Sexuelle Gewalt der Hamas

»Als wäre dein Blut billig ...«

Das Gelände des Nova-Festivals nach den Massakern vom 7. Oktober Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Zum ersten Mal hat ein männlicher Überlebender des verheerenden Hamas-Massakers beim Nova-Musikfestival öffentlich erklärt, dass er von Terroristen vergewaltigt worden sei. Der junge Israeli sprach unter Wahrung seiner Anonymität im Fernsehkanal 12 über sein Martyrium. Er wird als Dalet bezeichnet, mit dem vierten Buchstaben des hebräischen Alphabets.

Das Opfer war mit Hunderten anderen auf der Flucht vor Terroristen, die am frühen Morgen des 7. Oktober in das Festival in der Nähe des Kibbuz Re’im einfielen, als es nach eigener Aussage von Kräften der Nukhba-Einheit der Hamas gefasst wurde.

Tausende Terroristen drangen vom Gazastreifen an diesem Schwarzen Schabbat in südliche Gemeinden Israels ein, töteten mehr als 1.200 Menschen und verschleppten 251 Geiseln in den Gazastreifen.

Die Terroristen der Hamas erniedrigten ihre Opfer

»Sie drücken dich zu Boden, du versuchst, dich zu wehren, sie ziehen dir die Kleider aus, lachen dich aus, erniedrigen dich, spucken dich an«, erzählte er mit gebrochener Stimme. »Sie berühren deine Geschlechtsteile, sie vergewaltigen dich. Es bildet sich ein Kreis, sie lachen, und du weißt in dem Moment nicht, was du tun sollst, ob du dich wehren oder es durchgehen lassen sollst. Wie du mit der ganzen Situation umgehen sollst.«

»Es ist ein unglaublich harter Moment. Schwäche im ganzen Körper. Als wäre dein Blut billig ... Sie waren wild von Drogen, feierten, lachten und fuchtelten mit ihren Pistolen, mit ihren Messern herum.« Er habe sich von der Situation »einerseits dissoziiert, sie andererseits sehr stark erlebt.«

Es sei eine »sehr schwere Vergewaltigung« gewesen, so Dalet leise. Irgendwann seien andere Terroristen gekommen, die nach ihnen [den Vergewaltigern] riefen, und sie hätten von ihm abgelassen. Anschließend habe er fliehen können und sei später von israelischen Soldaten gerettet worden.

»Sie waren wild von Drogen, feierten, lachten und fuchtelten mit ihren Pistolen, mit ihren Messern herum.«

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Auf die Frage in dem Bericht, wie er mit einer derart traumatisierenden Erfahrung zurechtkomme, antwortete er: »Am Anfang war es extrem schwer, ich verschloss mich der Außenwelt.« Er berichtete auch von einer zwanghaften Fixierung auf Reinlichkeit nach dem Massaker. »Viele, viele Duschen, um all dies loszuwerden. Alles, was passiert ist.«

Die schockierenden Aussagen von Dalet sind ein weiterer Beweis dafür, dass die Opfer – sowohl Männer als auch Frauen – während des Massakers von den Hamas-Männern sexuell missbraucht wurden. Aussagen aus erster Hand über solche Taten seien selten, heißt es in dem Fernsehbericht, da die meisten Opfer von den Terroristen nach den brutalen Vergewaltigungen ermordet wurden. Eine Tatsache, die Israel-Kritiker weltweit auf zynische Weise nutzen, um Zweifel an den Vorwürfen zu äußern. Um dem zu begegnen, hat Dalet nicht nur mehrere medizinische Gutachten eingeholt, sondern sich zudem freiwillig einem Lügendetektortest unterzogen.

Er erstattete auch Anzeige bei der Polizei, die eine Sondereinheit gründete, die Sexualverbrechen untersucht, die von den Terroristen am 7. Oktober begangen wurden. Diese Einheit sammelt Zeugenaussagen von Überlebenden und Rettungspersonal sowie Beweismaterial und Geständnisse von festgenommenen Tätern.

Dalets Aussage ist Teil einer Sammelklage der Nova-Opfer

Dalets Aussage ist Teil einer Sammelklage, die von mehr als 100 Überlebenden des Festivals gegen den Staat Israel eingereicht wurde. Es werden darin mehr als 500 Millionen Schekel, umgerechnet etwa 125 Millionen Euro, staatliche Unterstützung für die Opfer gefordert. »Viele von ihnen können weder ihre Arbeit aufnehmen noch ihr Leben auf normale Weise führen«, erklärt die Sprecherin der Anwälte, die die Überlebenden des Massakers vertreten, Einat Ginzburg.

In einem Bericht der Vereinten Nationen über sexuelle Gewalt in Konflikten vom Februar heißt es: »Es gibt hinreichende Gründe für die Annahme, dass es während der Anschläge vom 7. Oktober an mehreren Orten in der Umgebung des Gazastreifens zu konfliktbezogener sexueller Gewalt kam.«

Zurückgekehrte israelische Geiseln berichteten zudem, dass sie in der Gefangenschaft der Hamas sexueller Gewalt ausgesetzt waren. Wie Amit Soussana, die es selbst erleiden musste, und die als erste Geisel darüber öffentlich sprach, »um das Bewusstsein auf die anderen Menschen zu lenken, die noch immer in Gaza sind«, wie sie dazu erklärte. Fast zehn Monate nach dem Massaker sind noch mehr als 100 Geiseln in der Gewalt der Hamas und sicher werden viele von ihnen sexuell missbraucht – an diesem Tag, in dieser Stunde, in dieser Minute.

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