Archäologie

Auf der Flucht mit Chanukka-Gelt

Der 2200 Jahre alte Schatz Foto: Shai Halevy (IAA)

Sie hatten ihr Chanukka-Gelt dabei. Dass die Geflüchteten des Makkabäer-Aufstandes im zweiten Jahrhundert v.d.Z. in die Wüste entkamen, nahm man lange an. Jetzt veröffentlichte die israelische Altertumsbehörde (IAA) einen archäologischen Beweis: ein Gefäß mit Silbermünzen aus der Zeit der Revolte, das in einer Höhle in der Wüste Judäa entdeckt wurde.

HÖHLE »Wahrscheinlich versteckte ein Flüchtling das Holzkistchen in der Höhle und beabsichtigte, nach der Revolte zurückzukehren, um sein Geld zu holen«, so die IAA. Der kleine Schatz, der aus 15 Silbermünzen besteht, wurde in einer Felsspalte der Muraba‘at-Höhle versteckt und bei Ausgrabungen entdeckt, die dort im Mai durchgeführt wurden. Er wurde in der Zwischenzeit untersucht, konserviert und wird während des Chanukkafestes im Hasmonäischen Museum in Modiin ausgestellt.    

Als die Archäologen den Deckel des Gefäßes abnahmen, fanden sie festgedrückte Erde und kleine Steine. Darunter verbarg sich ein großes Stück lilafarbener Wollstoff, das die Münzen bedeckte, die im unteren Teil zwischen Schafswolle lagen. Sie umfassen eine einheitliche Gruppe von Tetradrachmen-Silbermünzen, die Ptolemaios VI., König von Ägypten, prägen ließ.

Dieser regierte zur selben Zeit über Ägypten, als sein Onkel Antiochos IV. Epiphanes (»der Böse«) über das Königreich der Seleukiden, einschließlich Judäa, herrschte.

»Der außergewöhnliche Fund liefert den ersten archäologischen Beweis, dass die Höhlen der Judäischen Wüste eine aktive Rolle bei der Flucht der Makkabäer spielten.«

Eitan klein, israelische altertumsbehörde

Eitan Klein, der die Münzen zusammen mit der Numismatikexpertin der IAA, Gabriela Bijovsky, untersuchte, findet es interessant, sich die Person vorzustellen, die in die Höhle geflohen ist und persönliches Eigentum versteckt hat, um zurückzukehren und es wiederzuholen. »Es ist ein absolut außergewöhnlicher Fund, der den ersten eindeutigen archäologischen Beweis dafür liefert, dass die Höhlen der Judäischen Wüste eine aktive Rolle spielten, als Schauplatz der Aktivitäten der jüdischen Rebellen des Makkabäeraufstands oder der Ereignisse, die dazu führten.«

DEKRETE Die drei frühesten Münzen im Schatz wurden 176/5 v.d.Z. geprägt, die neueste datiert auf 171/0. Basierend auf diesem Datum legen die Experten das Jahr, in dem der Schatz versteckt wurde, auf den Beginn des Makkabäeraufstands fest. Kurz zuvor hatte Antiochos Dekrete gegen die jüdische Religion erlassen, die zur Revolte führten.

Laut Klein beschreiben die Bücher der Makkabäer die dramatischen Ereignisse jener Zeit, die die Menschen dazu veranlasst hätten, ihre Besitztümer in der Judäischen Wüste zu verstecken, bis die Gefahr vorüber war.

KÖNIG »Dann gingen viele, die Rechtschaffenheit und Gerechtigkeit suchten, in die Wüste hinab, um dort zu wohnen: sie, ihre Söhne, ihre Frauen und ihr Vieh, weil das Böse sie schwer bedrückte. Und es wurde den Beamten des Königs und den Truppen in Jerusalem in der Stadt Davids berichtet, dass Männer, die den Befehl des Königs abgelehnt hatten, in die Verstecke in der Wüste hinabgegangen waren.« (1. Makkabäer 2:29–37)

Für den Direktor der IAA, Eli Escusido, regt der Münzschatz die Fantasie in diesen besonderen Tagen des Lichterfestes an. »Dies ist das Chanukka-Gelt, das die Altertumsbehörde dem Volk und dem Staat Israel spendet.«

"Two serious people sit on outdoor metal stairs in casual, tactical clothing, appearing tired or contemplative, with sunlight casting shadows behind them against a plain wall in a rugged environment."

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