Studium

Oldenburger Ausbildung

»Ich glaube, es ist der erste Kooperationsvertrag einer Universität mit einer jüdischen Gemeinde«, sagt Sara-Ruth Schumann, Gemeindevorsitzende in Oldenburg. Am 13. Juli unterzeichneten die Universität Oldenburg und die Jüdische Gemeinde einen entsprechenden Vertrag: Ab dem Wintersemester werden Studenten Seminare und Vorlesungen in dem Fach »Interkulturelle Jüdische Studien« belegen können, die zertifiziert werden. »Gedacht ist vor allem an das Lehramt mit Studenten der Theologie und der Geschichte«, sagt Schumann.

Erfahrungen An dem Projekt sind neben der Universitätsvizepräsidentin Gunilla Budde und den Professorinnen Dagmar Freist und Andrea Strübind die beiden Rabbiner Alina Treiger und Jonah Sievers aus Oldenburg und Braunschweig beteiligt. Strübing und Freist entwickelten mit dem seit März bestehenden Leo-Trepp-Lehrhaus der Jüdischen Gemeinde zu Oldenburg das inhaltliche Programm. Treiger und Sievers werden Blockunterrichtsangebote machen. Die Studenten sollen aber auch praktische Erfahrungen in den Gemeinden bekommen und bei Gottesdiensten dabeisein.

Uni-Vizepräsidentin Budde und Gemeindevorsitzende Schumann sind froh über das Projekt. Es gehe nicht um Randgruppenforschung, sagt Budde, sondern um eine besondere Möglichkeit, sich zusätzlich für bestimmte Aufgaben zu qualifizieren. »Wir wollen kulturelle Mittler ausbilden, die in der Lage sind, Brücken über die Grenzen der Kulturen und Generationen zu schlagen.«

Interesse Wir sind sehr froh über dieses Projekt», sagt Schumann. Sie habe bei zwei Vorlesungen bereits gemerkt, wie groß das Interesse der Studenten sei. «Durch den Kooperationsvertrag sind wir unmittelbar mit dem Lehrhaus in den Bildungsbetrieb eingebunden», das werte die Arbeit weiter auf. Schon bald ist ein ganzjähriges Projekt zum Einfluss deutscher Rabbiner auf Politik, Gesellschaft und Religion geplant. Der letzte Vertreter sei der im September 2010 verstorbene Leo Trepp gewesen. Entsprechend werde sich die letzte Veranstaltung 2013 dem Rabbiner widmen, der dann 100 Jahre alt geworden wäre. Die Schlussvorlesung wird dessen Witwe Gunda Trepp halte, kündigt Schumann an. ja

7. Oktober

»Wir erinnern nicht schweigend«

Melody Sucharewitz über ihren Kampf gegen das Vergessen des 7. Oktober bei der Gedenkveranstaltung auf dem Bebelplatz in Berlin. Ihre Rede im Wortlaut

von Melody Sucharewicz  08.10.2026

Frankfurt

Jüdische Gemeinde Frankfurt erhöht Druck auf Hessischen Rundfunk

Im Streit um das in der NS-Zeit enteignete Grundstück der örtlichen B’nai-B’rith-Loge stehen nun auch personelle Konsequenzen im Raum

 25.09.2026

Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille für Grünen-Ministerin Mona Neubaur

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit über 30 Jahren Menschen oder Institutionen der nichtjüdischen Öffentlichkeit

 14.09.2026

Rosch Haschana

Neujahrswünsche von Friedrich Merz und Johann Wadephul

Zum jüdischen Neujahrsfest schicken der Bundeskanzler und der Bundesaußenminister Grußbotschaften an die jüdischen Gemeinden

 10.09.2026

Berlin

Wahlkampfdebatte im Gemeindehaus

Die Jüdische Gemeinde lud anlässlich der bevorstehenden Wahl die Spitzenkandidaten von CDU, Linken, Grünen und SPD zum Podiumsgespräch. Am Ende wurde mal wieder über Antisemitismusdefinitionen gestritten

von Debora Eller  10.09.2026

Viktoria Ladyshenski

Schleswig-Holstein

»Wir packen unsere Koffer«

Viktoria Ladyshenski, Geschäftsführerin der Jüdischen Gemeinschaft Schleswig-Holstein, warnt, dass die Gefahr durch linken und islamistischen Antisemitismus in Deutschland nicht ernst genug genommen wird

 08.09.2026

Sachsen-Anhalt

Landeszentrale unterstützt Fahrten von Schülern zu jüdischen Gemeinden

Seit Jahren können Schulklassen für Fahrten zu Gedenkstätten Zuschüsse beim Land Sachsen-Anhalt beantragen. Künftig soll auch jüdisches Leben sichtbar gemacht werden, weshalb das Land die Förderung ausweitet

 31.08.2026

Ehrung

Rabbiner Andreas Nachama erhält Berliner Moses-Mendelssohn-Preis         

Er gilt als eine zentrale Figur des jüdischen Lebens in Deutschland: der Rabbiner und Publizist Andreas Nachama. Nun erhält er eine besondere Auszeichnung

von Daniel Zander  31.08.2026

Memoiren

Und dennoch!

2012 erschienen die Lebenserinnerungen der Schoa-Überlebenden Charlotte Knobloch. Titel: »In Deutschland angekommen«. Heute sagt sie: »Ich habe mich getäuscht.« Jetzt legt deshalb ein weiteres Buch vor

von Christoph Renzikowski  21.08.2026