Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Abgeurteilt
Nach zweijährigem Hausarrest ist das Urteil gesprochen. Anat Kam muss viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Die ehemalige Soldatin hatte geheime Unterlagen der Armee gestohlen und an einen Journalisten der Tageszeitung Haaretz weitergegeben. Der Tel Aviver Richter begründete seine Entscheidung mit dem Satz, dass die Zahal ihren Soldaten absolut trauen müsse, »sonst kann sie als Armee nicht funktionieren«. Durch die Publizierung der geheimen Papiere erfuhr die Öffentlichkeit davon, dass die Armee nach wie vor gezielt palästinensische Terroristen tötet, obwohl dies vom Obersten Gerichtshof verboten wurde.

Abgestimmt
Der Countdown läuft. Seit einigen Tagen geht die Uhr für alle gut sichtbar an den Hochhäusern des Azrieli Centers in Tel Aviv rückwärts. Nur noch wenige Tage ist die Stimmabgabe für das Tote Meer möglich. Am 11. November werden die Gewinner des weltweiten Wettbewerbes für die neuen sieben Weltwunder der Natur feststehen. Der Salzsee, der als internationale Stätte von Israel, Jordanien und den palästinensischen Gebieten eingereicht worden war, ist unter den letzten 28 Kandidaten. Mit dabei sind unter anderem die Galapagos-Inseln, der Amazonas und der Gran Canyon. Die Stimmabgabe ist auf www.new7wonders.com möglich.

Abgestrahlt
Jetzt müssen die nachrichtensüchtigen Israelis noch nicht einmal mehr beim Ausgehen auf die neuesten Schlagzeilen verzichten. Der Hafen von Tel Aviv, bekannt als Namal, wird nachts eine neue Attraktion bekommen. Wie am Times Square in New York sollen Live-Nachrichtensendungen ausgestrahlt werden. Neben News wird es nächtliche Filmvorstellungen sowie ein Kulturzentrum geben. Etwa 20 Millionen Euro sollen in das Gemeinschaftsprojekt von Stadtverwaltung und Tourismusministerium fließen, das die Firma Atarim ausführt, die an Touristenstätten in Israel präsent ist.

Abverlangt
Eilat am Roten Meer wird Hochburg des Sports. Internationale Wettkämpfe sollen Besucher aus dem In- und Ausland anlocken. In den kommenden Jahren wird dafür fast eine Million Euro investiert. Einige der Veranstaltungen finden zum ersten Mal in Israel statt, darunter Anfang Dezember das Autorennen »Israel Formula Race«. Am 30. Dezember wird der Ferienort Gastgeber des ersten internationalen Wüsten-Halbmarathons sein. Noch anstrengender ist es drei Wochen später. Bei der israelischen Variante des Ironman, dem Israman, wird den Teilnehmern beim Triathlon alles abverlangt. Weiter geht es im Februar mit dem Federation Cup der Frauen im Tennis und im selben Monat mit der Desert Challenge für professionelle Mountainbiker.

Abgesagt
Wegen der militärischen Eskalation im Süden des Landes ist die am Samstag geplante Demonstration für soziale Gerechtigkeit in Beer Sheva abgesagt worden. In Tel Aviv versammelten sich etwa 20.000, in Jerusalem 3.000 Protestler – ein Bruchteil der Menschen, die im Sommer auf die Straßen gegangen waren. Die Anführer der Proteste machten klar, dass sie die Bomben auf den Süden wahrnehmen, aber marschieren müssten, »weil der wirkliche Krieg um die Zukunft dieser Gesellschaft hier ausgefochten wird«. Die geringe Zahl der Teilnehmer desillusionierte sie nicht. »Jeder lange Prozess hat seine Wellen. Wir befinden uns jetzt am Beginn der zweiten Welle«, teilten sie mit.

