EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 53 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 48 Sitze

Yaacov Lozowick

Zions Kampf ums Überleben

Mehr als 250 Besucher waren zu der ersten Veranstaltung des Kulturzentrums der IKG ins neue Gemeindezentrum am Jakobsplatz gekommen. »Israels Existenzkampf« lautete das Thema, zu dem in der Woche der Brüderlichkeit als Mitveranstalter der Arbeitskreis Antisemitismus, die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) und die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit eingeladen hatten. Referent war der Historiker Yaacov Lozowick, der seit 1993 Archivdirektor in Yad Vashem ist. Die deutschsprachige Ausgabe seines Buches Israels Existenzkampf. Eine moralische Verteidigung seiner Kriege ist 2006 im Konkret Literatur Verlag erschienen. Besonders der Untertitel hatte, wie Philipp Bauer vom Arbeitskreis Antisemitismus einleitend sagte, bereits im Vorfeld nicht alle Beteiligten begeistert. Die Diskussion zwischen ihm und Marc-Oliver Scherer von der DIG auf dem Podium mit Lozowick und anschließend auch dem Publikum im Hubert-Burda-Saal ließ jedoch bald Nachdenklichkeit aufkommen.
Den Anstoß dazu gaben die Thesen, mit denen Lozowick den Abend begann. Eine von diesen leitete er am Beispiel der Äußerungen der deutschen Bischöfe bei deren jüngster Nahostreise ein. Dabei ging er weniger auf die Tatsache als solche ein, sondern auf die Bewertung der »Mauern« in Deutschland – und damit auf ein viel tiefer sitzendes Thema. Mauern, so der Historiker, seien im Grunde wertfrei. Das Problem seien die Menschen und die Regierungen dahinter.
Die Mauer in Deutschland fiel, als die Regierung in Ost-Berlin ihr System nicht mehr aufrecht erhalten konnte. Anders der Grenzzaun zwischen Israel und den Palästinenser-Gebieten: Er hat in der Tat die Opfer auf beiden Seiten reduziert und steht damit für Schutz. Dass die Mehrheit der Palästinenser den Staat Israel ablehne, habe sich bei den Wahlen klar gezeigt: Entgegen der westlichen Interpretation, dass die Hamas gewählt worden sei, weil sie weniger korrupt sei, verwies Lozowick auf die Alternative mit den Politikern Salam Faid und Hanan Ashrawi. Diese sind nicht gewählt worden. Für den Historiker ist das ein klares Zeichen für die Einstellung der Palästinenser gegen die Existenz Israels.
Der Westen vergesse auch häufig, dass die palästinensische Bevölkerung den Juden weit vor der Gründung des Staates Israel den Krieg erklärt habe. Er erinnerte an gewaltsame Auseinandersetzungen am Tempelberg – nicht heute, sondern am
23. August 1929. Und er erinnerte an das Angebot von Ministerpräsident Ehud Barak, der den Palästinensern die Erfüllung fast aller territorialen Wünsche zugestanden habe – jedoch ohne Erfolg.
Für Lozowick ist das eine Bestätigung dafür, dass die Palästinenser noch nicht verstanden und noch nicht akzeptiert hätten, dass es im Nahen Osten zwei Völker gibt, die auf Grund ihrer Historie zwei gerechte Narrationen für ihren Anspruch auf ein Leben dort haben. Und es ist für ihn auch die Bestätigung seiner These, dass selbst gebildete Deutsche häufig nicht daran denken, dass es eine Erklärung für das Verhalten der Israelis gibt.
Es sei also nicht eine Frage der Benennung, sondern der Wahrnehmung, fasste Abi Pitum von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit das Ergebnis des Abends zusammen, der gut in die Woche der Brüderlichkeit passte. Sein besonderer Dank galt der Leiterin des IKG-Kulturzentrums, Ellen Presser, für ihre Initiative und ihr Engagement. Miryam Gümbel

Regierungsbildung

Berliner Linke berät erneut über Vanessa Emde

Kurz vor dem geplanten Beginn von Koalitionsgesprächen mit Grünen und SPD diskutiert die Berliner Linke über Antisemitismus - einmal mehr

 27.10.2026

Berlin

Berliner Linke berät zum wiederholten Mal über umstrittene Abgeordnete

Vanessa Emde steht wegen Äußerungen zu Israel und zum Nahost-Konflikt massiv in der Kritik

 27.10.2026

Weimar

Verein will Gedenken an KZ-Außenlager stärken

Buchenwald war mehr als ein einzelnes NS-Konzentrationslager. Mehr als 100 Außenstandorte gehörten zu diesem Lagerkomplex. Längst nicht an alle wird heute erinnert – ein Verein will das ändern

 23.10.2026

Deutschland

Wie hält es die CDU in Sachsen-Anhalt mit der AfD?

AfD-Politiker Siegmund braucht drei Stimmen aus anderen Reihen, um Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt zu werden. Ein CDU-Abgeordneter stellt sich nun gegen die CDU-Fraktionslinie

von Christopher Kissmann  22.10.2026

Kino

Film über einen kreativen Geist

»Biermann« ist ein dokumentarisches Porträt des Liedermachers Wolf Biermann, der auch 50 Jahre nach seiner Ausbürgerung aus der DDR noch immer künstlerisch aktiv ist. Allerdings hat der Film auch Leerstellen

von Reinhard Kleber  22.10.2026

Siedlergewalt

Huldai: »Ich schäme mich und schweige nicht mehr«

Tel Avivs Bürgermeister verurteilt die Gewalt gegen palästinensische Olivenbauern und Journalisten scharf. Er warnt vor dem Zerfall rechtsstaatlicher und zionistischer Werte

von Sabine Brandes  22.10.2026

Schwerin

Schwesig wirbt für Bund-Länder-Gruppe zur Prüfung der AfD

Den verfassungsrechtlichen Umgang mit der AfD prüfen? Gut, findet Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin – und spricht sich für den Vorstoß eines CDU-Ministerpräsidenten aus

 22.10.2026

Nahost

Israels Armee erhöht Alarmbereitschaft vor den Wahlen

Vor der Wahl herrscht laut einem TV-Bericht die Sorge vor Anschlagsversuchen, mit denen Einfluss auf die Wahl genommen werden könnte. Der Militärchef ordnet umfassende Sicherheitsmaßnahmen an

 19.10.2026

Berlin

Zwei Parteien in Berlin entscheiden über Koalitionsgespräche

Nach teils zähen Sondierungen entscheiden Grüne und SPD in Berlin über Koalitionsgespräche mit der Linken. Aber aus den Reihen der Sozialdemokraten gibt es Zweifel und Kritik, auch aufgrund der Antisemitismus-Skandale bei der Linkspartei

 19.10.2026