Die am 5. November 1921 als Margot Bendheim in Berlin geborene Margot Friedländer, die 2025 verstorben ist, hatte zuvor bis ins hohe Alter mit viel Engagement vom Holocaust und ihrem Überleben erzählt. Das beeindruckende Dokudrama von Raymond Ley, das noch zu Friedländers Lebzeiten 2022 erschien, stellt mit ausführlichen Spielszenen nach, wie die junge Frau (Julia Anna Grob) 1943 nach der Verhaftung ihrer Mutter und ihres Bruders untertauchte. Der Vater hatte sich einige Jahre zuvor scheiden lassen, war selbst ins Ausland gegangen und hatte sich geweigert, ihnen bei der Ausreise zu helfen.
15 Monate lang konnte sie der Gestapo und den »Greifern« - zur Kooperation gezwungenen Juden, die hofften, sich selbst und ihre Angehörigen damit retten zu können - entgehen. Viele Menschen halfen ihr, doch wurde sie von manchen auch ausgenutzt und schließlich verraten.
Mit Glück überlebte sie das Konzentrationslager.
Neben dieser Ebene zeigen weitere Spielszenen (jetzt mit Ilona Schulz als Margot Friedländer) in Leys Film, wie die in die USA ausgewanderte Margot Friedländer nach dem Tod ihres Mannes 1997 die Entscheidung trifft, von dem Erlittenen zu berichten und nach Deutschland zurückzukehren.
Sorgsam inszeniert und treffend besetzt, ist das Dokudrama eine angemessene Würdigung für die Zeitzeugin. Mehr noch als die Spielszenen sind es die Gespräche mit der Porträtierten selbst, die am meisten überzeugen und eindrucksvoll ihren Kampf gegen Vergessen und Verdrängung unterstreichen.
»Ich bin! Margot Friedländer«, Dienstag, 27. Januar, 21.45 - 23.20 Uhr, 3sat.