: Schon nach wenigen Sekunden schnappte sich Tinkerbell ihren Nachwuchs liebevoll und begann, ihn zu füttern.

Zentrum
Jerusalem wird um eine kulturelle Einrichtung reicher. Die Jewish Federation of New York wird in Kooperation mit der Stadtverwaltung ein Kunstzentrum bauen: den Jerusalem Campus for Arts. Das Projekt soll rund 50 Millionen US-Dollar kosten und 2020 eröffnet werden. »Das Zentrum wird ein weiterer Schritt sein, die Innenstadt als eine Gegend wiederzubeleben, in der das Leben pulsiert. Tausende von jungen Leuten und Studenten werden hier ein- und ausgehen«, frohlockte Bürgermeister Nir Barkat bei der Veröffentlichung des Plans. Gebaut werden soll der Campus auf einem freien Gelände neben dem Gerard-Behar-Zentrum. Es wird erwartet, dass sich dort 1100 Studenten permanent einschreiben.

Hilfe
Mehrere Restaurants in Israel kochen für Flüchtlinge des syrischen Bürgerkriegs – zumindest indirekt. Es begann mit dem Eigentümer des »Brut« in der Nachalat-Binjamin-Straße. »Ich wollte etwas für die syrischen Flüchtlinge tun, also habe ich an Essen gedacht«, erzählt Yair Yosefi. »Es ist simpel. Wir sehen, was dort abläuft, und wollen etwas tun.« Gemeinsam mit der Gastro-Journalistin Ronit Vered rührte er die Werbetrommel bei Lokalen, vor allem in Tel Aviv. Das Ergebnis sind Gerichte, die – von der syrischen Küche inspiriert – vom 15. bis 31. Januar in den Restaurants angeboten werden. Die Erlöse gehen an die amerikanische Stiftung Karam, die Menschen aus Syrien hilft.

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