Auszeichnung

Verdienstkreuz am Bande für Ernst Grube

Der Zeitzeuge Ernst Grube spricht mit Schülern in Nürnberg (2022). Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Der Holocaust-Überlebende Ernst Grube wird am Freitag mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Verliehen wird ihm die Ehrung durch den bayerischen Kultusminister Michael Piazolo.

Schon vor der Zeremonie wurde Grube gratuliert. »Wir freuen uns sehr für und mit unserem langjährigen Kuratoriumsvorsitzenden«, sagte Karl Freller , der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten. »Diese höchst verdiente Ehrung ist ein starkes Symbol für sein Wirken und seinen seit Jahrzehnten unermüdlichen Einsatz für eine verantwortliche Erinnerung, für Austausch und Frieden.«

Erinnerungs- und Gedenkkultur »Wir hoffen, ihn noch etliche Jahre an unserer Seite zu wissen«, so Freller. Grubes Engagement im Bereich der Erinnerungs- und Gedenkkultur sei heute wichtiger denn je.

Geboren wurde Ernst Grube 1932 in München. Da seine Mutter Jüdin war, steckten ihn die Nazis zusammen mit seinen Geschwistern in ein jüdisches Kinderheim. Er musste den »Judenstern« tragen. Später wurden die Kinder mit ihrer Mutter ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert.

Nach dem Krieg wurde er als Kommunist mit dem »Radikalenerlass« belegt, zeitweise inhaftiert und vorübergehend als Berufsschullehrer entlassen. Heute ist er Präsident der Lagergemeinschaft Dachau, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Mitglied des Kuratoriums der Evangelischen Versöhnungskirche und Teil des politischen Beirats des NS-Dokumentationszentrums. Auch ist Grube Träger des Georg-Elser-Preises und Ehrenbürger Münchens.

Vor zwei Wochen kommentierte Grube in der Jüdischen Allgemeinen die Aiwanger-Affäre um ein antisemitisches Flugblatt und eine halbherzige Entschuldigung. ja

Seele

Wenn alles zu viel ist

Erstarkende Extreme, Gedanken ans Auswandern, Rechtfertigen im Alltag – eine virtuelle Begegnung mit Jüdinnen und Juden und der Frage: Wie gehtʼs dir?

von Katrin Richter  27.10.2026

Ausstellung

Waschgefäß ohne Geschichte

Das Jüdische Historische Institut in Warschau zeigt Exponate aus dem ehemaligen Berliner Jüdischen Museum – ohne klare Verweise und mit auffälliger Distanzierung

von Ingo Loose  27.10.2026

Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens: Akademie öffnet

Es ist die erste Institution dieser Art in der Bundesrepublik. Was hat es damit auf sich?

 27.10.2026

Deutschland

Zentralrat der Juden warnt vor möglicher antisemitischer Gewalt bei Protesten am 31. Oktober

In einem Schreiben wird für das Wochenende zu Vorsicht und verschärften Sicherheitsmaßnahmen geraten

 26.10.2026

Brandenburg

Neuer Staatsvertrag für jüdische Gemeinden in Brandenburg

In Brandenburg hat die Bekämpfung des Antisemitismus seit 2022 Verfassungsrang. Nun soll der Staatsvertrag mit den jüdischen Gemeinden verbessert werden

 25.10.2026

Porträt der Woche

Die Erinnerung muss bleiben

Thomas Gabelin wurde in Theresienstadt geboren. Heute ist er aktiver Zeitzeuge

von Christine Schmitt  25.10.2026

Jubiläum

Brücke nach Israel

TAMAD feiert 25 Jahre Freundschaft und kulturellen Dialog mit dem jüdischen Staat

von Luis Gruhler  25.10.2026

Brustkrebs

»Vorsorge ist entscheidend«

Hannah Arbitmann über Mammakarzinome, Gentests und die Menopause

von Katrin Richter  23.10.2026

Würdigung

Bayerischer Walk of Fame

Zwei Lebensgeschichten, ein gemeinsames Zeichen: Charlotte Knobloch und Herzog Franz von Bayern werden für ihr Engagement geehrt

von Luis Gruhler  23.10.2026