EMG 2015

Sport zum Lesen

Alon Meyer, Jessica Brauner und Oren Osterer (v.l.) bei der Buchvorstellung Foto: Samuel Ahren

Es waren Spiele, wie es der bekannte Sportreporter Marcel Reif formulierte, um das »lebendige jüdische Leben in Europa und besonders auch in Deutschland durch die denkbar sympathischste Art und Weise zu repräsentieren – Sport«.

Die 14. European Maccabi Games (EMG), die zu einem Großteil in jenem Olympiastadion ausgetragen wurden, in dem 80 Jahre zuvor jüdische Sportler diskriminiert oder in vielen Fällen von der Teilnahme ausgeschlossen wurden, waren das Event des Sommers 2015. Über 2100 Sportler aus 38 Ländern traten in 19 verschiedenen Sportarten insgesamt elf Tage lang gegeneinander an.

Herzblut Nun erinnert das Buch European Maccabi Games Berlin – Europas größtes jüdisches Sportfest an die EMG. Im Mittelpunkt des Bandes stehen die Bilder von Jessica Brauner und ihres Fotografenteams. »Die große Euphorie rund um dieses Ereignis und die Freude der zahlreichen Helfer, die sich mit viel Herzblut engagiert haben, wirkt über Makkabi hinaus und wird durch dieses Buch festgehalten«, betonte Makkabi-Deutschland-Präsident Alon Meyer bei der Vorstellung des Buches im Deutschen Sport & Olympiamuseum in Köln.

Dass die Spiele in Deutschland stattfanden, sei auch ein Zeichen für das neu gewonnene Vertrauen gegenüber der heutigen Bundesrepublik Deutschland. Die vielen Fotos dokumentieren auch, dass die Spiele in Berlin »für Makkabi Deutschland ein Zusammenrücken bedeuteten, um sich zum Judentum, zum Glauben, zu seinen Werten zu bekennen«.

Neben dem Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat beispielsweise auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, einen Beitrag verfasst.

Der Sporthistoriker und emeritierte Professor der Deutschen Sporthochschule Köln, Manfred Lämmer, mahnte den DOSB mit Blick auf die jüngsten Diskriminierungen von israelischen Sportlern bei den U23-Weltmeisterschaften der Ringer, sich zusammen mit anderen Sportverbänden entschieden dagegen auszusprechen und den Boykott zu sanktionieren. »Die olympische Charta verbietet jegliche Diskriminierung«, sagte Lämmer, der den Aufsatz »Vom ›Muskeljudentum‹ zur Makkabiah« zu dem Makkabi-Buch beisteuerte.

Erinnerungen Unbelastet bleibt die Erinnerung an die Spiele vor zwei Jahren. Dieser Eindruck verfestigt sich bei jeder Seite der Dokumentation, die von Makkabi Deutschland sowie der Bundeszentrale für politische Bildung im Verlag Hentrich & Hentrich herausgegeben wurde.

Glücklich nach der Buchvorstellung war vor allem Oren Osterer, der Organisationschef der 14. European Maccabi Games: »Nach diesem Abend kann ich ein aufregendes Kapitel meines Lebens abschließen, das mir und sicherlich allen, die dabei gewesen sind – egal ob Organisationskomitee, Ehrenamtliche, Sportler oder Zuschauer –, stets in dankbarer und lebhafter Erinnerung bleiben wird. Nicht zuletzt dank dieses Buches.«

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