Sachsenhausen/Ravensbrück

»Von der Vergangenheit berichten«

Die brandenburgische KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen Foto: imago images/epd

Mit Gedenkveranstaltungen ist am Sonntag in Brandenburg an die Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrationslager vor 77 Jahren erinnert worden. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärte in der Gedenkstätte Sachsenhausen, Frieden, Freiheit und Menschlichkeit seien nicht selbstverständlich: »Sie erfordern unseren täglichen Einsatz. Sie müssen aktiv erhalten, verteidigt und immer wieder neu geschaffen werden.«

Zugleich dankte Woidke fünf aus Polen angereisten KZ-Überlebenden, dass sie als Zeitzeugen »von der Vergangenheit berichten«. Auch 77 Jahre nach Kriegsende falle es schwer, sich das unerträgliche Leid vorzustellen, das Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft oder ihrer Überzeugung in Sachsenhausen und an anderen Orten des NS-Terrors ertragen mussten.

ns-regime Von 1936 bis 1945 waren den Angaben zufolge im KZ Sachsenhausen bei Oranienburg mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Anfangs waren es vor allem politische Gegner des NS-Regimes, später zunehmend Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, psychisch und körperlich Behinderte oder Kriegsgefangene. Zehntausende von ihnen starben durch Hunger, Erschöpfung, Krankheiten oder Kälte, durch Misshandlungen, Hinrichtungen, medizinische Experimente und Massentötungen.

Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) betonte bei einer Gedenkveranstaltung zur Befreiung des KZ Ravensbrück in Fürstenberg an der Havel, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sei. »Wenn wir eines aus der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts gelernt haben – dann, wie wichtig historische Wahrhaftigkeit und wie schändlich Geschichtsklitterung ist«, sagte die SPD-Politikerin.

Zwischen 1939 und 1945 sind den Angaben zufolge im KZ Ravensbrück 132.000 Frauen, 20.000 Männer und 1000 weibliche Jugendliche des »Jugendschutzlagers Uckermark« als Häftlinge registriert worden. Sie stammten aus mehr als 40 Nationen, unter ihnen auch zahlreiche Juden sowie Sinti und Roma. Zehntausende wurden ermordet oder starben an Hunger, Krankheiten oder durch medizinische Experimente. Allein in einer Ende 1944 erbauten Gaskammer starben rund 6000 Häftlinge. Ende April 1945 trieb die SS Zehntausende Häftlinge auf Todesmärsche in Richtung Nordwesten. Rund 3000 zurückgelassene Kranke wurden am 30. April 1945 durch die Rote Armee befreit. epd

Erfurt

Jüdisch-Israelische Kulturtage in Thüringen eröffnet

Die diesjährigen Jüdisch-Israelischen Kulturtage bringen israelische Kultur nach Thüringen und setzen mit Konzerten, Lesungen und Debatten ein Zeichen gegen Antisemitismus. Die Eröffnung stand im Zeichen der aktuellen Kämpfe im Nahen Osten

 06.03.2026

Forschungsprojekt

Hochschule für Jüdische Studien will Schüler handlungsfähig machen

Antisemitischer Hass ist im Netz allgegenwärtig. Ein neues Projekt erforscht jetzt linken Judenhass - und befähigt Schüler, der Hetze entgegenzutreten. Entscheidend dabei: Medienkompetenz und historisches Wissen

von Volker Hasenauer  06.03.2026

Hamburg

Jüdische Zukunft an der Elbe

Debattieren, begegnen und einander stärken: Mehr als 400 junge Erwachsene setzten beim Jugendkongress ein Zeichen

von Joshua Schultheis, Mascha Malburg, Moritz Piehler  05.03.2026

Berlin

Jüdisches Krankenhaus sucht weiter nach neuem Träger

Das insolvente Jüdische Krankenhaus Berlin soll zunächst weiter in Eigenverwaltung saniert werden. Der Krankenhausbetrieb wird in dieser Zeit in vollem Umfang aufrechterhalten

 05.03.2026

Reaktionen

Zwischen Sorge und Hoffnung

Jüdinnen und Juden mit iranischen Wurzeln verfolgen intensiv die Nachrichten – sie bangen mit den Israelis und hoffen, eines Tages wieder in den Iran reisen zu können. Wir haben uns umgehört

von Katrin Richter, Christine Schmitt  04.03.2026

Thüringen

Doppelkonzert eröffnet Jüdisch-Israelische Kulturtage

Nach stornierten Flügen gelingt dem israelischen Sharon-Mansur-Trio aus Haifa doch noch die Anreise nach Deutschland. Jetzt starten die Jüdisch-Israelischen Kulturtage Thüringen gemeinsam mit israelischen und iranischen Künstlern

 04.03.2026

Daniel Grossmann

»Wir bleiben sichtbar«

Der Münchener Dirigent erhält die Wilhelm-Hausenstein-Ehrung

von Esther Martel  04.03.2026

München

Verbunden aus Überzeugung

Die IKG ehrte Personen, die sich für die jüdische Gemeinschaft einsetzen

von Esther Martel  04.03.2026

Bedrohung

»Abstrakte Gefährdungslage«

Wegen des Kriegs im Nahen Osten sind die jüdischen Gemeinden in Deutschland alarmiert. Zugleich geht der Zentralrat davon aus, dass der Kampf gegen die Mullahs langfristig Sicherheit schafft

von Helmut Kuhn  04.03.2026