Nachrichten

Anschlag, Landung, Hilfe

Israelische Sicherheits- und Rettungskräfte am Anschlagsort Foto: Flash 90

Anschlag
Nach einem tödlichen Anschlag auf einen israelischen Wachmann im Westjordanland sind zwei palästinensische Tatverdächtige gefasst worden. Die beiden Tatwaffen seien bei dem Einsatz israelischer Sicherheitskräfte am Samstagabend ebenfalls gefunden worden, teilte der Inlandsgeheimdienst Schin Bet mit. Die beiden Männer würden gegenwärtig verhört. Nach israelischen Medienberichten wurden sie im Bereich der palästinensischen Stadt Salfit im nördlichen Westjordanland gefasst. Bei dem Terroranschlag am Freitagabend war der Wachmann in einem Posten am Eingang der Stadt Ariel erschossen worden. Nach israelischen Medienberichten hatte der Mann mit seinem Körper seine Verlobte geschützt, die gemeinsam mit ihm in dem Posten wachte. Die Sicherheitslage bleibt nach einer Terrorwelle in den vergangenen Wochen angespannt. Bei erneuten Zusammenstößen zwischen gewaltbereiten Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften am letzten Freitag des muslimischen Fastenmonats Ramadan auf dem Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt sind zahlreiche Menschen verletzt worden. Nach Angaben der israelischen Polizei waren mehrere Hundert Menschen, darunter auch Vermummte, beteiligt. Es wurden Steine und Feuerwerkskörper in Richtung Kotel geworfen. Muslimische Gläubige hätten teilweise den Tempelberg verlassen. Die Polizei war gezwungen, den Bereich zu betreten und die Unruhen zu beenden. dpa/ja

Landung
Sie landeten mit einem großen »Platsch« im Atlantik. Der zweite israelische Astronaut Eytan Stibbe und drei weitere Raumfahrer sind am Montagabend vor der Küste Floridas wieder zur Erde zurückgekehrt. Sie hatten 17 Tage lang im All verbracht. Die SpaceX Dragon-Kapsel »Endeavour« wasserte sicher, gehalten von vier riesigen Fallschirmen. Bei der Ankunft war das Gefährt bis auf 30 Stundenkilometer abgebremst worden. Stibbe wurde zu seiner Rückkehr von Präsident Isaac Herzog auf Twitter beglückwünscht: »Willkommen zurück auf der Erde, israelischer Astronaut Eytan Stibbe! Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Sprung für den Staat Israel und die Weltraummission der Menschheit.«

Hilfe
Als Teil der humanitären Bemühungen Israels in der Ukraine soll die neunjährige Darina nach Israel geflogen werden. Ende März wurde das Mädchen bei einem russischen Bombenangriff in ihrer Heimatstadt Tschernihiw durch Granatsplitter verletzt. Ihre Beine können nur durch eine Operation gerettet werden. Sie wird gemeinsam mit ihrer Mutter zur Behandlung im Sheba Medical Center aufgenommen. Vor einigen Tagen wurde das Mädchen mithilfe israelischer Freiwilliger aus einem Krankenhaus in Kiew zur weiteren Behandlung in das israelische Feldkrankenhaus Kochav Meir verlegt, das seit einem Monat in der Stadt Mostyska in der Westukraine in Betrieb ist. »Darinas Ankunft in Israel ist ein Teil unserer humanitären Expedition«, sagte Asaf Vivante, Direktor der pädiatrischen Abteilung des Safra-Kinderkrankenhauses im Sheba und Mitglied der in der Ukraine tätigen medizinischen Delegation.

Stachelschweine
Israels Nuklearforschungseinrichtung im Negev wird von ungewöhnlichen Gegnern heimgesucht. Vor wenigen Jahren hatte sich eine Familie von Stachelschweinen in der Nähe angesiedelt. Zunächst waren die Mitarbeiter von den scheinbar harmlosen Nachbarn entzückt. Aber im Laufe der Jahre nahm deren Zahl stetig zu. Die Einrichtung bot ihnen Sicherheit. Jetzt richten die Tiere großen Schaden an, denn sie graben unter Gebäuden und fressen Wasserleitungen an. Daraufhin wurden in den vergangenen Jahren rund 100 Stachelschweine mithilfe der nationalen Park- und Naturbehörde gefangen und umgesiedelt.

