Israel

Angst vor Ebola

Premierminister Benjamin Netanjahu bei einer Beratung zu Ebola-Schutzmaßnahmen Foto: Flash 90

Bislang ist noch kein Fall bekannt, doch auch in Israel nimmt die Angst vor dem Ebola-Virus zu. Premierminister Benjamin Netanjahu tagte am Wochenbeginn gleich zweimal mit seinem Kabinett, um Maßnahmen zu besprechen, damit die tödliche Krankheit nicht ins Land eingeschleppt wird. Vertreter der Polizei, der Flughafenbehörde und der Armee nahmen an den Treffen teil.

Netanjahu beschrieb Ebola neben der illegalen Einwanderung und dem Terrorismus als eine der drei Bedrohungen an der Grenze: »Um unsere Grenzen zu schützen, ist es Aufgabe des Staates, den Zutritt von Ebola-Patienten zu verhindern – so weit das möglich ist«, erklärte der Ministerpräsident. »Es ist eine globale Epidemie, und wir arbeiten mit anderen Ländern zusammen.«

Prozedur Auch Reisewarnungen für die am schwersten von der Krankheit betroffenen Länder Westafrikas, Guinea, Liberia und Sierra Leone, sind erlassen worden. Israelis sollten diese Gegenden meiden, hieß es. Für die Ankunft von Reisenden aus diesen Staaten sind besondere Richtlinien verabschiedet worden. Schilder auf Hebräisch, Englisch, Französisch und Arabisch an den Flug- und Seehäfen informieren die Menschen jetzt über die Prozeduren: Jeder, der aus diesen Ländern nach Israel einreist, muss Fragen beantworten und den Behörden Kontaktdetails überlassen.

Informationsbroschüren erläutern, dass jeder, der innerhalb von 21 Tagen ein Fieber entwickelt, sich sofort in ein Krankenhaus begeben muss. »Kranke werden bereits am Flughafen isoliert«, fügt der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Arnon Afek, hinzu. »Reisende, die bereits Fieber haben, werden umgehend in die Notaufnahme gebracht.«

Im Anschluss an die Sitzungen wies das Gesundheitsministerium die Krankenhäuser an, Übungen abzuhalten. Damit soll sichergestellt werden, dass die Einrichtungen in der Lage sind, mit Patienten umzugehen, die mit Symptomen oder sogar tatsächlich dem Ebola-Virus eingeliefert werden. »Wir wollen garantieren, dass sie auf jedes Szenario eingestellt sind, das mit Ebola zu tun hat«, sagte Afek, warnte jedoch gleichsam vor Panikmache: »Wir folgen der Entwicklung in der ganzen Welt und passen unsere Standards an. Doch man muss bedenken, das nicht viele Israelis in die entsprechenden Länder reisen.«

IsraAid Zur Hilfe vor Ort schickte Jerusalem vor einigen Tagen drei Teams mit Feldlazaretten in westafrikanische Länder. Helfer der Organisation IsraAID sind zudem in Sierra Leone unterwegs, um der Bevölkerung und lokalem medizinischen Personal mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Die Sicherheitskräfte in Israel arbeiteten eng zusammen, um die Gefahr zu bannen, betonte die Regierung am Sonntag. Sogar mit palästinensischen Kollegen funktioniere die Kooperation. Offizielle der Palästinensischen Autonomiebehörde nahmen an den Besprechungen teil und stimmten überein, dass alles getan werden müsse, um die Ebola-Krise nicht in den Nahen Osten schwappen zu lassen.

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