Halle

Würde des Gedenkens

Die Preisverleihung fand in der Synagoge der Gemeinde in der Großen Märker Straße in Halle statt. Foto: dpa

Die Jüdische Gemeinde Halle hat an diesem Sonntag zum fünften Mal den Emil-Ludwig-Fackenheim-Preis für Toleranz und Verständigung verliehen. Er ging an zwei Schulen und ist mit 2000 Euro dotiert. Die Gemeinde ehrte das Gymnasium Philanthropinum in Dessau-Roßlau für dessen Projekt zur Gedenkstätte am Wörlitzer Jüdischen Friedhof. Dabei erforschten die Schüler Geschichte und übersetzten Grabsteininschriften. Den Preis bekam zudem die Sekundarschule Harzgerode für ihr Vorhaben »Verwandlung der Gedenkstätte des Jüdischen Friedhofs« in der Stadt.

Kulturtage Die Preisverleihung fand in der Synagoge der Gemeinde in der Großen Märker Straße in Halle statt. Gäste waren Schüler und Lehrer der prämierten Einrichtungen sowie Vertreter des sachsen-anhaltischen Kultusministeriums und der Stadtverwaltung. Das Preisgeld teilten sich beide Schulen je zur Hälfte. Die Veranstaltung bildete zugleich den Abschluss der Jüdischen Kulturtage in Halle, bei denen in den vergangenen zwei Wochen Konzerte, Tanzperformances, Vorträge und Stadtführungen geboten wurden.

Die Jüdische Gemeinde zu Halle verleiht den Preis seit dem Jahr 2003. Mit der Auszeichnung wird an den aus Halle stammenden Philosophen, Theologen und Rabbiner Emil Ludwig Fackenheim erinnert. Er war 2003 im Alter von 87 Jahren in Jerusalem gestorben. ja/epd

Standort

Yad Vashem am Karolinenplatz

Die Holocaust-Gedenkstätte errichtet in München ihr erstes Bildungszentrum außerhalb Israels

von Luis Gruhler  09.06.2026

Meinung

Nein, ein Davidstern ist keine Provokation

Im Amtsgericht Flensburg wurde einer Frau der Zutritt zum Saal nur unter der Bedingung gewährt, dass sie ihre Kette mit einem jüdischen Symbol ablegt. Das ist keine Auslegungsfrage, sondern ein Justizskandal

von Annabelle Ganapol-Vučelić  09.06.2026

Schwäbisch Hall

Wenn Elefanten Synagogen tragen

In der kleinen Stadt sind die beiden einzigen erhaltenen Werke des Synagogenmalers Elieser Sussmann zu sehen – Paneele aus der Betstube von Unterlimpurg und der Frauenschul von Steinbach

von Michael Schleicher  09.06.2026

Interview

»Selbst ernannte progressive Linke haben offenbar das völkische Denken gelernt. Das ist alles so absurd«

Der Kabarettist Dieter Nuhr über den Erhalt des Leo-Baeck-Preises, Solidarität mit Israel und Kritik an seiner Person

von Detlef David Kauschke  09.06.2026

Fußball

Fußball auf dem Appellplatz von Buchenwald

Seit der Europameisterschaft 2024 erinnert die Gedenkstätte Buchenwald im Internet an Fußballer, Funktionäre und Spiele im ehemaligen Konzentrationslager. Der Appellplatz war Spielstätte, Häftlinge konnten kurz dem Lageralltag entfliehen

von Matthias Thüsing  09.06.2026

Brandenburg

Antisemitismusbeauftragter fordert stärkeren Kampf gegen Judenhass

Antisemitismus im digitalen Raum entschiedener bekämpfen, Prävention besser finanzieren und jüdische Perspektiven stärker berücksichtigen: Dies fordert Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter in seinem ersten Tätigkeitsbericht

von Yvonne Jennerjahn  09.06.2026

Bremerhaven

Synagoge im Visier: Jahrelange Haft und Psychiatrie für Anschlagspläne

Ein perfider Plan, gefährliche Stoffe und eine Sprengstoffweste: Wie Ermittler zufällig auf brisante Chats stießen - und welche Konsequenzen die Vorbereitung eines Anschlags für die Angeklagten hat

 08.06.2026

Buchvorstellung

Gefährliche Ideologien

Der Journalist und Autor Nicholas Potter sprach im Gemeindezentrum über Antisemitismus in der Linken und die Bedrohung der Demokratie

von Luis Gruhler  08.06.2026

Interessenvertretung

Jüdische Lehrkräfte gründen eigenen Verband

Jüdische Perspektiven im Bildungswesen sichtbarer machen: Ein neuer Bundesverband vernetzt Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte und unterstützt sie im Umgang mit Antisemitismus

von Christoph Schmidt  08.06.2026