Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Feiert Geburtstag: das »Tmol Shilshom« Foto: Flash 90

Gelder
Der Peripherie des Landes wird ein Stärkungspaket verpasst. Das Kabinett beschloss, dass Katzrin – auch »Hauptstadt des Golan« genannt – in einem Mehrjahresplan mit 13 Millionen Euro unterstützt wird. Vor allem werde das Geld in die Wirtschaft und die Infrastruktur fließen, gab die Regierung bekannt. Besonders wegen der schwierigen Lage in der Nachbarschaft des Bürgerkriegs in Syrien habe die Region sehr gelitten. Die Finanzspritze soll helfen, das Leben der Bewohner zu erleichtern. Ebenso soll das Städtchen Hatzor Haglilit in Obergaliläa ein Stück vom monetären Kuchen abbekommen. Zehn Millionen Euro sollen dort für neue Jobs sorgen.

Raucher
Rauchen und Sport passen nicht zusammen. Das findet zumindest das Knessetkomitee für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Daher reichte es einen Gesetzesvorschlag ein, der das Qualmen in sämtlichen Sportstadien des Landes verbieten soll. Durchgesetzt werden soll die Verbannung der Glimmstengel durch drakonische Strafen. Bis zu 3000 Euro müssten Fans berappen, die rauchend bei einer sportlichen Veranstaltung angetroffen werden. Paffende Eigentümer von Sporthallen müssen 15.000 Euro zahlen. Wird das Rauchverbot Gesetz, sollen allerdings für Raucher spezielle Plätze in den Stadien eingerichtet werden.

Bücher
Eines der schönsten Cafés in Jerusalem wird 20 Jahre alt. Im Tmol Shilshom, benannt nach dem berühmten Roman von Shai Agnon (deutscher Titel: »Gestern, vorgestern«), kann man sowohl gut essen und trinken als auch neue wie gebrauchte Bücher kaufen. Obwohl, oder weil, es sehr versteckt im Hinterhof eines 150 Jahre alten Hauses in der Nähe der Jaffa Street liegt und man dann auch noch eine Treppe in den ersten Stock hochsteigen muss, hat das Café seine treue Stammkundschaft. Besitzer David Ehrlich eröffnete das Tmol Shilshom vor zwei Jahrzehnten, weil ihm die Buch-Cafés, die er in den USA kennengelernt hatte, so gut gefielen. Am Eröffnungsabend 1994 las der Lyriker Jehuda Amichai. Seither gab es zahllose Lesungen mit israelischen und internationalen Autoren wie Amos Oz, David Grossman oder Nadine Gordimer.

Parker
Wer in Israel schon einmal falsch geparkt hat, der weiß, dass das richtig ins Geld gehen kann. Die Mindeststrafe für einen abgelaufenen Parkschein – und sei es nur seit einer Minute – beträgt 20 Euro. Wer sein Auto unberechtigterweise auf einem Behindertenparkplatz abstellt, wird sogar mit 200 Euro zur Kasse gebeten. Den Falschparker ärgert es, die Stadtverwaltung lacht sich währenddessen ins Fäustchen. Jetzt wurden Zahlen bekannt, wie viel Geld die Städte durch die verhassten Knöllchen einnehmen. Ganz oben auf der Liste steht Tel Aviv, das über eine regelrechte Armee von Beamten verfügt. Jährlich fließen durch sie fast 30 Millionen Euro in die Stadtkasse, drei Prozent des gesamten Budgets. In Jerusalem hingegen sind es lediglich zehn Millionen. Insgesamt verdienen die Stadtverwaltungen jedes Jahr durch Parktickets rund 50 Millionen Euro.

