Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Happy Birthday Intel Israel! Foto: Flash 90

Kritik
Anders als für sie üblich, hat Zipi Livni, Verhandlungsführerin bei den Friedensgesprächen in Washington, harsche Kritik an Palästinenserpräsident Mahmud Abbas geäußert. Er vertrete inakzeptable Positionen, deren Folgen die Palästinenser zu spüren bekämen, sagte sie. »Sie sind nicht nur für uns nicht annehmbar, sondern für die ganze Welt.« Abbas hatte kürzlich verlauten lassen, dass es kein Abkommen ohne das gesamte Ost-Jerusalem als Hauptstadt und die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge geben werde. Außerdem weigert sich Abbas vehement, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen.

Freilassung
Die Ex-Soldatin und israelische Whistleblowerin Anat Kamm ist aus der Haft entlassen worden. Nach zwei Jahren verließ die 26-Jährige jetzt das Frauengefängnis Neve Tirza. Kamm war 2011 verurteilt worden, weil sie geheime Dokumente der Armee gestohlen und an einen Reporter der Tageszeitung Haaretz, Uri Blau, weitergegeben hatte. Sie kam nach dem Absitzen von zwei Dritteln ihrer Strafe wegen guter Führung vorzeitig frei. 2008 hatte Blau die Dokumente erhalten und einen investigativen Bericht über die gezielten Tötungen von Terroristen im Westjordanland geschrieben. Der Artikel war vom Militärzensor abgesegnet worden. Kamm verklagt nun die Haaretz, weil sie sie als Quelle nicht ausreichend geschützt habe.

Beton
Beton darf wieder nach Gaza. Am Sonntag erlaubte Israel den Transfer von mehr Baumaterialien in die Hamas-Enklave. Vor einigen Monaten waren die Lieferungen eingestellt worden, nachdem neue Tunnel entdeckt worden waren und Israel vermutete, dass der Beton statt für die Zivilbevölkerung für die Terrorplanung verwendet wurde. Nun überquerten etwa 1000 Tonnen Zement und andere Materialien die Grenze, nachdem Verteidigungsminister Mosche Yaalon sein Okay gegeben hatte. Grund sind die offenbar nötigen Reparaturen an Gebäuden, die durch den schweren Wintersturm beschädigt worden waren. 40.000 Menschen mussten damals kurzzeitig ihre Häuser verlassen.

Geburtstag
40 Kerzen brennen auf dem Kuchen – und eine für das nächste Jahr gleich mit. Denn Intel Israel feiert runden Geburtstag. Und das, was auf der Glückwunschkarte des größten Hightech-Unternehmens des Landes steht, kann sich sehen lassen. 9800 Angestellte an Dutzenden von Standorten arbeiten für den Chip-Hersteller, in den vergangenen vier Jahrzehnten sind Produkte im Wert von 35 Milliarden Dollar exportiert worden. Auch die Erfolgsgeschichten jener, die Intel verlassen haben, können sich sehen lassen. Viele, die einst für den Riesen arbeiteten, gründen ihre eigenen Firmen. Rund 30 im Jahr mit mindestens 250 neuen Jobs. Herzlichen Glückwunsch!

Liebe
Der ältere Sohn von Premierminister Benjamin Netanjahu hat sein Herz an eine Norwegerin verschenkt. Yair und Sandra Leikanger haben sich am IDC in Herzlija, wo die beiden studieren, ineinander verguckt. Der Sohn des Regierungschefs hat sogar schon die Heimat der hochgewachsenen Blonden erkundet – im Sommer tourten die beiden durch Norwegen. Und Vater Netanjahu, der in zweiter Ehe selbst mit einer Nichtjüdin verheiratet war, scheint stolz auf seinen Jungen zu sein. Als er beim Wirtschaftsforum in Davos seine norwegische Kollegin Erna Solberg traf, erzählte er ihr von der »grenzüberschreitenden Liebe«. Kritiker indes fordern Netanjahu auf, die Beziehung der beiden nicht zu unterstützen.

