Israel

Atomreaktor als Ziel

Zerstörte Wohngebäude in Arad Foto: Flash 90

Rund 150 Verletzte, elf von ihnen schwer, darunter ein fünfjähriges Mädchen – das ist die Bilanz eines iranischen Angriffs auf Israel am vergangenen Wochenende. Getroffen hatte es diesmal Dimona und Arad im Süden des Landes, wo zwei ballistische Raketen aus dem Iran mehrere Wohnblöcke zerstörten. Viele der Verletzten mussten mit Militärhubschraubern in Krankenhäuser nach Beer Sheva gebracht werden. Anders als bei den jüngsten Angriffen auf Tel Aviv waren beide Raketen konventioneller Bauart und enthielten keine Streumunition.

Benjamin Lew aus Arad berichtete der Zeitung »The Times of Israel«, er habe seine Kinder geweckt und sie zusammen mit seiner Mutter sofort in den Schutzraum des Gebäudes gebracht, als die Sirenen aufheulten. »Dann hörten wir einen richtig lauten Knall.« Der Einschlag war der erste direkte Treffer in der Stadt seit Kriegsbeginn am 28. Februar. Zuvor hatte es immer wieder Raketenalarm gegeben. Die meisten der Opfer waren außerhalb von Schutzräumen oder Bunkern von dem Angriff überrascht worden, hieß es.

Dimona schon vorher ins Visier genommen

Eine erste Untersuchung ergab, dass das amerikanische THAAD-Abwehrsystem die Raketen hätte abfangen sollen, diese jedoch verfehlte. Derzeit wird geprüft, ob dies auf menschliches Versagen oder eine technische Störung zurückzuführen ist. Die Armee teilte mit, dass es Versuche gegeben habe, die Flugkörper abzuschießen, und man nun herausfinden möchte, warum das nicht funktionierte. »Die IDF betont, dass die Verteidigung nicht lückenlos ist und daher die Anweisungen des Heimatfrontkommandos weiterhin befolgt werden müssen.«

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Laut Staatsmedien in Teheran hatten die Raketen den Atomreaktor nahe Dimona zum Ziel – als Vergeltung für Angriffe auf die iranische Uran-Anreicherungsanlage in Natanz am frühen Samstag. Der Iran macht die USA und Israel dafür verantwortlich, obwohl die israelische Armee jegliche Beteiligung daran dementiert. Der Iran hatte bereits vor dem angeblichen Angriff auf Natanz mehrfach versucht, Dimona ins Visier zu nehmen, bis dahin jedoch ohne Erfolg. Israels Premier Benjamin Netanjahu stattete beiden Orten sofort einen Besuch ab. Die Tatsache, dass angesichts der Verwüstungen keine Menschen getötet wurden, bezeichnete er als ein »Wunder«.

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