Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Miss Israel: Yityish Titi Ajnaw Foto: Flash 90

Kurzmeldungen

Auf die Schnelle

Bezahlt, bestochen, beladen

von Sabine Brandes  10.06.2013 18:32 Uhr

Bezahlt
Nach dem öffentlichen Aufschrei über die Kosten der »Clinton-Rede« hat der Jewish National Fund (JNF) seine finanzielle Unterstützung dafür zurückgezogen. Der frühere US-Präsident Bill Clinton soll eine halbe Million US-Dollar erhalten, um auf einer Gala für Staatspräsident Schimon Peres zu sprechen, der im August seinen 90. Geburtstag feiert. Der JNF hatte das Geld zwar bereits überwiesen, doch das Peres Academic Center in Rehowot will die Summe nun anders aufbringen und zurückzahlen. Die Vereinigung der Freunde des Peres-Zentrums hat vor, ausländische Sponsoren aufzutreiben. Einen Tag nach der Gala beginnt die Präsidenten-Konferenz, an der auch Clinton teilnehmen wird.

Bestochen
Zum ersten Mal setzen Tierärzte des Safari-Zoos in Ramat Gan auf alternative Medizin. Der Sumatra-Tiger Pedang leidet seit einem Jahr an einer chronischen Ohrentzündung, alle konventionellen Behandlungen schlugen fehl. Nun bekommt das 14-jährige Tier pinkfarbene, vier Zentimeter lange Nadeln in die Ohren gepiekst. Die »ganzheitliche« Tiertherapeutin Mor Mosinzon wandte bereits zum dritten Mal Akupunktur bei dem Tiger an. Die Zooleitung erhofft sich mit der chinesischen Methode, dass das Immunsystem von Pedang gestärkt wird und sein Organismus die Antibiotika besser aufnehmen kann.

Beladen
Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom (MDA) warnt vor Spaziergängen in hohem Gras und in der Wüste. Denn in letzter Zeit werden immer mehr Menschen von Schlangen oder Skorpionen gebissen. Die Reptilien seien nach der Fastenperiode des Winters »mit Gift beladen« und hungrig. Immer öfter wird der Notarztwagen zu Opfern mit Bisswunden gerufen. Vor wenigen Tagen wurde ein 16-jähriges Mädchen in ernstem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert. Während die giftige Israel-Viper im ganzen Land zu finden ist, lebt der Großteil der gefährlichen Schlangen in der Negevwüste. MDA rät, in diesen Gegenden immer lange Hosen und geschlossene Schuhe zu tragen.

Bereist
Zum ersten Mal seit ihrer Alija ist die amtierende israelische Schönheitskönigin Yityish Titi Ajnaw in ihre einstige Heimat Äthiopien zurückgekehrt. Sie begleitete Mitglieder ihrer Großfamilie auf dem Weg nach Israel. Ajnaw, die mit zehn Jahren nach Netanya gezogen war, ließ die emotionale Erfahrung für Kanal 2 filmen. »Zurückzukommen ist sehr schwer«, sagte sie unter Tränen. »Ich bin hier aufgewachsen und habe doch meine Lieben zurückgelassen.« Viele Äthiopier begrüßten die 21-Jährige mit den Worten: »Willkommen, Miss Israel!«

Beglotzt
In den meisten Ländern sorgen sie für Schmunzeln, bei der israelischen Armee (IDF) jedoch eher für Stirnrunzeln. Die frivolen Fotos der leicht bekleideten Soldatinnen auf Facebook werden dieser Tage im Internet heiß diskutiert. Die britische »Sun« titelte »Gaza Strip« über den fast nackten Israelinnen. Die IDF indes meint, die Bilder von jungen Frauen, die ihr Hinterteil entblößen, in Spitzenunterwäsche und mit Maschinengewehren James Bond spielen, würden dem Image der Armee schaden. Dabei sieht es so aus, als würden gerade Fotos wie diese das Ansehen des israelischen Militärs menschlicher machen. Viele Kommentatoren im Internet fragen: »Wie kann ich mich einziehen lassen?« Die Armeeführung aber lacht nicht mit: Medien wie Facebook oder Twitter sind jetzt in den Kasernen tabu.

