München

Uschi Glas: Christen müssen jüdische Mitbürger schützen

Uschi Glas Foto: picture alliance/dpa

Christen sind aus Sicht der Schauspielerin Uschi Glas (81) dazu verpflichtet, besonders auf Juden zu achten. »Wir müssen diese kleine Gruppe jüdischer Mitbürger beschützen und fest an ihrer Seite stehen«, sagte Glas im Interview der katholischen Wochenzeitung »Die Tagespost«. Die christlichen Kirchen hätten es auch in der NS-Zeit an Nächstenliebe fehlen lassen - auch wenn es natürlich Ausnahmen gegeben habe.

Glas zeigte sich beeindruckt von Charlotte Knobloch (93), mit der sie für ihr neues Buch Gespräche geführt hat: »Ich bewundere diese tüchtige, gradlinige Frau sehr.« Beide machten sich Sorgen um die Demokratie in Deutschland. Dem Judentum fühle Glas sich verbunden, weil sie als junges Mädchen nach dem Krieg jüdische Familien kennengelernt habe. Dabei habe sie »die Erfahrung gemacht, dass niemand dieser Menschen, bei denen ich eingeladen war, mich wegen meiner deutschen Herkunft angegriffen oder verurteilt hat. Ich bin immer mit offenen Armen aufgenommen worden und das kann ich nicht vergessen.« Dafür sei sie noch heute demütig und dankbar.

Auch sie habe als evangelisches Kind im katholischen Bayern gemerkt, wie es ist, aufgrund seiner Religion nicht dazuzugehören. »Aber ich möchte dazu auch sagen, dass die Ausgrenzung, die ich als Kind erfuhr, nicht ansatzweise mit dem zu vergleichen ist, was jüdische Menschen in Deutschland auch heute wieder erleben müssen.«

Medien

Springer-Chef Döpfner nimmt »Politico«-Redaktion in die Pflicht

Niemand sollte für Axel Springer arbeiten, wenn er Israels Existenzrecht anzweifelt, stellt Mathias Döpfner nach Kritik aus der »Politico«-Redaktion klar

 29.04.2026 Aktualisiert

Terrorismus

Irans neue Front

Die Auftraggeber der aktuellen Anschlagsserie auf jüdische und amerikanische Einrichtungen in Europa sitzen offenbar in Teheran

von Michael Thaidigsman  29.04.2026

Debatte

Verfassungsschutz-Chef: Nicht jede radikale Kunst ist extremistisch

Seit dem Ausschluss dreier Buchläden für den Buchhandlungspreis wird über die Rolle des Verfassungsschutzes in der Kultur diskutiert. Der Thüringer Verfassungsschützer Kramer sieht den Schutz der Kunstfreiheit als Aufgabe

 29.04.2026

Debatte

Prien: Zu viele Mittel sind in die Förderung von linken Projekten geflossen

Mit ihrer Ankündigung, das Programm »Demokratie leben« zu reformieren, hat Ministerin Prien für viel Verunsicherung gesorgt. Überrascht hat sie das nicht. Ihr sei klar gewesen, damit »in ein Wespennest zu stechen«

 29.04.2026

Berlin

Jüdischer Verein meldet antisemitischen Angriff auf Mitarbeiter

Das Opfer entdeckt ein rotes Dreieck an der Klingelanlage seines Wohnhauses. Sein Klingelknopf ist ebenfalls rot markiert

 29.04.2026

Freiburg

Antisemitischer Angriff auf koscheren Food Truck

Das Fahrzeug wurde mit Farbsprays besprüht. Außerdem klebten die Täter palästinensische Terrorsymbole auf den Bus

 29.04.2026

Potsdam

Andreas Büttner erschüttert über Ermittlungsergebnis

Bei dem Anschlag am frühen Morgen des 4. Januar wurde ein Nebengebäude auf dem Grundstück des Antisemitismusbeauftragten in Templin in Brand gesetzt

 29.04.2026

Jom Haazmaut

Leipzig feiert den 78. Unabhängigkeitstag Israels

Botschafter Ron Prosor spricht von »Optimismus, Lebensfreude und Tatendrang«

von Detlef David Kauschke  29.04.2026

Berlin

Finanzsenator übernimmt Amt von Sarah Wedl-Wilson

Stefan Evers soll die Leitung der Kulturverwaltung mit übernehmen - zumindest für die nächsten fünf Monate

 29.04.2026