München

Toraeinbringung mit Hindernissen

Rabbiner Tom Kucera mit der neuen Torarolle Foto: Marina Maisel

Mit einem halben Jahr Verzögerung hat die Liberale Jüdische Gemeinde München Beth Shalom ihre neue Torarolle einbringen können. Sie war anlässlich des zehnten Rabbinerjubiläums von Tom Kucera in Auftrag gegeben worden. Die Einbringung im Mai hatte ein IT‐Softwarefehler bei British Airways verhindert. Der Flug des Sofer von London nach München war annulliert worden.

Am Sonntag war es dann endlich so weit. 41 Mitglieder und Freunde der Münchner Liberalen Gemeinde trugen dazu bei und durften ihre Hand auf dem mit einem Tallit bedeckten Arm von Sofer Bernard Benarroch ablegen, der mit seinem Federkiel die letzten 41 Buchstaben nachzog.

Er sei sehr aufgeregt gewesen, sagte ein junger Mann. Ein »Mem von Mosche« habe er bekommen, »sieht gut aus«, freute er sich. »86 Jahre alt musste ich werden, um so etwas zu erleben!«, zeigte sich ein ehemaliger Musikpädagoge aus Tel Aviv gerührt. Auch Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, gehörte zu den Aufgerufenen.

Jisrael Als Letzter legte schließlich Gemeinderabbiner Tom Kucera selbst »Hand an«. Für ihn war auch das letzte Wort der Schrift reserviert: »Jisrael«.

Etwa 150 Gäste feierten die Einbringung, die meisten von ihnen Gemeindemitglieder, Freunde und Unterstützer von Beth Shalom. Unter dem Festpublikum befanden sich auch Deborah Tal‐Rüttger, stellvertretende Vorsitzende der »Union progressiver Juden in Deutschland«, Karin Offman, Geschäftsführerin des Landesverbandes der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern, die neue Generalkonsulin des Staates Israels, Sandra Simovich, Rabbiner Steven Langnas, Vertreter aus Politik, der christlichen Kirchen sowie anderer Glaubensgemeinschaften.

generation »Le‐Dor va‐Dor«, von Generation zu Generation solle die Tora weitergetragen werden, sagte Rabbiner Kucera beim Festumzug mit der Sefer Tora. Das Besondere des Tages sei, so Kucera, dass Menschen auch außerhalb der Gemeinde dazu beigetragen haben, dass man heute feiern könne.

Für die Tora waren 30.000 Euro aufgebracht worden. »Diese gemeindeübergreifende Bedeutung kann nicht mehr gesteigert werden«, stellte er fest und bedankte sich nach dem Gottesdienst in der Gemeindesynagoge noch einmal ausdrücklich – an Charlotte Knobloch gewendet – bei der IKG München und Oberbayern »für das Geschenk des neuen Toramantels«.

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