Jerusalem

Angespannte Lage

Am Donnerstagmorgen ist es am Tempelberg erneut zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Polizisten gekommen. Die Palästinenser schossen Feuerwerkskörper, warfen Steine auf Polizisten und verbarrikadierten sich in der Al-Aksa-Moschee, wie israelische Medien berichteten. Zuvor hatten Hunderte Juden versucht, unter Polizeischutz die heilige Stätte zu besuchen.

Am Tag zuvor hatten sich einige Hundert rechtsorientierte Israelis in Jerusalem zu einem umstrittenen Flaggenmarsch versammelt, der entlang der Mauern der Altstadt führen sollte, obwohl die Polizei dies verboten hatte. Es kam zu Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften.

Auch der rechtsgerichtete Abgeordnete Itamar Ben Gvir ist Teilnehmer des Marsches. Regierungschef Naftali Bennett hatte vorher angeordnet, Ben Gvir daran zu hindern, zum Damaskustor zu gelangen, das in die Altstadt führt. »Ich werde nicht zulassen, dass eine politische Provokation Soldaten und Polizisten gefährdet und ihre ohnehin schon schwere Aufgabe noch schwerer macht.«

sicherheit »Unsere Polizisten und Soldaten werden sich weiterhin darauf konzentrieren, die Sicherheit der Bürger Israels in Jerusalem und im ganzen Land zu gewährleisten, und werden den palästinensischen Terrorismus weiterhin entschlossen bekämpfen«, führte Bennett aus.

Währenddessen bleibt die Sicherheitslage in Jerusalem weiterhin angespannt.

Zuvor hatten Tausende von Menschen am Mittwochmorgen am zweiten traditionellen Priestersegen – dem Birkat Hakohanim – während der Pessach-Woche teilgenommen. Währenddessen bleibt die Sicherheitslage in Jerusalem weiterhin angespannt.

Zahlreiche Straßen in der Gegend waren für den Verkehr gesperrt. Die Veranstaltung endete ohne größere Zwischenfälle. Die Behörden gaben an, dass sich weniger Gläubige als in den Vorjahren zum Gebet versammelt hatten.

BRANDBOMBEN Jedoch wurden anschließend einige Konfrontationen auf dem Tempelberg zwischen der israelischen Polizei und extremistischen Palästinensern gemeldet, es seien Steine und Molotowcocktails auf Sicherheitskräfte geschleudert worden. Mehrere Brandbomben hätten kleinere Brände in einer Moschee ausgelöst, die jedoch rasch gelöscht worden seien. Während des Fastenmonats Ramadan beten jeden Tag Zehntausende von muslimischen Gläubigen friedlich in der Al-Aksa-Moschee.

Vor dem geplanten Flaggenmarsch warnte die im Gazastreifen regierende Hamas-Terrororganisation am Mittwoch: »Unser Finger ist am Abzug.« Einen Tag zuvor war zum ersten Mal seit Monaten eine Rakete aus dem Gazastreifen auf israelisches Kernland abgeschossen worden. Es wurde dabei niemand verletzt. Stunden später feuerte die israelische Armee bei einem Vergeltungsangriff auf Ziele der Hamas in der Enklave.

Bislang hat keine Gruppe im Gazastreifen die Verantwortung für den Beschuss übernommen. Angeblich aber habe sich die Hamas über ägyptische Vermittler an Israel gewandt, um zu betonen, dass sie nicht an einer weiteren Eskalation interessiert sei und nicht hinter dem Angriff stecke.

Hamas Unruhen rund um den Ramadan im Mai des vergangenen Jahres hatte die Hamas zum Anlass genommen, Raketen auf Jerusalem abzufeuern. Eine elftägige militärische Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hamas war die Folge. Außerdem brach Gewalt in vielen jüdisch-arabisch gemischten Städten Israels aus.

Während der Pessach-Woche haben israelische Sicherheitskräfte zudem weit verbreitete Verhaftungen im palästinensischen Westjordanland durchgeführt. Bei einer Reihe von Terroranschlägen in Israel wurden in den vergangenen drei Wochen 14 Menschen von palästinensischen Terroristen ermordet.

Nahost

Ben-Gvir will mehr Menschen im Gazastreifen töten lassen

Jede Nacht sollten »30 bis 40« Menschen »entfernt« werden, fordert der israelische Polizeiminister

 17.08.2026

Tel Aviv

Immer weniger Israelis kehren aus dem Ausland zurück

Der Knessetabgeordnete Gilad Kariv wirft der Regierung vor, die Rückkehr von Israelis aus dem Ausland nicht zu einer politischen Priorität gemacht zu haben

 17.08.2026

Straßenverkehr

KI-Ampeln sollen in Israel 771 Stunden pro Tag sparen

Das staatliche Straßeninfrastrukturunternehmen Netivei setzt auf Ampeln, die sich mithilfe künstlicher Intelligenz laufend an die aktuelle Verkehrslage anpassen

 17.08.2026

Tel Aviv

Yoseph Haddad gründet Partei

Der arabisch-israelische Aktivist startet im Vorfeld der für den 27. Oktober vorgesehenen Knesset-Wahlen eine Kampagne

 17.08.2026

Westjordanland

US-Delegation will attackiertes Dorf Qusra im Westjordanland besuchen

Nach einem Bericht des israelischen Senders Kanal 12 wollen sich die US-Vertreter vor Ort ein eigenes Bild von der Lage machen. Diese bleibt angespannt

 17.08.2026

Jerusalem

Israel und Honduras vertiefen sicherheitspolitische Kooperation

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz sowie sein honduranischer Amtskollege Enrique Rodríguez Burchard unterzeichneten ein »Memorandum of Understanding«

 16.08.2026

Kairo

Jared Kushner führt Gespräche über Gaza in Ägypten

Der Schwiegersohn von US-Präsident Trump will in Ägypten Fortschritte im seit langem festgefahrenen Friedensplan für den Gazastreifen erzielen

 16.08.2026

Archäologie

1.300 Jahre altes »Industriegebiet« in Israel gefunden

Sorgsame Planung, vielseitige Nutzung: Industrie- und Gewerbegebiete waren offenbar auch schon vor 1.300 Jahren stadtplanerische Vorzeigeobjekte, wie ein Fund in Israel zeigt

 16.08.2026

Großbritannien

Israels Marathon-Team gewinnt Gold bei Leichtathletik-EM

In Birmingham liefern die israelischen Läufer die beste Teamleistung über 42,195 Kilometer. Bester Einzelläufer ist Gashau Ayale, der hinter einem Deutschen und einem Italiener auf Platz drei landet

 16.08.2026