Geiseln der Hamas

Arbel Yehoud soll kommende Woche freikommen

Arbel Yehoud Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Arbel Yehoud lebt und soll kommende Woche freikommen, wie die Terrororganisation Hamas am Freitag ankündigte. Eigentlich hätte die 29-Jährige, die von Terroristen des Islamischen Dschihad festgehalten wird, schon an diesem Samstag im Rahmen des Geisel-Deals befreit werden sollen – doch ihr Name stand nicht auf der Liste. Stattdessen wurden die Soldatinnen Liri Albag, Naama Levy, Karina Ariev und Daniella Gilboa befreit.

Dem Islamischen Dschihad zufolge soll Arbel Yehoud noch vor Samstag freikommen, wie ein Vertreter der Terrororganisation der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte. Der israelischen Regierung zufolge sind die Gespräche darüber noch nicht beendet.

Liri Albag, Naama Levy, Karina Ariev und Daniella Gilboa konnten endlich wieder ihre Eltern in die Arme schließenFoto: Handout IDF/Israelisches Außenministerium

Die israelische Regierung und das Militär warfen der Hamas vor, sich nicht an das Abkommen gehalten zu haben. »Die Hamas hat sich nicht an ihre Verpflichtung gehalten, die Zivilistinnen zuerst freizulassen«, sagte Militärsprecher Daniel Hagari am Samstag. Israel werde alles dafür tun, damit nicht nur Arbel Yehoud, sondern auch Shiri Bibas und ihre Kinder Ariel und Kfir bald freikommen. »Wir haben große Sorge über ihr Schicksal«, sagte Hagari.

Am 7. Oktober 2023 wurde die Bibas-Familie aus dem Kibbuz Nir Oz entführt. Vater Yarden soll getrennt von seiner Frau und den beiden Kindern gefangen gehalten werden.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Arbel Yehoud und ihr Freund Ariel Cunio wurden ebenfalls aus dem Kibbuz Nir Oz entführt. Im Gegensatz zu Yarden Bibas steht Ariel Cunio nicht auf der Liste der 33 Geiseln, die in der ersten Phase freigelassen werden sollen.

Rückkehr der Palästinenser in den Norden Gazas verzögert sich

Die israelische Regierung kündigte an, die Rückkehr der Palästinenser in den Norden des Gazastreifens erst dann zu erlauben, wenn Arbel Yehoud in Freiheit ist. Eigentlich sollte das schon vor diesem Samstag möglich gewesen sein. Der Schritt bedeutet auch, dass sich die israelische Armee noch nicht aus dem Netzarim-Korridor zurückziehen wird, der den Küstenstreifen von Ost nach West durchtrennt.

Lesen Sie auch

Das Abkommen sieht vor, dass in der ersten Phase zuerst alle Zivilistinnen und dann alle Soldatinnen freikommen sollen. Sollte sich die Hamas an die Regeln halten, hieße das, dass auch Agam Berger bald freigelassen wird. Die 20-Jährige ist die fünfte Soldatin, die aus der Militärbasis Nahal Oz entführt wurde.

Nahost

Der Lieberman-Plan

Soll das Westjordanland neu verwaltet werden?

von Sabine Brandes  10.10.2026

Kino

Ich habe »Naza« gesehen, und es ist ein übles Stück Propaganda

Es ist erschreckend zu sehen, wie große Teile der Filmwelt sich gerade selbst zu nützlichen Idioten der Hamas degradieren, indem sie ihr von Lügen und Blut getränktes Narrativ übernehmen

von Philipp Peyman Engel  10.10.2026

Essay

Drei Jahre nach dem 7. Oktober: Die Grenzen universitärer Selbstgewissheit

Antisemitismus ist an Universitäten längst kein Ausnahmeproblem mehr. Drei Jahre nach dem 7. Oktober stellt sich deshalb eine unangenehmere Frage: Was haben Universitäten über sich selbst gelernt?

von Frederek Musall  09.10.2026

Luftfahrt

Wer kontrolliert die Flüge nach Israel?

Nach dem vereitelten Anschlag auf einen Flydubai-Flug gerät das israelische Sicherheitssystem für ausländische Airlines unter Druck

von Sabine Brandes  08.10.2026

Hintergrund

Terror über den Wolken

Wie Pilot und Passagiere im Flug von Dubai nach Tel Aviv eine Katastrophe verhinderten

von Sabine Brandes  08.10.2026

Diplomatische Beziehungen

Britisches Konsulat in Jerusalem bleibt als Mission bestehen

Israel reagiert auf britische Sanktionen gegen israelische Siedlungspolitik, mehrere Diplomaten verlassen das Land. Gänzlich geschlossen wird das britische Konsulat in Ost-Jerusalem aber doch nicht

 08.10.2026

Meinung

Wenn Journalisten Terroristen sind – 170 Namen und eine unbequeme Wahrheit

Unser Autor reflektiert über die grundsätzliche Frage, was »Journalismus« in einem Gebiet bedeutet, das seit Jahren von einer totalitären Terrororganisation beherrscht wird

von Daniel Neumann  08.10.2026

7. Oktober

»Erinnern heißt auch, nach der Wahrheit zu suchen«

Bei der großen Gedenkveranstaltung im Hayarkon-Park standen die Opfer im Mittelpunkt – und die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchungskommission

von Sabine Brandes  08.10.2026

Mentale Gesundheit

Die Einsamkeit wiegt am Schwersten

Fast eine Million Israelis suchten seit Kriegsbeginn Hilfe bei der psychischen Notfall-Hotline Eran

von Sabine Brandes  07.10.2026