Geburtstag

Doppelt hält besser

von Miryam Gümbel
und Marina Maisel

»Kachol welawan, schau, ich bin ganz in kachol welawan, in Blau und Weiß«, betont der ältere Herr stolz, der sich aus Leipzig nach England vor der Schoa hatte retten können. Er war nicht der Einzige, der in den Landesfarben Israels zum Jom Haazmaut ins Gemeindezentrum am Jakobsplatz gekommen war. Andere waren ganz in Weiß gekleidet, wie es der Dresscode auf der Einladungskarte vorgegeben hatte. Denn außer dem Staatsgründungstag Israels wurde auch der hundertste Geburtstag der weißen Stadt Tel Aviv gefeiert. Die Zahl Hundert, geformt aus einer Vielzahl weißer Luftballons, schmückte die Bühne des Hubert-Burda-Saals.
Zur »White Party« begrüßte Präsidentin Charlotte Knobloch die zahlreichen Gäste. Darunter auch Oskar Rosenberg, der an diesem Tag seinen 95. Geburtstgag feierte. Sie erinnerte daran, dass es Tel Aviv war, wo David Ben Gurion am 14. Mai 1948 die Unabhängigkeit von Erez Israel erklärt hatte. Neben der Begeisterung für diese Stadt und das ganze Land Israel dürfe jedoch die Gefährdung und Bedrohung nicht vergessen werden, der das Land bis heute ausgesetzt ist: »Wir dürfen die Ängste der Kinder von Sderot und Ashkelon, die ihnen seit Jahren schlaflose Nächte bereiten, nicht außer Acht lassen. Und wir dürfen uns auch nicht damit abfinden, dass die Sorgen und das Leid der Menschen in Israel in der öffentlichen Debatte hierzulande keiner Beachtung wert sind. Wir jüdischen Menschen auf der ganzen Welt haben ein gemeinsames Ziel: Frieden für Israel. Frieden für das Land, für unsere Familien und Freunde. Dieses Ziel dürfen wir nie aus den Augen verlieren. Denn dann können wir voller Freude und mit großer Hoffnung heute Abend feiern und das neue Lebensjahr Israels beginnen.« Gefeiert wurde dann aus vollem Herzen. Die Moderatoren Ilanit Spinner und Roy Rajber begleiteten die Gäste mit viel Engagement und Charme durch den Abend. Kinder der Sinai-Schule erinnerten mit einem ihrer Lieder noch einmal an die Soldaten Israels. Der Gefallenen war zuvor in der Synagoge gedacht worden. An sie erinnerte im Festsaal beim Entzünden der Kerzen für die zwölf Stämme Israels auch die in Haifa gebürtige Nira Schneider: »Sehr viele Israelis mussten im Kampf für die Existenz unser Landes ihr Leben lassen. Viele junge Soldaten sind schwer verletz worden. Mein Dank gehört den Israelis, die Erez Israel jeden Tag verteidigen, und Gott allein weiß, wie lange noch.« Geburtstagsständchen brachten auch die verschiedenen Einrichtungen des Jugend- und Kulturzentrums – von Neschama bis zur Tanzgruppe Genesis. Die Musik von »Gilgal« lockte mit traditionellen und modernen Rythmen viele der Anwesenden auf das Tanzparkett.
Viel Begeisterung rief auch eine Bildershow von Leo Sucharewicz hervor: Der Autor und Fotograf des Geburtstagsbandes »Tel Aviv, Tel Aviv« rief Erinnerungen und Sehnsüchte an die Weiße Stadt am Mittelmeer wach, die Charlotte Knobloch zuvor mit Worten beschrieben hatte: »Die Schönheit der zweitgrößten Stadt Israels wurde 2003 auch von der Unesco anerkannt, die sie mit ihren 4000 Gebäuden im Bauhaus-Stil zum Weltkulturerbe erklärte.« Nicht nur die Bauten zeigte Sucharewicz, auch das pulsierende Leben einer modernen und weltoffenen Stadt.
Sein Einsatz für Israel zeigte sich auch gut eine Woche später beim Israel-Tag am Münchner Stachus. Zum siebten Mal fand dieser auf Initiative der I-Like-Israel (ILI)-Bewegung in München statt – in Deutschland inzwischen in insgesamt fünfzig Städten. Wie jedes Jahr eröffnete Andreas Wittenzellner von »Am Echad« das Straßenfest zwischen Brunnen und Karlstor, das auch in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft des Oberbürgemeisters Christian Ude stand. Yehoshua Chmiel und Harald Eckert von der »Initiative 27. Januar«, die Vorstandsmitglieder der IKG-Stadtrat Marian Offmann und Michael Fischbaum, hielten die offiziellen Ansprachen. Moderator Ori führte durch das Programm. Dazwischen gedachten die Gäste in einer Schweigeminute Gilad Shalits, der in der Hand der Hisbollah als Geisel gehalten wird und von dem es bis heute kein Lebenszeichen gibt. »Gilad lebt noch!«, sagte Moderator Ori. Es gab landestypische Spezialitäten. Das Kinderprogramm wurde begeistert angenommen. Beim Bühnenprogramm konnte man dem Stargast aus Israel, Mommy Levi, der Trommlerband Bougarabou zuhören oder der Hip-Hop-Gruppe Maccabi, dem Show-Ballett »Genesis« des Jugendzentrums der IKG und den bayerischen »Riederinger Trachtenkindern« zuschauen. Der Chor des Jugendzentrums »Neshama« beendete das Bühnenprogramm. Um 18 Uhr stiegen hunderte von blauen und weißen Luftballons in den Münchener Himmel.