Flüge
Das israelische Tourismusministerium bietet finanzielle Anreize, um in der Wintersaison Flüge von Europa zum Flughafen Ramon bei Eilat durchzuführen. Jede Airline, die Ramon direkt anfliegt, soll einen Zuschuss von 60 Euro pro Passagier erhalten, mit Ausnahme der Ferienzeiten. Das Ministerium vermarktet Eilat und den Süden als Urlaubsziel mit praktisch ganzjährig warmem Wetter. Die Zahl der Touristen, die in der Wintersaison 2019/2020 dort landeten (bis zur Einstellung des Tourismus im März 2020 aufgrund der Pandemie), lag bei etwa 150.000. Tourismusminister Yoel Razvozov: »Ich sehe große Bedeutung darin, Israel zu einem attraktiven Reiseziel für Touristen aus der ganzen Welt zu machen, mit Schwerpunkt auf Ländern mit sehr kalten Wintern.«

Job
Der Vorstand von EL AL hat Dina Ben Tal Ganancia zur Geschäftsführerin ernannt. Sie wird die erste Frau an der Spitze des Unternehmens seit dessen Gründung im Jahr 1948 sein, teilte die israelische Fluggesellschaft mit. Ben Tal Ganancia war bisher Vizepräsidentin im Bereich Commercial and Industry Affairs und wird Nachfolgerin von Avigal Soreq, der den Posten seit Ende 2020 innehatte. Die neue Chefin ist bereits seit 14 Jahren bei EL AL und arbeitete zuvor als externe Beraterin.

Licht
LumiWeave, initiiert von Anai Green, ist das Gewinnerprojekt des internationalen Technologie-Wettbewerbs »Women for Climate«, der von der Organisation C40 ins Leben gerufen wurde. Das Projekt sei »eine grüne, flexible und kostengünstige Lösung zur Beschattung und schadstofffreien Beleuchtung im öffentlichen Raum«. Im Mittelpunkt steht eine innovative Platte, die Energiegewinnung und Beleuchtung kombiniert. LumiWeave ist ein umweltfreundliches System ohne Emissionen, das sofort nach der Installation Schatten und Licht spendet, ohne dass Strom erforderlich wäre. Es produziert auch nach drei Tagen ohne Sonne noch Licht. Nun wird es als Pilotprojekt in einem Park in Tel Aviv installiert. Die Stadt ist Mitglied der internationalen Organisation C40, einem weltweiten Netzwerk von Großstädten, das sich für Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise einsetzt.

Shelly Meyer

Kommentar

Wer tatsächlich vom »Judenfetisch« profitiert

150 Juden in Berlin haben mit einem Offenen Brief die Linkspartei unterstützt - das sind etwa 0,4 Prozent der Berliner jüdischen Stimmen. Doch sie könnten für die breite Öffentlichkeit kaum wertvoller sein

von Shelly Meyer  04.10.2026

Kommentar

Fair Play – es sei denn, es geht um Israel

Irlands Nationalspieler verweigern Israelis den Handschlag, diskutieren darüber, ob sie überhaupt gegen sie antreten wollen – und die UEFA schweigt. So funktioniert die schleichende Etablierung von Antisemitismus als Akt des vermeintlichen humanitären Widerstandes

von Dorothea Schupelius  02.10.2026

Terror

Held von Flug FZ1073: Jetzt spricht erstmals der Flydubai-Pilot

Der bei dem Messerangriff in einer Flydubai-Maschine von Dubai nach Tel Aviv verletzte Flugkapitän äußert sich zu den Vorgängen im Cockpit. Er berichtet auch, was ihm Mut gegeben hat

 02.10.2026

Nahost

Flydubai-Drama: Auch VAE-Vertreter spricht von Terror

Aus Israel kam schon früh die Einschätzung, dass es sich bei dem Vorfall um einen Anschlagsversuch handelte. Nun äußert sich ein emiratischer Regierungsvertreter ähnlich

 02.10.2026

Kibbuz Nahal Oz

Drei Jahre nach dem Hamas-Angriff entsteht die Kollektivsiedlung neu

Der 7. Oktober 2023 hat eine tiefe Wunde in die israelischen Gemeinden entlang des Gazastreifens gerissen. Mittlerweile ist der Wiederaufbau in vollem Gange – mit gemischten Gefühlen

von Andrea Krogmann  02.10.2026

Jerusalem

Herzog über mögliche Linken-Regierung in Berlin: »Das ist äußerst verstörend«

Im ausführlichen Interview mit der WELT spricht der israelische Präsident auch über den »Fly Dubai«-Angriff, den Iran und das britische Embargo gegen sein Land

 02.10.2026

Tel Aviv

Nach Geiselhaft: »Das Leben wird nie wieder dasselbe sein«

Am 07. Oktober 2023 überfielen Terroristen aus dem Gazastreifen Grenzorte in Israel. Sie ermordeten und entführten viele Menschen, darunter auch Deutsche. Wie geht es den ehemaligen Geiseln heute?

von Cindy Riechau  02.10.2026

Besuch

Berlins scheidender Regierungschef reist nach Israel

Israels Botschafter in Deutschland äußerte kürzlich Sorge um die Sicherheit der jüdischen Community in der deutschen Hauptstadt. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner reist nun nach Tel Aviv

 02.10.2026

Tel Aviv

»Es ist viel sicherer, mit einer israelischen Airline zu fliegen«

Der Sicherheitsexperte Eyal Tsir Cohen über den Anschlag auf den »Fly Dubai«-Flug, die aktuelle Terrorbedrohung im Luftverkehr und die Effizienz israelischer Maßnahmen

von Detlef David Kauschke  02.10.2026