Berlin

Toleranzpreis für Barrie Kosky und Herta Müller

Laudator Ernest Wichner, Herta Müller, Museumsdirektorin Hetty Berg, Barrie Kosky und Julia Spinola (v.l.) Foto: picture alliance/dpa

Die Schriftstellerin und Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller und der Theater- und Opernregisseur Barrie Kosky sind am Samstag mit dem »Preis für Verständigung und Toleranz« des Jüdischen Museums Berlin ausgezeichnet worden.

Der Preis wird seit 2002 an Persönlichkeiten verliehen, die sich auf herausragende Weise um die Förderung der Menschenwürde, die Völkerverständigung, die Integration von Minderheiten und das Zusammenleben unterschiedlicher Religionen und Kulturen verdient gemacht haben, wie das Museum mitteilte.

gegenwartskultur Opernregisseur Barrie Kosky (55) wurde als herausragende Künstlerpersönlichkeit gewürdigt. Er stehe mit seiner Arbeit wie als Person für deutsch-jüdische Gegenwartskultur und für deutsch-jüdisches Leben in Berlin. In seiner zehnjährigen Intendanz bei der Komischen Oper Berlin habe er jüdische Kultur wieder auf die Bühne gebracht. Herta Müller (69) setze sich in ihrer schriftstellerischen Arbeit intensiv damit auseinander, welche Gewalt Diktaturen ausüben, indem sie Freiheiten einschränken und die Würde von Menschen verletzen, hieß es zur Begründung.

Der »Preis für Verständigung und Toleranz« besteht aus einer Bronzeskulptur in Form eines Oloids, einer geometrischen Form von zwei sich senkrecht schneidenden Kreisen. Die Laudatio für Herta Müller hielt der Schriftsteller und Übersetzer Ernest Wichner halten, die für Barrie Kosky die Musikkritikerin Julia Spinola. Im vergangenen Jahr erhielten Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, und der Architekt Daniel Libeskind die Auszeichnung. epd

Porträt

Stil auf Rädern

Der Swing-Musiker Andrej Hermlin sammelt Oldtimer – und fährt sie, statt sie nur in der Garage zu bewundern. Ein Besuch in Pankow

von Imanuel Marcus  06.08.2026

Reform

Hilfe im Alltag

Familien mit behinderten Kindern sorgen sich, dass ausgerechnet die Unterstützung gekürzt wird, die ihnen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht

von Christine Schmitt  05.08.2026

Erfurt

Schicht um Schicht

Dort, wo eben noch Parkplätze waren, wird seit wenigen Tagen nach einem Stück jüdischer Geschichte gegraben. Erst mit dem Bagger, dann von Hand

von Katrin Richter  05.08.2026

Geschichte

Bedrohlich aktuell

Ein Forschungsprojekt von NS-Dokuzentrum und Lenbachhaus untersucht, wie völkische Gedanken vor dem Ersten Weltkrieg wirkten

von Luis Gruhler  05.08.2026

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 6. August bis zum 13. August

 05.08.2026

Hamburg

Ruine mit Herz

Einst das Zuhause des Reformjudentums, stand der Israelitische Tempel kurz vor dem Verfall. Eine Bürgerinitiative und die Stadt wollen den historischen Ort nun neu beleben. Ein Besuch im Hinterhof

von Heike Linde-Lembke  02.08.2026

Geschichte

Die Pension in Mumbai

Ellie und Max Lesser aus Dresden waren zwei von vielen sächsischen Juden, die vor den Nazis Sicherheit in Indien suchten. Deren tragische Geschichte recherchierte nun die Journalistin Iris Völlnagel

von Thyra Veyder-Malberg  02.08.2026

Programm

Kultursommer, Führungen und Einstein vs. Hawking: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 31. Juli bis zum 6. August

 02.08.2026

Porträt der Woche

Mehr als ein Beruf

Valerie Vorkul ist Sozialarbeiterin – und jüdischer, als sie lange Zeit annahm

von Leon Stork  02.08.2026