Gemeinde

Sparen vertagt

Nicht mit uns: Die Berliner Gemeinde erteilt dem harten Sparkonzept eine Absage. Foto: cc

»Unsere Unterstützung haben Sie auch in Zukunft.« Diesen klaren Satz sagte Berlins Kulturstaatssekretär André Schmitz bei der Repräsentantenversammlung (RV) vergangene Woche, und er betonte, dass die Gemeinde sparen müsse. Dennoch lehnte die Mehrheit der RV das vom Vorstand ausgearbeitete Sparkonzept ab.

Somit stimmte sie für das Weiterbestehen einer Betriebsrente, die höher ist als die im öffentlichen Dienst. Die Differenz muss die Gemeinde alleine tragen. »Bereits 2020 werden die Einnahmen nicht mehr reichen, um noch die Betriebsrenten zu zahlen«, sagte Finanzdezernent Jochen Palenker. Er vermute, dass das zum »Bankrott der Gemeinde« führen werde.

3,4 Millionen Wegen der überhöhten Rentenzahlungen zwischen 1996 bis 2006 fordert der Berliner Senat 9,3 Millionen Euro von der Gemeinde zurück. Zuvor hatte Schmitz angedeutet, dass es möglich sei, einen Teil – wie die Zinsen von 3,4 Millionen Euro – zu erlassen, wenn die Gemeinde dem Sanierungspaket zustimmte.

»Wir alle können nicht über Jahre mehr Geld ausgeben, als wir einnehmen«, sagte Schmitz gleich zu Beginn. Die Gemeinde müsse alle Anstrengungen unternehmen, um das Haushaltsdefizit zu überwinden. Auch wenn unangenehme Entscheidungen dazugehören sollten, betonte er. »Es darf so nicht weitergehen. Sie werden in dieser Form handlungsunfähig und müssen das strukturelle Defizit in den Griff bekommen.« Laut Palenker ist die Gemeinde im Jahr 2010 mit elf Millionen Euro überschuldet gewesen.

7. Oktober

»Wir erinnern nicht schweigend«

Melody Sucharewitz über ihren Kampf gegen das Vergessen des 7. Oktober bei der Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Rede im Wortlaut

von Melody Sucharewicz  08.10.2026

Frankfurt

Jüdische Gemeinde Frankfurt erhöht Druck auf Hessischen Rundfunk

Im Streit um das in der NS-Zeit enteignete Grundstück der örtlichen B’nai-B’rith-Loge stehen nun auch personelle Konsequenzen im Raum

 25.09.2026

Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille für Grünen-Ministerin Mona Neubaur

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit über 30 Jahren Menschen oder Institutionen der nichtjüdischen Öffentlichkeit

 14.09.2026

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Berlin

Wahlkampfdebatte im Gemeindehaus

Die Jüdische Gemeinde lud anlässlich der bevorstehenden Wahl die Spitzenkandidaten von CDU, Linken, Grünen und SPD zum Podiumsgespräch. Am Ende wurde mal wieder über Antisemitismusdefinitionen gestritten

von Debora Eller  10.09.2026

Viktoria Ladyshenski

Schleswig-Holstein

»Wir packen unsere Koffer«

Viktoria Ladyshenski, Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein, warnt, dass die Gefahr durch linken und islamistischen Antisemitismus in Deutschland nicht ernst genug genommen wird

 08.09.2026

Sachsen-Anhalt

Landeszentrale unterstützt Fahrten von Schülern zu jüdischen Gemeinden

Seit Jahren können Schulklassen für Fahrten zu Gedenkstätten Zuschüsse beim Land Sachsen-Anhalt beantragen. Künftig soll auch jüdisches Leben sichtbar gemacht werden, weshalb das Land die Förderung ausweitet

 31.08.2026

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026