Kinder
Während die Suche nach den drei entführten Jugendlichen in vollem Gange war, retteten israelische Ärzte zeitgleich drei palästinensischen Kindern im Wolfsohn-Krankenhaus mit Herzoperationen das Leben. Außerdem wurden acht weitere Kinder aus dem Palästinensergebiet aufgenommen, darunter zwei Notfälle aus dem Westjordanland und Gaza. Die Mediziner von »Save a Child’s Heart« (SACH) betonen, dass auch die schwierige politische Lage nichts daran ändere, dass man allen Kindern helfen müsse. Lior Sasson, leitender Chirurg bei SACH, sagt: »Für uns ist es egal, woher sie kommen. Jedes Kind verdient die bestmögliche medizinische Versorgung und sollte nicht Teil eines Konfliktes sein.«

Sparer
Erst im vergangenen Oktober eröffnete in Tel Aviv das Billigcafé Cofix, das den Kaffee für nur fünf Schekel (etwa ein Euro) anbietet. Der ersten Filiale in der Ibn-Gvirol-Straße folgten bald 18 weitere, die meisten in und um Tel Aviv. Jetzt bekommt Cofix Konkurrenz: Bei Coffee Express kostet die Tasse nur vier Schekel. Zwei Filialen, in Tel Aviv und Ramat Gan, gibt es bereits, bis zum Jahresende sollen es laut Besitzerin Tali Hamadi bereits acht sein. »Fünf Schekel für eine Tasse Kaffee sind wirklich überteuert«, findet Hamadi. Und der eigene Mokka sei – natürlich – auch viel besser als der von Cofix.

Sport

Teamgeist und Trikottausch

Nach der kriegsbedingten Verschiebung wird die 22. Makkabiade in Jerusalem zum Fest jüdischen Zusammenhalts. Mehr als 8000 Sportler aus aller Welt gehen in Israel an den Start

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Nachrichten

Pillen, Wahlen, Gaza

Kurzmeldungen aus Israel

von Sabine Brandes  08.07.2026

Nahost

Reaktion auf Beschuss von Schiffen: USA greifen Ziele im Iran an und verschärfen Sanktionen

Die Luftschläge richten sich auch gegen die iranischen Revolutionsgarden

 08.07.2026 Aktualisiert

Sicherheit

Der NATO-Gipfel darf nicht zum Kniefall vor dem national-islamistischen Autokraten Erdoğan werden

Ein Kommentar von Ali Ertan Toprak

von Ali Ertan Toprak  08.07.2026

Interview

»Ich würde gerne mit Benjamin Netanjahu sprechen«

Der umstrittene Podcaster Ben Berndt schreibt Mediengeschichte. Sein YouTube-Format »Ungeskriptet« erreicht Millionen. Ein Gespräch

von Sven Gösmann, Stella Venohr  07.07.2026 Aktualisiert

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Beitrag für Yad Vashem

Die Gedenkstätte Yad Vashem in Israel erinnert an die von den Nationalsozialisten ermordeten Juden. Die Bundesrepublik will sich künftig verstärkt an der Finanzierung beteiligen

 07.07.2026

Schweiz

Ein Jahr Gefängnis für jugendlichen Täter

Der Schweizer mit tunesischen Wurzeln hatte am 2. März 2024 auf der Straße einen orthodoxen Juden niedergestochen. Am Dienstag wurde der 17-Jährige verurteilt

von Nicole Dreyfus  07.07.2026

Humantitäre Hilfe

IDF arbeitet mit an Venezuelas Wiederaufbau

Nach den verheerenden Erdbeben entwickelt eine IDF-Delegation mit der Übergangsregierung einen Plan für die zerstörten Regionen. Oberrabbiner Cohen hofft, dass die humanitäre Operation ein erster Schritt zur Wiederaufnahme der Beziehungen zwischen Caracas und Jerusalem sein könnten

von Sabine Brandes  07.07.2026

Jerusalem

Deutschland verfünffacht Unterstützung für Yad Vashem

Außenminister Wadephul und sein israelischer Amtskollege Sa’ar haben auf einer gemeinsamen Pressekonferenz einen Ausbau der Förderung für die israelische Holocaust-Gedenkstätte angekündigt. In den Fragen zu Iran und Libanon herrschte Einigkeit, beim Westjordanland nicht

von Sabine Brandes  07.07.2026