Golanhöhen

1700 Jahre alter Stein begeistert Archäologen

Der Grenzstein von Nafah Foto: Assaf Peretz (Israelische Antiquitätenbehörde)

Golanhöhen

1700 Jahre alter Stein begeistert Archäologen

Antikes Stück wurde zufällig bei Arbeiten an einer Wasserleitung gefunden

von Sabine Brandes  28.10.2020 10:30 Uhr

Immer wieder tauchen in Israel zufällig historische Artefakte im Boden auf. Manche sind selten und verraten Geheimnisse der Vergangenheit. Wie vor einigen Tagen, als Angestellte der Wasserbehörde Mekorot bei Arbeiten an einer Wasserleitung in den Golanhöhen auf etwas Hartes stießen. Sie buddelten vorsichtig weiter – und zum Vorschein kam ein antiker Grenzstein, dessen Alter Archäologen auf 1700 Jahre schätzen.

DORF Die sofort gerufenen Fachleute der israelischen Antiquitätenbehörde sahen, dass der Stein mit Buchstaben versehen ist. Eingemeißelt in griechischen Lettern ist der Name »Kfar Nafah«, was für »Dorf Nafah« steht.

Eine israelische Kaserne in der Gegend trägt denselben Namen. Sie ist nach dem einstigen syrischen Dorf benannt, das hier vor dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 gelegen hatte. Die Forscher der Behörde sind begeistert.

»Die Erhaltung des Namens ist überraschend und faszinierend.«

Israelische Antiquitätenbehörde

»Es ist aufregend zu sehen, dass der Name dieses Ortes so lange bewahrt wurde. Sogar wenn keinerlei Zeichen einer Besiedlung zu sehen sind«, erläutern sie. Seit byzantinischer Zeit bis in die Moderne hinein seien mit Ausnahme der Mamelukken-Zeit (13. bis 15. Jahrhundert) keine Siedlungen in dem Gebiet bekannt. Die Erhaltung des Namens sei daher »überraschend und faszinierend«.

GRABSTEIN Die Ausgrabungen werden von Dina Avshalom-Gorni und Yardenna Alexandre von der Antiquitätenbehörde geleitet. Für die Übersetzung sind Danny Ayon (Antiquitätenbehörde) und Professor Haim Ben-David vom Kinneret College zuständig. Der Grenzstein sei nach seiner ursprünglichen Nutzung zweckentfremdet und als Grabstein verwendet worden.

Steine dieser Art seien während der Regentschaft des römischen Kaisers Diokletian um das Jahr 300 als Begrenzungen von Dörfern aufgestellt worden. Zweck sei es gewesen zu erkennen, an welcher Stelle man Steuergelder einsammeln könne, sind die Archäologen sicher.

Tel Aviv

Erster Hantavirus-Fall in Israel registriert

Die betroffene Person soll sich vor mehreren Monaten während eines Aufenthalts in Osteuropa angesteckt haben

 08.05.2026

Jerusalem

Bennett verklagt Ministerin und Fernsehsender wegen Behauptungen über psychische Erkrankung

Der Oppositionspolitiker fordert laut israelischen Medienberichten Schadenersatz in Höhe von zwei Millionen Schekel (0,59 Millionen Euro)

 08.05.2026

Jerusalem/Washington D.C./Ankara

Israel und USA wollen neue Gaza-Flottille stoppen, bitten Türkei um Hilfe

Konkret geht es demnach um 15 Boote, die sich in türkischen Häfen befinden und Teil der sogenannten »Global Sumud Flotilla« werden sollen

 08.05.2026

Meinung

LMU München: Ein Abschiedsbrief an meine geliebte Alma Mater

Ein Liebesbrief aus Enttäuschung an eine Universität, die sich selbst zu verlieren droht

von Guy Katz  08.05.2026

Tel Aviv

Sirenen und Schlagzeilen

Unsere Israel-Korrespondentin Sabine Brandes über das Arbeiten im Ausnahmezustand

von Sabine Brandes  07.05.2026

Redaktion

Die Menschen hinter der Jüdischen Allgemeinen

Wer textet und redigiert, gestaltet, illustriert und organisiert heute die Jüdische Allgemeine? 18 Menschen, neun Ressorts – wir stellen uns vor

 07.05.2026

Essay

Brandbeschleuniger Hass auf Israel: Der Gesetzgeber darf nicht länger wegschauen

Wer auf unseren Straßen »Tod Israel« ruft, kann bislang in der Regel ohne strafrechtliche Konsequenzen bleiben. Das zermürbt die Demokratie

von Volker Beck  07.05.2026

Luftfahrt

El Al eröffnet größte koschere Fluglinien-Küche der Welt

El-Al-Chef Levi Halevi sagt, das Projekt sei Teil einer langfristigen Strategie zur Verbesserung des Reiseerlebnisses

 07.05.2026

Jerusalem

Netanjahu: »Vollständige Koordination« mit den USA zu Iran

Israel bereite sich auf unterschiedliche Entwicklungen vor, sagt der israelische Ministerpräsident. »Wir sind auf jedes Szenario vorbereitet.«

 07.05.2026