Makkabiade

Mach mit, mach’s nach, mach’s besser

von Uwe Rechtenbach

Makkabi chai! Wie der jüdische Sportverein lebt, zeigten am vergangenen Sonntag mehr als 100 Fußballspieler, Volleyballer, Tischtennis-Freunde und Schachenthusiasten aus den jüdischen Gemeinden Leipzig, Dresden und Chemnitz. Nach dem erfolgreichen Auftakt 2006 in Leipzig war diesmal Chemnitz Gastgeber.
Bei frühsommerlichen 24 Grad traten als Erste die Männer von Makkabi Chemnitz im Fußball gegen die Makkabi-Kicker aus Leipzig auf dem Polizeisportplatz in der Forsterstraße an. Währenddessen lieferten sich die Volleyballer sowie Tischtennis- und Schachspieler im Hallenbereich spannende Partien an Netz, Platte und Brett.
Dass es zu diesen Begegnungen kommen konnte, hat mit Personen wie Uwe Dziuballa zu tun. Der Gründer und Vorsitzende des rund 90 Mitglieder zählenden Chemnitzer deutsch-israelisch-jüdischen Vereins Schalom ist einer der Initiatoren von Makkabi-Chemnitz. 2001 hatten ihn Mitglieder der jüdischen Gemeinde angesprochen, ob man nicht an die einst bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten gepflegte jüdische Sportkultur wieder anknüpfen und einen jüdischen Sportverein ins Leben rufen könnte. Damals war es vor allem der vom Chemnitzer jüdischen Restaurant Schalom unterstützte Fußball gewesen, der das Geschehen bei Makkabi bestimmte. Mit Alexander Luri und Jewgenij Goljand fanden sich später zwei sportbegeisterte Männer, die Makkabi in einen eigenen Verein verwandelten, der heute seinen rund 600 Mitgliedern eine Volleyball-, Tennis- und Fußballabteilung anbietet.
Luri und Goljand gehörten auch zum Organisationsstab des zweiten sächsischen Makkabi-Sportfestes, dem turnusgemäß 2010 das dritte in Dresden folgen soll. Dort will dann das Leipziger Makkabi-Team den in Chemnitz erkämpften Mannschafts-Wanderpokal verteidigen, den die Chemnitzer in diesem Jahr extra gestiftet hatten. Auch der 19-jährige Pawel Sheynin will dann Revanche im Tischtennis nehmen. Denn trotz engagierter Leistung kam seine Dresdener Mannschaft nur auf den dritten Platz. Allzu traurig war er über das Ergebnis jedoch nicht, spielt er doch erst gut ein Jahr im Makkabi-Tischtennis-Team der Elbestädter mit.
Die sächsische Makkabiade war auch für die Chemnitzer Kulturbürgermeisterin Heidemarie Lüth ein Zeichen dafür, dass das jüdische Leben in den sächsischen Städten wieder zu einer Art Normalität zurückfindet. Der Sport sei eine Basiskomponente, mit der es gelinge, die zumeist russischsprechenden Mitglieder der jüdischen Gemeinden besser in das gesellschaftliche Leben ihrer neuen Heimat zu integrieren, sagte Lüth. Für die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Chemnitz, Ruth Röcher, hat der Sport auch seinen Platz im Alltagsleben der Chemnitzer Juden gefunden. Auch die Sportler haben mit ihrem Trainingsraum im Chemnitzer Gemeindezentrum ihren Platz gefunden.
Platz war am Sonntag neben dem offiziellen Wettkampfgeschehen auch für körperliche Aktivitäten in den Bereichen Lauf, Weitsprung und Kraftsport. Letzterem widmet sich Jewgenij Goljand schon sein Leben lang. Längst im Status des Senioren, trainiert der Chemnitzer und frühere sowjetische Meister noch immer hart und erfolgreich. Im Power-Lifting, einer Kraftsport- übung mit Hantel, ist er der Champion seiner Altersklasse und will demnächst in Helsinki diesen Titel verteidigen.
Anders hingegen erging es Alexander Luri. Durch eine Zerrung behindert, konnte er am Sonntag nicht im Team der Chemnitzer Makkabi-Kicker stehen, die somit ersatzgeschwächt auf dem zweiten Platz landeten. Doch längst wirft er sein Augenmerk auf seinen nächsten Einsatzbei einem am Sonntag für das nächste Jahr noch frisch verabredeten Turniere zwischen den Makkabi-Kickern aus Leipzig, Dresden und Chemnitz. Und auch wenn der Fußball für Chemnitz nicht ganz so rund lief, so konnten zumindest die Volleyballer die Ehre der Gastgeber mit einem Turniersieg verteidigen. Doch auch für die kommende Sportfeststadt Dresden blieb der Tag nicht ganz ohne Titel. Denn im Denksport bewiesen sie Köpfchen und gewannen das Schachturnier. Ob der Termin 2010 wieder in den Mai fallen wird, ist derzeit allerdings noch nicht geklärt.

Stuttgart

Die Vorfreude steigt

Die Jüdische Allgemeine berichtet weiterhin live von der Jewrovision. Die Jugendzentren sind inzwischen nach und nach angekommen, das Madrichim-Team empfängt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort. Die Vorfreude auf die Show steigt!

 15.05.2026

Genf

Döpfner fordert beim World Jewish Congress entschlossenen Kampf gegen Antisemitismus

Mit Blick auf die Hamas-Massaker vom 7. Oktober kritisiert der Springer-Chef die Reaktion: »Unmittelbar nachdem die Bilder der Opfer zu sehen waren, begann die Verharmlosung.«

 12.05.2026

In eigener Sache

Wir suchen Verstärkung

Wir suchen zum 1. Juli 2026 einen Politik-Redakteur (m/w/d) in Vollzeit

 07.05.2026

Jerusalem

Israel fordert von Großbritannien mehr Einsatz gegen Antisemitismus

Nach einem weiteren Terrorangriff auf Juden wirft Jerusalem London vor, die Lage nicht mehr unter Kontrolle zu haben. Präsident Herzog: »Es ist an der Zeit, dass die Welt aufwacht.«

 30.04.2026

Polen

Israel fordert Konsequenzen nach Eklat mit Hakenkreuz-Flagge

Im Parlament hatte ein rechtsradikaler Abgeordneter eine israelische Flagge mit einem Hakenkreuz an Stelle des Magen David gezeigt

 22.04.2026

Brüssel

Deutschland und Italien bremsen EU-Vorstoß gegen Israels Assoziierungsabkommen

Spanien, Slowenien und Irland fordern eine Debatte über das Abkommen. Außenminister Wadephul bezeichnet den Vorstoß als »unangemessen«

 22.04.2026

Berlin

Urteil zu Angriff auf Lahav Shapira erwartet

Nach einem antisemitischen Angriff auf einen jüdischen Studenten in Berlin ist der Fall neu vor Gericht verhandelt worden. Im Mittelpunkt des Berufungsverfahrens steht die Höhe der Strafe. Ein Urteil wird am Montag erwartet

 13.04.2026 Aktualisiert

Fussball

Kopfball mit Kippa

Die Halle war voll, der Spaß groß: Zum ersten Mal trafen zwölf jüdische Teams beim Berlin Jewish Football Cup in Spandau aufeinander

von Jan Feldmann  01.04.2026

Podcast

»Arbeiten im Krieg ist eine große Herausforderung«

Zwischen Bomben und Bunker: Wie unsere Korrespondentin in Tel Aviv ihren Alltag erlebt

von Jan Feldmann, Sabine Brandes  01.04.2026