David Beckham

»Wie jüdisch sind Sie, Mr. Beckham?«

David Beckham Foto: IMAGO/PA Images

David Beckham

»Wie jüdisch sind Sie, Mr. Beckham?«

Es war ein bemerkenswerter Auftritt: Englands langjähriger Nationalspieler sprach in einer Londoner Synagoge über seine jüdischen Wurzeln

 03.07.2023 12:29 Uhr

Dass die Synagoge bis auf den letzten Platz gefüllt ist, dürfte auch im Londoner Stadtteil St. John’s Wood eher die Ausnahme sein. Doch am Sonntagabend saßen dort fast 700 Menschen.

Der Grund: Englands Fußballikone David Beckham gab sich die Ehre – und seinen Zuhörern eine »Lesson in Leadership«, so der Titel der Veranstaltung. Während Beckhams Vortrag habe in dem Gebetssaal andächtiges Schweigen geherrscht, ganz im Gegensatz zu den Gottesdiensten, schrieb die anwesende Korrespondentin der »Jewish News«.

Ben Winston, der den Abend moderierte, befragte Beckham nicht nur nach dessen Ansichten darüber, was eine Führungspersönlichkeit ausmacht. Er ging auch auf dessen jüdische Familiengeschichte ein und fragte den 48-Jährigen: »Wie jüdisch sind Sie?«

Der antwortete: »Mein Großvater mütterlicherseits war Jude. Ich habe also eine echte Verbindung. Mein Großvater hat immer darauf geachtet, dass wir uns an bestimmte Traditionen halten, und wenn ich zu Bar Mitzvas und Hochzeiten ging, achtete er darauf, dass ich eine Kippa trug. Ich habe meiner Großmutter bei der Zubereitung von Hühnersuppe, Matzebällchen und Latkes zugesehen. Es ging immer darum, dass die Familie zusammenkommt.« Er fühle sich, so Beckham, als Teil der jüdischen Gemeinschaft - und er sei darauf stolz.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Beckham wuchs nur ein paar Kilometer östlich von St. John’s Wood, in Leytonstone, auf, aber es war eine andere Welt. Sein Vater sei in der Erziehung immer recht hart mit ihm gewesen, habe ihn kritisiert, wenn er etwas nicht gut gemacht habe.

»Ich bin wahrscheinlich jedes Mal in Tränen ausgebrochen, wenn ich nach einem Spiel ins Auto gestiegen bin. Egal, ob ich gut oder schlecht gespielt habe, er hat mir immer gesagt, was ich besser machen muss. Doch als ich Profifußballer wurde und schwierige Momente hatte, habe ich diese nur überstanden, weil mein Vater so hart zu mir war. Und dafür bin ich sehr dankbar. Es gab so viel Liebe in unserer Familie und in unserem Elternhaus.«

Er selbst sei als Vater dagegen ganz anders, gab Beckham zu. »Ich habe nur einmal Nein zu meiner Tochter gesagt, und da hat ihre Unterlippe angefangen zu zittern, und ich habe gesagt: ‚Nie wieder‘. Was auch immer meine Kinder tun wollen, ich unterstütze sie. Ich möchte nur, dass sie glücklich, höflich und bescheiden sind«, betonte er.

Externer Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel anreichert. Wir benötigen Ihre Zustimmung, bevor Sie Inhalte von Sozialen Netzwerken ansehen und mit diesen interagieren können.

Mit dem Betätigen der Schaltfläche erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihnen Inhalte aus Sozialen Netzwerken angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittanbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät nötig. Mehr Informationen finden Sie hier.

Als er dann bei Manchester United unter Vertrag kam und seine Karriere ihren Lauf nahm, habe ihn der Trainer des Klubs, Sir Alex Ferguson, unter die Fittiche genommen. »Einer der Gründe, warum ich für Manchester United spielen wollte, war, dass er sich um jeden kümmerte, der zum Verein gehörte - die Putzfrau, den Koch. Er kannte jedermanns Vornamen und rief meine Eltern am Samstagabend an und fragte: ‚Wie hat David diese Woche trainiert? Ist er bereit für morgen? Wann ist er im Bett?‘ «.

