Interview

»Ich bin für die klare Haltung Deutschlands dankbar«

Botschafter Ron Prosor: Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand
Israels Botschafter Ron Prosor Foto: Dennis Yenmez

Interview

»Ich bin für die klare Haltung Deutschlands dankbar«

Israels Botschafter Ron Prosor zu deutschen Reaktionen nach den Angriffen auf den Iran, zur Sicherheitslage israelischer und jüdischer Einrichtungen sowie zu einer Nachricht zu Purim

von Detlef David Kauschke  02.03.2026 17:30 Uhr

Herr Botschafter, wie bewerten Sie die Reaktionen in Deutschland nach den Angriffen auf den Iran?
Viele Menschen in Deutschland verstehen sehr genau, was Israel und die Vereinigten Staaten hier machen. Das iranische Regime greift nicht nur uns Israelis an – es bedroht seine Nachbarn, destabilisiert die Region, exportiert Terror in die Welt und unterdrückt brutal das eigene Volk. Dafür gibt es keine Rechtfertigung. Kanzler Merz und Außenminister Wadephul haben das klar benannt. Sie wissen: Wer das Regime in Teheran stoppt, schützt nicht nur Tel Aviv, sondern auch Berlin, Brüssel und viele andere Städte in Europa. Diese Klarheit in der Analyse ist wichtig, und ich bin für diese deutliche Haltung aus Deutschland sehr dankbar.

Was erwarten Sie in dieser Situation von der Bundesregierung?
Das Regime in Teheran ist nach wie vor der wichtigste staatliche Terrorfinanzierer weltweit – Organisationen wie die Hamas erhalten heute mehr Unterstützung als vor dem 7. Oktober. Das richtet sich nicht nur gegen Israel, sondern auch gegen die internationale Ordnung insgesamt. Deutschland und Europa müssen die strikte Durchsetzung von Sanktionen sicherstellen, Schlupflöcher schließen und entschlossen gegen die Netzwerke vorgehen, die dem Regime helfen. Jeder Euro, der die Mullahs und Ayatollahs nicht erreicht, ist eine Investition in die Sicherheit Europas.

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Inwieweit verändert sich durch die aktuelle Lage die Sicherheitssituation israelischer und jüdischer Einrichtungen?
Das Regime in Teheran steht mit dem Rücken zur Wand und schlägt wild um sich. Der Schutz jüdischer und israelischer Einrichtungen auch hier in Deutschland muss daher jetzt oberste Priorität haben. Die deutschen Sicherheitsbehörden haben die Gefahr erkannt und wir vertrauen hier voll auf die gute Zusammenarbeit.

Ist die Botschaft in Kontakt zu in Deutschland gestrandeten Israelis, die nach der Schließung des Luftraums nicht mehr nach Hause können?
Selbstverständlich. Unsere Konsularabteilung arbeitet rund um die Uhr und ist im ständigen Austausch mit den betroffenen Reisenden. Wir tun alles, was in unserer Macht steht, um zu unterstützen und zu informieren.

Sehen Sie einen Bezug der derzeitigen Ereignisse zum Purimfest?
Purim lehrt uns: Wer das jüdische Volk vernichten will, scheitert am Ende krachend. Die Mullahs haben den Hass gesät, jetzt ernten sie den Sturm. Dass das Regime ausgerechnet jetzt wackelt, ist die beste Nachricht des Jahres. Die Tyrannei geht, die Freiheit kommt.

Mit dem Botschafter des Staates Israel sprach Detlef David Kauschke.

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