Berlin-Kreuzberg

Wiederaufbau am Fraenkelufer

Das Kuratorium und die Synagogenbau-Pläne Foto: Jerome Lombard

Der Wiederaufbau der Synagoge am Fraenkelufer in Berlin-Kreuzberg rückt näher. Am Montag vergangener Woche kam das Kuratorium zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Das 18-köpfige Gremium soll einen Zeitrahmen festlegen sowie einen Finanzierungsplan für das Bauprojekt erarbeiten.

In der nichtöffentlichen Sitzung wurde der Berliner SPD-Fraktionsvorsitzende und Projektinitiator Raed Saleh einstimmig zum Kuratoriumsvorsitzenden, zu seiner Stellvertreterin die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), gewählt. »Mit dem Wiederaufbau der Synagoge am Fraenkelufer senden wir eine klare Botschaft, dass jüdisches Leben Teil der deutschen Leitkultur ist«, sagte Saleh. Die Initiative sei ein wichtiger Beitrag zum interreligiösen Dialog im multikulturellen Kreuzberg, »jenseits jeglicher Lippenbekenntnisse«.

ZEICHEN Es freue ihn sehr, dass »sowohl Vertreter des Landes als auch der Zivilgesellschaft den Synagogenbau unterstützen«, sagte dazu der Berliner Gemeindevorsitzende Gideon Joffe, der im Kuratorium die Jüdische Gemeinde zu Berlin vertritt.

Als Vertreter der Fraenkelufer-Gemeinde sind Nina und Dekel Peretz in dem neuen Gremium vertreten. »Der geplante Wiederaufbau der Kreuzberger Synagoge ist ein wichtiges Projekt für die Gemeinde und den Bezirk«, betonte Dekel Peretz.

Um den geschichtlichen Bruch zu verdeutlichen, soll der Neubau heller werden als sein Vorgänger.

Die wachsende Synagogengemeinde in Kreuzberg benötige dringend mehr Platz für Gottesdienste, Bildungsprogramme und eine Kindertagesstätte. »Der Neubau ist auch ein Zeichen für Toleranz und Optimismus für die Zukunft«, sagte Peretz.

Die 1916 errichtete Synagoge wurde 1938 und später durch Bombeneinschläge schwer beschädigt. 1958 wurde der Großteil der noch stehenden Hausteile abgerissen. Als Gebetsstätte nutzt die Synagogengemeinde den Seitenflügel. Der Wiederaufbau soll rund 20 Millionen Euro kosten und fünf bis sieben Jahre dauern. Die Pläne sehen einen weitestgehend originalgetreuen Wiederaufbau vor.

FINANZIERUNG Um den geschichtlichen Bruch zu verdeutlichen, soll der Bau allerdings heller werden als sein Vorgänger. Das Bauprojekt soll vor allem durch Spendengelder finanziert werden. Das Land Berlin will sich mit zwei Millionen Euro beteiligen. Das nächste Mal berät das Kuratorium im Oktober.

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