Frankfurt

WIZO hilft

Beliebt, belagert: die Essensstände des Basars Foto: Rafael Herlich

Das Interesse ist groß. An den Verkaufsständen im ersten Obergeschoss herrscht bereits reger Andrang, als Linda Martin, Mitglied des Vorstands der WIZO-Gruppe Frankfurt, die Anwesenden begrüßt. Unter ihnen sind Salomon Korn, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, die Gemeinderabbiner Julian-Chaim Soussan und Avichai Apel sowie ihre Ehefrauen.

»Unsere Solidarität mit den Menschen in Israel, gleich welcher Herkunft, wird mehr denn je gebraucht«, betont Linda Martin. Der Erlös des Basars werde auch dieses Jahr an das Theodor-Heuss-Familientherapiezentrum in Herzliya fließen, kündigt sie an. »Seien Sie großzügig«, fordert sie die Gäste auf.

Petra Roth Als langjährige treue Besucherin vertritt Petra Roth Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann, einen der Schirmherren des WIZO-Basars. »Seit 1972 komme ich zu diesem Basar«, sagt Feldmanns Amtsvorgängerin Roth. »Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie in diesen Zeiten immer wieder Orte der Begegnung schaffen«, sagte Roth.

Tatsächlich sind viele Besucher des Frankfurter WIZO-Basars nicht jüdisch. Der an drei Tagen stattfindende Basar hat sich in der Stadtgesellschaft zu einer Institution entwickelt. Solche Orte der Begegnung zeigten, dass es auch im friedlichen Miteinander gehe, fuhr Roth fort.

»Die Stadt Frankfurt ist sehr stolz auf die WIZO-Damen.« Andrei Mares, Mitglied des Frankfurter Gemeindevorstands, wies auf die lange Tradition des WIZO-Basars hin, der erstmals 1960 ausgerichtet wurde. Der Basar tue sehr viel Gutes, sagte Mares. Dies gelte gerade in diesen Tagen, wo Israel nicht gerade in Frieden lebe.

Second-Hand-Modemarkt im Obergeschoss ist ein Besuchermagnet.

In der Zwischenzeit herrscht ein sympathischer Hauch von Balagan im Gemeindezentrum. Um Petra Roth, die Tombola-Lose verkauft, bildet sich schnell eine Menschentraube. Die Tombola sei immer ein Highlight des Basars, sagen zwei Besucherinnen, die auch WIZO-Mitglieder sind. Sie haben 18 Lose gekauft.

Auch der Bücherstand sei sehr gut. Dort werden aktuelle Titel mit Bezug zu Israel und Judentum, aber auch Bestsellerromane angeboten. »Die Kochbücher sind immer ein Renner«, weiß eine WIZO-Dame am Bücherstand.

Cocktailbar Zu einem kommunikativen Zentrum entwickelt sich das Erdgeschoss, wo die kulinarische Bandbreite von Falafel und Hummus über Gefilte Fisch bis hin zu nahrhaften »russischen« Salaten und Piroggen reicht. Die Cocktailbar der »Young WIZO« und ein DJ trugen zur lockeren Stimmung bei.

Ein Besuchermagnet ist auch der Second-Hand-Modemarkt im Obergeschoss. Damen- und Herrenbekleidung werden mitunter tütenweise gekauft. Eine Besucherin, die den Basar seit zehn Jahren kennt, betont den umweltfreundlichen Aspekt gebrauchter Kleidung. Zudem findet sie die Unterstützung des Theodor-Heuss-Familientherapiezentrums wichtig.

Am israelischen Lebensmittelstand freuen sich zwei Besucherinnen über das reichhaltige Angebot des Basars. Sie haben den Basar vor vier Jahren für sich entdeckt. Beim Kleidermarkt werde man immer fündig. Nächstes Jahr wollen sie auf jeden Fall wiederkommen.

Chemnitz

Zentralrat der Juden trauert um Siegmund Rotstein

Ehemaliger Gemeinde- und Landesvorsitzender starb im Alter von 94 Jahren

 07.08.2020

Berlin

Mutiger Entschluss

Samuel Salzborn ist neuer Antisemitismusbeauftragter

von Maria Ugoljew  06.08.2020

München

Makkabi, Erinnerungsort, Einstein

Meldungen aus der IKG

 06.08.2020

IKG LIVE!

Rund 10.000 Klicks

Die Internetplattform der Israelitischen Kultusgemeinde ist ein großer Erfolg

von Helmut Reister  06.08.2020

Erinnerung

Innerlich zerrissen

Die Stadt ehrt das Andenken an den Rechtsanwalt Alexander Dünkelsbühler und seine Lebensgefährtin Elisabeth Heims

von Nora Niemann  06.08.2020

Erinnerungskultur

Ohne festen Direktor

Die Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz sucht seit über einem halben Jahr einen neuen Chef

von Julien Reitzenstein  06.08.2020

Pro & Contra

Sollen wir auf Fleisch verzichten?

Zwei Rabbiner diskutieren zur Debatte

 06.08.2020

Bochum

Hilfestellung zum Heimatgefühl

Die jüdische Geschichte der Stadt vom Anfang bis zum Holocaust lässt sich entlang eines Stelenwegs erfahren

von Michael Rosenkranz  06.08.2020

Dresden

An einem Tisch

Die Gemeinde beteiligt sich an »Coexist«. Auf persönlicher Ebene läuft es gut, aber die Gesellschaft muss noch viel lernen

von Karin Vogelsberg  06.08.2020