Fussball

Dubai verweigert israelischem Spieler Einreise

Kritik am Verein FC Red Bull Salzburg, der ohne seinen Kicker in das Emirat reist

Aktualisiert am 25.01.2017, 15:37 – von Philipp Peyman EngelPhilipp Peyman Engel

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken

Nachdem dem israelischen Nationalspieler Munas Dabbur am Sonntag vergangener Woche die Einreise nach Dubai verweigert wurde, steht nun der Verein des Stürmers vom FC Red Bull Salzburg in der Kritik. »Das Trainingslager hätte abgesagt gehört. Die ganze Mannschaft hätte nach Spanien fliegen sollen«, sagte der Präsident des jüdischen Sportvereins Hakoah Wien, Paul Haber, in der österreichischen Zeitung »Der Standard«. Schließlich sei es »keine extreme Überraschung, dass ein israelischer Sportler nicht in ein arabisches Land einreisen darf«.

Dem arabischen Israeli erteilten die Vereinigten Arabischen Emirate trotz fristgerechtem Einreichen der notwendigen Unterlagen kein Visum für Dubai. Doch statt sich hinter seinen Spieler zu stellen, reiste der österreichische Meister ohne ihn ins Trainingslager. Daraufhin flog Dabbur mit dem Zweitligisten FC Liefering zur Saisonvorbereitung nach Spanien.

hakoah Dabburs Verein indes kann an seiner Entscheidung kein Fehlverhalten erkennen. Zur Kritik von Hakoah-Präsident Haber sagte Salzburgs Sprecher Christian Kircher: »Der Herr ist uns nicht bekannt. Wir haben das zur Kenntnis genommen.« Sobald dem Visumsantrag von den arabischen Behörden stattgegeben wird, werde Munas Dabbur nach Dubai reisen, so Kircher.

Sportlern mit israelischem Pass wurde in der Vergangenheit oftmals die Einreise in die Vereinigten Arabischen Emirate verweigert. Das bekannteste Beispiel ist der Eklat um die Einreise der israelischen Tennisspielerin Shahar Peer. Ihr wurde im Jahr 2009 kein Visum ausgestellt – angeblich aufgrund von Sicherheitsrisiken, wie Turnierdirektor Salah Tahlak damals erklärte.

eklats Bei internationalen Sportwettkämpfen kommt es zudem immer wieder zu Skandalen, weil arabische Sportler sich weigern, gegen israelische Gegner anzutreten. So ereigneten sich zum Beispiel während den Schwimm-Weltcups 2013 in Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten mehrere diskriminierende Vorfälle gegen israelische Sportler.

Bei dem Wettbewerb wurden Ergebnisse von israelischen Schwimmern nicht auf der Anzeigetafel veröffentlicht, um die Flagge Israels nicht zeigen zu müssen. Eine Siegerehrung, auf der auch ein israelischer Athlet hätte ausgezeichnet werden müssen, wurde kurzerhand abgesagt.

Zuletzt kam es während der Olympischen Spiele 2016 in Rio zu mehreren Eklats, als arabische Sportler israelische Athleten boykottierten. Vor der Eröffnungsfeier etwa weigerten sich Teilnehmer aus dem Libanon, gemeinsam mit israelischen Athleten in einem Bus zu fahren.

Auf facebook teilen Auf twitter teilen Auf google+ teilen per E-Mail schicken
Jüdische Allgemeine ePaper
Die Wochenzeitung als ePaper
Cover der Jüdische Allgemeinen vom 14.06.2018

Ausgabe Nr. 24
vom 14.06.2018

Zum Angebot

Fotostrecken

70 Jahre Israel

In diesem Jahr feiert Israel seinen 70. Geburtstag. Am 5. Ijar 5708, dem 14. Mai 1948, wurde der jüdische Staat gegründet.

5. Ijar 5708/14. Mai 1948

Zum Dossier

Wieso Weshalb Warum

Religiöse Bräuche und Begriffe

mehr…

Sprachgeschichte(n)

Über die Herkunft gängiger Wörter wie Pleite, Knast und Polente

mehr…

Anzeige

Gottesdienste

Gottesdienste in den Jüdischen Gemeinden

Glossar

Glossar

Gemeinden

Juedische Gemeinden

Service

Service

Wetter

Wetter - Sommer
Berlin
29°C
wolkig
Frankfurt
30°C
wolkig
Tel Aviv
27°C
heiter
New York
24°C
wolkig
Zitat der Woche
»Gut ist: Sie folgen uns auf Twitter und reagieren dort.
Schlecht ist: Sie beleidigen uns ohne Grund.«
Emmanuel Nahshon, Sprecher des israelischen Außenamtes, antwortet auf Twitter dem nordkoreanischen Außenminister Ri Yong-ho, der Benjamin Netanjahu einen »stinkenden Zionisten« genannt hatte.