Als Beckham mit der Pop-Sängerin Victoria Adams (»Spice Girls«) zusammenkam, sei Ferguson zunächst sehr skeptisch gewesen. »Mir wurde plötzlich sehr viel Aufmerksamkeit zuteil, und ich glaube, Sir Alex war immer besorgt, dass sich das auf mein Spiel auswirken würde. Aber zum Glück war das nicht der Fall.«

David und Victoria sind mittlerweile seit mehr als 25 Jahren ein Paar. Ihr ältester Sohn Brooklyn (24) heiratete im vergangenen Jahr seine Freundin Nicola Peltz. Die Hochzeit fand unter der Chuppa statt und wurde von einem Rabbiner geleitet, Peltz‘ Vater ist orthodoxer Jude.

David Beckham sprach auf Hebräisch einen Segensspruch. Auch in der St. John’s Wood-Synagoge stellte er am Sonntag seine Kenntnisse in dieser Hinsicht unter Beweis. »Der kann jederzeit gerne zum Schabbat-Abendessen zu mir nach Hause kommen«, so die Beobachterin der »Jewish News« anerkennend. mth

Paris/Tel Aviv

Reporter ohne Grenzen streicht heimlich Terroristen aus Gaza-Journalistenliste

Angebliche Journalisten seien von Israel getötet worden, hieß es immer wieder. Nun zeigt sich erneut: Zumindest einige von ihnen waren Terroristen

 14.08.2026

Sachsen-Anhalt

Gericht: AfD-Mitgliedern kann Waffenbesitzkarte entzogen werden

Mitglieder und Unterstützer der AfD in Sachsen-Anhalt haben gegen den Entzug ihrer Waffenbesitzkarte geklagt. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies die Klage ab. Nun entschied das Oberverwaltungsgericht.

 10.08.2026

Potsdam

Jüdische Gelehrsamkeit in berühmter Schlösserlandschaft - Rabbinerseminare im Wandel

Vor fünf Jahren wurde das Europäische Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit eröffnet - mit Rabbinerseminaren und einer Synagoge. Seitdem hat sich in der Rabbinerausbildung viel verändert. Wie geht es weiter?

von Leticia Witte  10.08.2026

Islamismus

Tagesspiegel-Vorwürfe gegen Karoline Preisler: Nun antwortet die FDP-Politikerin

Hatte sie einen jungen Mann wegen einer Vornamensgleichheit zu Unrecht als CSD-Attentäter verdächtigt? Preisler widerspricht und beklagt, die Zeitung habe sie nicht zu Wort kommen lassen

 30.07.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

Trump: Netanjahu will, dass USA im Iran involviert bleiben

Unterschiedliche Interessen Israels und der USA sind im Iran-Krieg mehrfach zutage getreten. Kurz vor seinem Treffen mit Netanjahu deutet Trump an, dass die Differenzen nicht überwunden sind

 28.07.2026

In eigener Sache

Volontär/in gesucht

Wir suchen zum 15. Oktober 2026 einen Volontär (m/w/d) in Vollzeit

 06.07.2026

Holzstörche zur Geburt in Niederösterreich. Noch immer werden neben den klassischen Namen viele biblische Namen den Kindern gegeben.

Statistik

Diese hebräischen Vornamen in Österreich sind am beliebtesten

Österreichische Eltern wählen gern Klassiker. Unter den Top Ten sind auch viele Namen biblischen Ursprungs

von Nicole Dreyfus  04.07.2026

Bundesamt für Statistik

Dieser hebräische Vorname ist am beliebtesten bei Schweizer Eltern

Auch in der Schweiz wählen Eltern weiterhin häufig biblische Namen für ihr Neugeborenes

von Nicole Dreyfus  04.07.2026 Aktualisiert

Erhebung

Dieser hebräische Babyname ist in Deutschland am beliebtesten

Welche Namen geben Eltern ihren Sprösslingen in diesem Jahr am liebsten? In welchen Bundesländern gibt es Abweichungen?

 04.07.2026 Aktualisiert