Israel

Armee in Alarmbereitschaft

Das Raketenabwehrsystem »Iron Dome« in der Nähe der nordisraelischen Stadt Zfat Foto: Flash 90

Die israelische Armee im Norden ist in Alarmbereitschaft. Ungewöhliche Truppenbewegungen in Syrien am Dienstagabend könnten laut Medienberichten darauf hinweisen, dass ein Angriff des iranischen Militärs, das im Nachbarland Stellungen unterhält, kurz bevorsteht. Außerdem wurde berichtet, dass Israel am Dienstag einen iranischen Waffenkonvoi in der Nähe von Damaskus beschossen habe und eine »kleine Anzahl von Reservisten« einberufen wurde. Die US-Botschaft in Israel gab eine Reisewarnung für die Golan-Höhen heraus.

Bei dem mutmaßlich israelischen Luftangriff sind nach Angaben von Menschenrechtlern vom Mittwoch mindestens 15 Menschen getötet worden. Acht der Getöteten seien Iraner, so die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Sie hatte am Dienstag gemeldet, der Angriff habe vermutlich auf militärische Anlagen der iranischen Revolutionsgarde bei Kiswe gezielt.

Auch die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana hatte von einem Angriff berichtet und Israel verantwortlich gemacht. Die Agentur zititerte medizinische Quellen, die von zwei Toten sprachen.

Iron Dome Israels Regierung ließ die öffentlichen Bunker öffnen und wies die Bevölkerung im Golan an, ihre Sicherheitsräume vorzubereiten. Ein Video der Armee zeigt Soldaten, die verschiedene Abwehrsysteme, darunter den »Iron Dome« und »Patriot«, aufbauen. Offenbar sollen die Bürger beruhigt werden.

Die Warnungen kamen kurz vor der Ankündigung des US-Präsidenten am Dienstagabend, aus dem Atomabkommen mit dem Iran auszusteigen. »Die Armee ist bereit für verschiedene Szenarien und warnt, dass jegliche Aktion gegen Israel mit heftiger Vergeltung beantwortet wird«, hieß es seitens der IDF. Israelische Fernsehsender hatten berichtet, dass es eventuell Infiltrationsversuche an der syrisch-israelischen Grenze geben könnte.

Syrien Israel rechnet bereits seit mehreren Tagen mit einer Vergeltung für den Angriff auf einen Militärflughafen in Syrien am 9. April, bei dem mehrere Angehörige der iranischen Streitkräfte ums Leben gekommen waren. Bei einem zweiten Angriff, der vermeintlich von Israel ausgeführt wurde, sollen mehr als 20 iranische Soldaten getötet worden sein.

Jerusalem

Bis zu 650.000 »Sonderstimmen« könnten Israels Wahlergebnis noch verändern

Die Stimmen von Soldaten, Reservisten und weiteren Wahlberechtigten, die nicht in ihrem regulären Wahllokal abstimmen konnten, müssen noch einbezogen werden

 28.10.2026

Jerusalem

Eisenkot will rasch neue Regierung in Israel bilden

Netanjahus Lager verliert die Mehrheit, doch auch Ex-Militärchef Eisenkot kann mit seinem Lager nicht allein regieren. Dennoch erklärt er, schon bald eine Koalition schmieden zu wollen

 28.10.2026

Jerusalem

Vorfälle bei Parlamentswahl

Für die große Mehrheit der Israelis verlief der Wahltag friedlich. Es gab jedoch Einschüchterungsversuche und sogar Angriffe

 28.10.2026

Jerusalem

Benjamin Netanjahu bei Wahl vorn - aber ohne Mehrheit

Bleibt der heutige Ministerpräsident an der Macht? Oder kommt es zum Regierungswechsel? Der Politikveteran gibt sich in der Wahlnacht trotz unklarem Ausgang siegesgewiss

 28.10.2026 Aktualisiert

Analyse

Die Wahl bringt keinen klaren Sieger hervor - was nun?

Die Wahlbeteiligung war mit 77,7 Prozent die höchste seit mehr als einem Vierteljahrhundert. Doch die richtungsweisende Wahl in Israel ergab zunächst kein klares Ergebnis. Wie geht es jetzt weiter?

von Sara Lemel  27.10.2026

Israel

Wahltag in Blau-Weiß

Bis zuletzt warben die Parteien vor den Wahllokalen um Stimmen - und von denen gab es viele zu holen: Die Wahlbeteiligung war so hoch wie seit 1988 nicht mehr. Ein 94-Jähriger gab seine Stimme mit letzter Kraft ab und starb kurz darauf

von Sabine Brandes  27.10.2026

Knesset-Wahl

Eisenkot will Netanjahu ablösen

Netanjahus Likud liegt zwar laut ersten Prognosen vorn, doch seinem Lager fehlen viele Sitze zur Mehrheit. Ex-Militärchef Eisenkot will die Regierung ablösen – doch gelingt ihm das?

 27.10.2026

Knesset-Wahl

Lapid: Öffentlichkeit hat Netanjahu-Lager »nach Hause geschickt«

Netanjahus Likud-Partei wurde zwar laut Prognosen stärkste Kraft im Parlament, kommt aber mit ihren Partnern nicht auf eine Mehrheit. Die Opposition sagt, seine Regierung sei damit »gefeuert«.

 27.10.2026

Israel

Eisenkot-Lager liegt vor Netanjahu-Lager

Die Likud-Partei des Premiers wurde allerdings ersten Prognosen zufolge stärkste Kraft. Der Wahlausgang ist alles andere als eindeutig

 27.10.2026 Aktualisiert