Mainz

Wahlen verschleppt?

Schönes Haus: Doch in der Mainzer Gemeinde ist eine Opposition gegen die Vorsitzende entstanden. Foto: ddp

Der 25. August soll die Entscheidung bringen. So jedenfalls sieht es die Opposition in der Jüdischen Gemeinde Mainz, die offenbar unzufrieden mit ihrer derzeitigen Vorsitzenden Stella Schindler-Siegreich ist. Denn eigentlich sollte am 30. Juni gewählt werden. Die Sitzung Ende Juni wurde jedoch abgebrochen.

Zunächst war durch einen Fehler des Rechnungsprüfers keine ordnungsgemäße Entlastung des Vorstands möglich. Nach vielen Debatten, die sich stundenlang hingezogen hatten, und bei brütender Hitze hatte die Vorsitzende die Sitzung – in Abstimmung mit ihren Vorstandskollegen – vor der Wahl beendet.

Demokratie Das Wahlprozedere hätte sich weitere Stunden hingezogen, so Stella Schindler-Siegreich. Das sei vor allem für ältere Mitglieder, oder solche, die aus Worms kamen, nicht zumutbar gewesen. Ein früherer Termin war bereits wegen wichtiger anderer Dinge verschoben worden. Damit habe »die Vorsitzende gegen demokratische Gepflogenheiten« verstoßen, meldet sich jetzt die Opposition zu Wort.

Nun soll es also der 25. August richten. Die seit 2004 amtierende Schindler-Siegreich sieht sich einer Gegenpartei von etwa 150 Gemeindemitgliedern gegenüber. So viele jedenfalls haben einen Misstrauensantrag unterschrieben, in dem sie der Gemeindevorsitzenden vorwerfen, sie seien »ihres satzungsgemäßen Rechts auf Wahlen beraubt« worden. Daher, so heißt es weiter, betrachteten sie »den derzeitigen Vorstand als nicht legitim«.

Die Gemeinde Mainz hat einen Wahlrhythmus von zwei Jahren, eine Zeit, in der kaum Projekte und Programme zu Ende gebracht werden können. Auch im Vergleich mit anderen Gemeinden, die drei-, manche sogar vierjährige Amtszeiten kennen, ist die Mainzer Legislaturperiode äußerst kurz.

Gegenkandidat Schindler-Siegreichs Entscheidungen hätten ihm oftmals nicht gefallen, begründet Peter Waldmann, Vorsitzender des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, kürzlich seine Gegenkandidatur. Andere Mitglieder hatten Schindler-Siegreich Diktatur vorgeworfen. Sie selbst will dazu nicht Stellung nehmen. Oftmals meldeten sich in solchen Situation Personen zu Wort, die sonst im Gemeindeleben kaum eine Rolle spielten, meinte sie einmal in einem Gespräch.

Die Mainzer Gemeinde hat ihrer Vorsitzenden jedoch einiges zu verdanken. Nach jahrelangem Hin und Her hatte sie es geschafft, den Bau der neuen Synagoge zu erwirken, die 2010 eröffnet werden konnte. Außerdem hatte sie mit Julien Chaim Soussan nach jahrelanger Vakanz einen Rabbiner angestellt und damit einen attraktiven Rahmen für das jüdische Leben der rund 1030 Gemeindemitglieder geschaffen.

Fest

Magdeburger Synagogen-Gemeinde hat neue Torarolle eingeweiht

Mit dem Fest der Toravollendung konnte die neue Torarolle der Magdeburger Synagogen-Gemeinde eingeweiht werden. Traditionell wurden die 5 Bücher Mose von einem Sofer genannten Schreiber in Israel angefertigt

von Thomas Nawrath  20.05.2026

Berlin

»Ein leuchtendes Beispiel«

Jüdische Gemeinde Chabad zeichnet die First Lady Elke Büdenbender für ihr Engagement zur Stärkung jüdisches Lebens in Deutschland aus

 20.05.2026

Chemnitz

Ausstellung zum Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz

»Jetzt erst recht!«: Eine Ausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie erinnert an den mutigen Neuanfang der jüdischen Gemeinde Chemnitz 1945

 18.05.2026

Baden-Württemberg

»Voices of Hope« - Stuttgart ist Bühne für Jewrovision

Die Veranstalter sprechen vom größten jüdischen Gesangs- und Tanzwettbewerb Europas: Am Freitag startet die Jewrovision in Stuttgart. Vorbild ist der ESC, der parallel in Wien stattfindet - jedoch mit anderen Tönen

von Leticia Witte  12.05.2026

Anschlag

Hakenkreuz an Synagoge in Cottbus

Innerhalb weniger Tage ist die Cottbuser Synagoge zweimal von Unbekannten beschmiert worden. In der Nacht zum Montag wurde an der Fassade ein Hakenkreuz entdeckt. Zeitgleich wurde ein alternatives Wohnprojekt mit einer Rauchbombe attackiert

 27.04.2026

Berlin

Berliner Rabbinerin wird Präsidentin der Rabbinical Assembly

Mit Gesa Ederberg übernimmt erstmals eine Europäerin das Spitzenamt der internationalen Organisation

 18.03.2026

Daniel Grossmann

»Wir bleiben sichtbar«

Der Münchener Dirigent erhält die Wilhelm-Hausenstein-Ehrung

von Esther Martel  04.03.2026

Sicherheit

»Keine jüdische Veranstaltung soll je abgesagt werden müssen«

Nach dem Massaker von Sydney wendet sich Zentralratspräsident Josef Schuster in einer persönlichen Botschaft an alle Juden in Deutschland: Lasst euch die Freude an Chanukka nicht nehmen!

von Josef Schuster  17.12.2025

Osnabrück

Rabbiner Teichtal: »Unsere Aufgabe ist es, nicht aufzugeben«

»Wer heute gegen Juden ist, ist morgen gegen Frauen und übermorgen gegen alle, die Freiheit und Demokratie schätzen«, sagt der Oberrabbiner

 24.10.2025