Lehrer
Eklat um die Entlassung eines Lehrers. Eine Schülerin der Oberschule »Ort« in Kiriat Tivon hatte sich beim Bildungsministerium darüber beschwert, dass der Lehrer Adam Verta »extrem linke Auffassungen« verbreite und sich gegen die Armee ausspreche. Sofort wandte sich das Ministerium an die Schule, die eine Anhörung von Verta veranlasste und ihn zur Kündigung aufforderte. Der jedoch weigerte sich und erklärte, dass er die Schüler nicht indoktriniere, sondern lediglich zu kritischem Denken anrege. Mehr als 400 Menschen, die am Samstagabend gegen die Absetzung des Lehrers in dem Örtchen bei Haifa auf die Straße gingen, sehen das genauso.

Preis
Der Erste, der die Auszeichnung für außergewöhnliche Führungskräfte des Wirtschaftsforums in Davos erhält, ist kein Geringerer als Schimon Peres. Der Präsident wurde geehrt für seine »herausragenden Bemühungen um den Frieden und seine Verpflichtung, die Welt zu einer besseren zu machen«. Der Gründer des Forums, Klaus Schwab, überreichte Peres eine kupferne Alpenglocke mit den Worten: »Für einen echten Visionär und weltmännischen Politiker, der die Töne von Frieden und Harmonie erklingen lässt.« Der Präsident zeigte sich gerührt und will die Glocke bei seinen Treffen in Nahost mitnehmen. »Wir müssen sie nutzen, nicht nur hinstellen«, sagte Peres.

Israel

Das Studium der Tora wird zum »Grundwert« des Staates

Ein neues Gesetz soll nach Einschätzung von Experten die rechtliche Grundlage schaffen, um Ausnahmen von der Wehrpflicht für ultraorthodoxe Männer dauerhaft abzusichern

 15.07.2026

Nahost

Trump drängt Netanjahu zum Abzug israelischer Truppen aus Syrien und dem Libanon

»Sie wollen euch dort nicht. Ihr solltet euch neu positionieren«, soll der US-Präsident dem israelischen Ministerpräsidenten gesagt haben

 15.07.2026

Luftfahrt

Streit um Tankflugzeuge der US-Luftwaffe am Ben-Gurion-Flughafen

Israel will weitere Maschinen der US-Luftwaffe zunächst nicht auf dem zivilen Flughafen landen lassen. Das US-Zentralkommando sagt, die Maßnahme könne die militärischen Planungen beeinträchtigen

 15.07.2026

Jerusalem

Netanjahu plant Washington-Reise

Im Umfeld des israelischen Regierungschefs bestehen Sorgen über eine zunehmende Distanz zu US-Präsident Trump. Auch könnte Netanjahu an einer Trauerfeier für Senator Lindsey Graham teilnehmen

 15.07.2026

Jerusalem

Netanjahu warnt Iran bei Angriff auf Israel vor »weit stärkerer« Reaktion

»Die bisherige Antwort war bereits stark. Sollte erneut versucht werden, uns zu schaden, wird die Reaktion eine andere sein – weit stärker«, sagt der israelische Ministerpräsident

 15.07.2026

Argentinien

Der jüdische Teil von Messi

Während im Internet Gerüchte über Lionel Messis Herkunft und Sympathien rumoren, erzählt der Sohn eines verstorbenen argentinischen Fußballfans eine besonders schöne Geschichte

von Sophie Albers Ben Chamo  15.07.2026 Aktualisiert

Kochbuch

Quarkkuchen und Palästina-Suppe

Die Nationalbibliothek hat ein seltenes Original der ersten in England veröffentlichten Sammlung koscherer Rezepte erworben. Um die anonyme Autorin ranken sich Legenden

von Sabine Brandes  14.07.2026

Diplomatie

Israel und Libanon verhandeln in Rom

Zu Beginn der Gespräche sind die Fronten verhärtet. Israel fordert die Entwaffnung der Terror-Miliz Hisbollah. Die libanesische Regierung besteht auf Israels Rückzug aus dem Süden

 14.07.2026

Medien

Wechsel im ARD-Studio Tel Aviv: Sophie von der Tann wird abgelöst

Während der BR seine Korrespondentin in höchsten Tönen lobt, wurde extern immer wieder heftige Kritik geübt. Von der Tanns Nachfolgerin in Israel ist Pia-Marie Steckelbach

 14.07.2026