Sachsen-Anhalt

Gericht: AfD-Mitgliedern kann Waffenbesitzkarte entzogen werden

Mitglieder und Unterstützer der AfD in Sachsen-Anhalt haben gegen den Entzug ihrer Waffenbesitzkarte geklagt. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies die Klage ab. Nun entschied das Oberverwaltungsgericht.

 10.08.2026

Potsdam

Jüdische Gelehrsamkeit in berühmter Schlösserlandschaft - Rabbinerseminare im Wandel

Vor fünf Jahren wurde das Europäische Zentrum Jüdischer Gelehrsamkeit eröffnet - mit Rabbinerseminaren und einer Synagoge. Seitdem hat sich in der Rabbinerausbildung viel verändert. Wie geht es weiter?

von Leticia Witte  10.08.2026

Islamismus

Tagesspiegel-Vorwürfe gegen Karoline Preisler: Nun antwortet die FDP-Politikerin

Hatte sie einen jungen Mann wegen einer Vornamensgleichheit zu Unrecht als CSD-Attentäter verdächtigt? Preisler widerspricht und beklagt, die Zeitung habe sie nicht zu Wort kommen lassen

 30.07.2026 Aktualisiert

Washington D.C.

Trump: Netanjahu will, dass USA im Iran involviert bleiben

Unterschiedliche Interessen Israels und der USA sind im Iran-Krieg mehrfach zutage getreten. Kurz vor seinem Treffen mit Netanjahu deutet Trump an, dass die Differenzen nicht überwunden sind

 28.07.2026

In eigener Sache

Volontär/in gesucht

Wir suchen zum 15. Oktober 2026 einen Volontär (m/w/d) in Vollzeit

 06.07.2026

Holzstörche zur Geburt in Niederösterreich. Noch immer werden neben den klassischen Namen viele biblische Namen den Kindern gegeben.

Statistik

Diese hebräischen Vornamen in Österreich sind am beliebtesten

Österreichische Eltern wählen gern Klassiker. Unter den Top Ten sind auch viele Namen biblischen Ursprungs

von Nicole Dreyfus  04.07.2026

Bundesamt für Statistik

Dieser hebräische Vorname ist am beliebtesten bei Schweizer Eltern

Auch in der Schweiz wählen Eltern weiterhin häufig biblische Namen für ihr Neugeborenes

von Nicole Dreyfus  04.07.2026 Aktualisiert

Erhebung

Dieser hebräische Babyname ist in Deutschland am beliebtesten

Welche Namen geben Eltern ihren Sprösslingen in diesem Jahr am liebsten? In welchen Bundesländern gibt es Abweichungen?

 04.07.2026 Aktualisiert

Doha

Indirekte Gespräche zwischen Iran und USA sollen begonnen haben

Die Lage zwischen den USA und dem Iran bleibt weiter angespannt. Dennoch laufen nun Gespräche im Golfstaat Katar

 01.07.2026