Abgenommen
Was tut man nicht alles für die Liebe. Merav Yitzhaki, eine junge orthodoxe Frau aus Netanja, hat dafür 93 Kilogramm abgenommen. Allerdings nicht ohne Hilfe. Eine Reihe Operationen musste die 25-Jährige über sich ergehen lassen, um ihr Traumgewicht von 62 Kilo zu erreichen. Während andere religiöse Mädchen ans Heiraten dachten, hatte Yitzhaki nur die nächste Mahlzeit im Kopf. Damit abfinden, dass sie keinen gut aussehenden Ehemann bekommen würde, wollte sie sich aber nicht. Ärzte verkleinerten ihren Magen. Die Pfunde purzelten nur so, erinnert sich die Erschlankte. Nachdem jetzt auch die durch das Abnehmen überflüssige Haut entfernt wurde, hofft sie, dass bald ein Schidduch folgt.

Abgedribbelt
Am Schabbat spielen sie nicht, doch an allen anderen Tagen sind die Jungs des Basketballteams Maccabi Mea Schearim topfit. Sie tragen schwarze Trikots, klemmen ihre Pejes hinter die Ohren, und schon geht’s los. Mit auf dem Spielfeld ist Yitzhak Pinski, der an der berühmten Mir-Jeschiwa studiert. Auch Jonathan Yosef, Enkel des spirituellen Anführers von Schas, dribbelt, was das Zeug hält. Nicht allen in der charedischen Welt jedoch gefällt das Hobby der Männer. »Viele würden uns komisch anschauen, wüssten sie, dass wir dem Ball hinterherrennen.« Dennoch wollen sie ihren Sport nicht wieder aufgeben. Im Gegenteil: »Wir wollen endlich beweisen, dass auch Charedim wissen, wie man Basketball spielt.«

Reisen

2,4 Millionen Israel-Flugtickets könnten storniert werden

Noch immer nehmen US-Maschinen den größten Teil des Ben-Gurion-Flughafens in Beschlag. Verkehrsministerin Regev warnt vor Schäden in Milliardenhöhe

von Sabine Brandes  15.06.2026

Uganda

Entebbe-Entführung 1976: Debatten um Linksterror und Antisemitismus

Vor 50 Jahren entführten zwei Deutsche und zwei Palästinenser einen Airbus aus Israel nach Uganda. Dabei sollen sie Geiseln nach antisemitischen Kriterien voneinander getrennt haben. Die Tat befeuerte das Unbehagen vieler Linker mit Gewalt

von Nils Sandrisser  15.06.2026

Rehovot

Israelis entwickeln neue Methode zur Suche nach außerirdischem Leben

Wissenschaftler des Weizmann-Instituts haben ein statistisches Analysewerkzeug entwickelt, das anhand von Molekülmustern erkennt, ob bestimmte Stoffe biologischen Ursprungs sind

 15.06.2026

Tel Aviv

Naftali Bennett: »Netanjahu kann es einfach nicht mehr«

»Er kann keine Kriege gewinnen. Er kann die Kriminalität nicht bekämpfen. Er kann die Preise nicht senken. Er kann die Ultraorthodoxen nicht in die israelische Gesellschaft integrieren«, sagt der Kandidat der Partei »Zusammen«

 15.06.2026

Kommentar

Die Welt atmet auf, viele Juden tun es nicht

Weder Hamas noch Hisbollah sind verschwunden. Das iranische Regime sitzt weiterhin in Teheran, mit derselben Ideologie, die den 7. Oktober verursacht hat

von Guy Katz  15.06.2026

Washington D.C.

Trump über Netanjahu: Er hat kein Urteilsvermögen

Der amerikanische Präsident beschwert sich über Israels jüngste Attacken auf Hisbollah-Ziele in der libanesischen Hauptstadt: »Warum musste Bibi einen verdammten Angriff durchführen?«

 15.06.2026

Palästinensische Gebiete

Abbas kündigt Präsidentschaftswahlen für 2027 an

Es wären die ersten seit 20 Jahren

 14.06.2026

Libanon

Israel beschießt Hisbollah in Beiruter Vororten

Nachdem die Terror-Miliz den Norden Israels mit Drohnen angegriffen hat, reagiert die israelische Armee

 14.06.2026

Nahost

Hisbollah beschießt Israel mit Sprengstoff-Drohnen

Nach Drohnenangriffen der Hisbollah auf Israels Norden fordert Finanzminister Smotrich eine härtere Reaktion. Wird Israel jetzt wieder die Vororte Beiruts angreifen?

 14.06.2026