Beklagt
Die Zahl der HIV-Erkrankungen in Israel ist im vergangenen Jahr um acht Prozent gestiegen, beklagt das Gesundheitsministerium. 499 neue Fälle sind 2012 registriert worden. Der Virus, der AIDS verursacht, wurde zum größten Teil bei Menschen zwischen dem 31. und 40. Lebensjahr gefunden. Die Zahl der Neuinfektionen bei Homosexuellen ist indes zurückgegangen. Dafür steckten sich mehr hetero-sexuelle Menschen an. 60 der 499 Erkrankten waren Israelis, die aus afrikanischen Ländern zurückkehrten, in denen AIDS bereits zur Epidemie erklärt worden ist.

Beschenkt
Einen für jedes Kind. Computer gehören schon lange zum Lernstandard an Schulen und Universitäten. Doch privat können nicht alle Familien ihren Sprösslingen die digitale Welt zur Verfügung stellen. Die Initiative »Computer for Every Child« arbeitet seit Langem daran, das zu ändern. Bei der Verkündung der Neuigkeiten in Jerusalem war Premierminister Benjamin Netanjahu zugegen. Behinderte Kinder erhalten neben Laptops spezielle Kameras, mit denen sie kommunizieren können. Seit der Gründung sind 55.000 Computer an sozial Schwächere wie Beduinen, Ultraorthodoxe, Araber, Drusen oder Immigranten verteilt worden. »Wir wollen jedem Jungen und Mädchen dieselbe Chance geben. Es ist wundervoll, diese talentierten Kinder zu sehen, die damit einen Ansporn bekommen, in die Zukunft zu sehen«, so Netanjahu.

Türkei

Netanjahu warnt die USA vor einem Kampfjet-Deal mit der Türkei

Israel sieht das Gleichgewicht im Nahen Osten gefährdet, sollte es zu einem Deal zwischen der Türkei und den USA kommen

 07.07.2026

Interview

»Ich würde gerne mit Benjamin Netanjahu sprechen«

Der Podcaster Benjamin Berndt schreibt Mediengeschichte. Sein YouTube-Format »Ungeskriptet« erreicht Millionen. Ein Gespräch

von Sven Gösmann, Stella Venohr  07.07.2026

Jerusalem

»Antisemitische Hetze« und »Aufruf zum Völkermord«: Streit zwischen Israel und Türkei eskaliert

Türkeis Außenminister hatte Israel als Problem für die Menschheit bezeichnet, das nicht länger ertragen werden könne

 07.07.2026

USA

Wie Ägyptens Nationaltrainer bei der Fußball-WM Lügen über Israel verbreitet

Politische Botschaften sind während des Turniers eigentlich verboten. Ägyptens Trainer lässt sich davon nicht beeindrucken

 07.07.2026 Aktualisiert

Hintergrund

UNRWA: Die Rosa-Luxemburg-Stiftung und die Israel-Lobby

Eine neue Studie der linksparteinahen Stiftung präsentiert jüdische und pro-israelische Organisationen in Deutschland pauschal als Sprachrohre der Regierung in Jerusalem

von Michael Thaidigsmann  06.07.2026

Jerusalem

Erleichte Zulassung eingewanderter Psychologen

Im Ausland ausgebildete Psychologen sollen künftig schneller in Israel praktizieren können. Hintergrund ist auch die Krise der mentalen Gesundheit seit dem 7. Oktober

 06.07.2026

Unabhängige Medien

Angriff auf Israels größten Nachrichtensender

Ein maskierter Mann hat in der Nacht mit einem Backstein die Eingangstür des Kanals 12 zertrümmert. Journalisten warnen schon länger vor wachsender politischer Gewalt und zunehmender Hetze

von Sabine Brandes  06.07.2026

Jerusalem

Steht Israel vor einer Verfassungskrise?

Die Regierung will eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofes nicht anerkennen. Kulturminister Zohar erwartet jedoch, dass sich der Premier dem Urteil beugen wird. Die Hintergründe

von Sabine Brandes  06.07.2026

Tel Aviv

Sasha Troufanov und Sapir Cohen: Emotionale Hochzeit zweier ehemaliger Geiseln in Israel

»Ihr wart die ganze Zeit an unserer Seite. Vielen Dank. Ich liebe euch«, sagte der Bräutigam unter der Chuppa. Unter den Gästen war auch Israels Präsident Isaac Herzog

 06.07.2026