Lockerung

Willkommen zurück!

Das Max-Willner-Heim in Bad Sobernheim Foto: ZWST

Nach Wochen erheblicher Einschränkungen im gesellschaftlichen Leben aufgrund der Corona-Pandemie werden diese nach und nach gelockert. Am Montag lag die vom Robert-Koch-Institut angegebene Reproduktionszahl bei etwa 0,94 Prozent und damit noch unterhalb der kritischen Schwelle von 1. Immer noch am meisten betroffen sind Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Doch auch hier werden die Kontaktbeschränkungen gelockert.

Unter strengen Abstands- und Hygieneregeln will die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) ihre beiden Bildungseinrichtungen im rheinland-pfälzischen Bad Sobernheim und im bayerischen Bad Kissingen wieder öffnen.

ZWST Das Max-Willner-Heim in Bad Sobernheim ist so etwas wie die Urzelle der Zentralwohlfahrtsstelle. Hier fanden ab den frühen 50er-Jahren die ersten Kinder- und Jugendfreizeiten des jüdischen Sozialverbandes statt. Seit 1993 ist das »Kurheim Beni Bloch« (ehemals Eden-Park) im unterfränkischen Bad Kissingen Teil des ZWST-Angebots. Es lädt zu Integrations- und Bildungsaufenthalten für die ältere Generation ein.

Das Max-Willner-Heim in Bad Sobernheim öffnet am 28. Mai, das Kurheim Bad Kissingen zum 3. Juni.

Das Max-Willner-Heim werde zum 28. Mai und das Kurheim Bad Kissingen zum 3. Juni wiedereröffnet, erklärt ZWST-Direktor Aron Schuster. »Die Gesundheit unserer Teilnehmenden und Gäste hat für uns oberste Priorität.« Da der Betrieb nur unter Wahrung der allgemein bekannten Abstands- und Hygieneregeln sichergestellt werden kann, werden die beiden Unterkünfte zunächst nur zu 50 Prozent ausgelastet.

Auch weitere jüdische Einrichtungen öffnen wieder. So konnte das Museum Judengasse in Frankfurt bereits am 5. Mai seine ersten Besucher begrüßen und das Jüdische Museum Augsburg am 18. Mai. Sowohl das Jüdische Museum in der Innenstadt als auch der Standort Ehemalige Synagoge Kriegshaber stehen wieder zu den gewohnten Zeiten für Besucher offen.

AUSSTELLUNGEN In der Halderstraße 6–8 sind die Dauerausstellung und die Große Synagoge zu besichtigen. In der Ulmer Straße 228 ist die Ehemalige Synagoge Kriegshaber auf Interessierte vorbereitet, ebenfalls kann ein Audio-Guide zur Geschichte des jüdischen Viertels ausgeliehen und mit eigenen Kopfhörern benutzt werden, teilt das Jüdische Museum Augsburg mit, das sich in der Zwischenzeit auch ein neues Logo zugelegt hat.

Die Alte Synagoge Wuppertal bietet jetzt Familienführungen an, es dürfen auch Gruppen, die in einem Haushalt leben, dabei sein.

Die Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal ist seit dem 12. Mai wieder geöffnet. Von Dienstag bis Freitag sind Gäste zwischen 14 und 17 Uhr willkommen. »Bei uns gelten strenge Regeln zur Einhaltung der Hygienevorschriften, in erster Linie natürlich die Wahrung des Abstands und Maskenpflicht«, erklärt Leiterin Ulrike Schrader.

ANGEBOTE Ein neues Angebot der Wuppertaler Begegnungsstätte ist die sogenannte Familienführung. Dabei sind nicht nur die klassische Familie Vater, Mutter, Kind, sondern auch Gruppen, die in einem Haushalt leben, herzlich willkommen und können sich durch das historische Gebäude führen lassen. Zu der von Ulrike Schrader herausgegebenen »Corona-Hausordnung« gehören das Abstandwahren von mindestens 1,50 Meter, die Maskenpflicht, das Desinfizieren der Hände sowie das Tragen von Einweghandschuhen, die kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Seit dem 14. Mai ist nach Monaten auch die Alte Synagoge Essen zu den üblichen Öffnungszeiten wieder zugänglich. »Damit setzen wir den Veranstaltungsbetrieb fort«, verkündet der Leiter der Alten Synagoge, Uri L. Kaufmann, freudig. Allerdings würden die Vorträge bis auf Weiteres im Hauptraum stattfinden, um dort den vorgeschriebenen Abstand zwischen den Besuchern einzuhalten.

»Veranstaltungen versuchen wir nachzuholen«, so Kaufmann. Allerdings hätten Carl Stephan Ehrlich (»Jüdische Metropole Toronto«) und Annette Böckler (»Jüdische Metropole London«) wegen der weiten Anreise ihre Vorträge ganz abgesagt.

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