Bochum

Schüsse auf Synagoge: DNA-Spuren belasten Angeklagten

Synagoge der Jüdischen Gemeinde Bochum Foto: imago stock&people

Vor zweieinhalb Jahren soll ein Rechtsextremer nachts zwei Schüsse auf die Bochumer Synagoge abgegeben haben. Laut Staatsanwaltschaft durchschlugen die Projektile eine Scheibe über dem Eingang des Gotteshauses. Seit Donnerstag muss sich der 37-jährige Bochumer für diese und weitere Straftaten vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Auf Anraten seines Verteidigers will sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen äußern.

Neben den Schüssen auf die Synagoge geht es in dem Prozess auch um zwei Brandanschläge auf einen Kindergarten und ein Wohnhaus in Bochum. In beiden Fällen sollen mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Glasflaschen geworfen worden sein. Größerer Schaden entstand jedoch laut Anklage nicht. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Angeklagte auch diese Taten aufgrund seiner rechtsextremen Gesinnung verübt hat. In dem Wohnhaus lebte offenbar eine Familie mit polnischen Wurzeln.

Der Angeklagte wurde im Frühjahr 2023 festgenommen. Im Rahmen einer Wohnungsdurchsuchung sollen bei ihm Drogen und eine Gaspistole gefunden worden sein. Ob diese Waffe zum Abfeuern der Projektile auf die Synagoge benutzt wurde, steht noch nicht fest. Eine DNA-Sachverständige erläuterte jedoch im Prozess, dass sowohl auf den Projektilen als auch an den bei den Brandanschlägen verwendeten Glasflaschen DNA-Spuren gesichert werden konnten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem Angeklagten stammen. dpa

Alija

Darum bleibe ich

Der 7. Oktober hat unsere Autorin zu einem anderen Menschen gemacht. Und beinahe wäre sie nach Israel ausgewandert. Vieles aber hält sie hier – aus gutem Grund

von Barbara Bišický-Ehrlich  23.07.2026

Interview

»Kiddusch mit Empanadas«

Daniela Rusowsky über die lateinamerikanische Gemeinschaft in Berlin, Melodien aus der Heimat und die Bedeutung von Kabbalat Schabbat

von Mascha Malburg  23.07.2026

Programm

Marathon-Mann, Swingende Hermline und ein festliches Triple in Karlsruhe: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 23. Juli bis zum 30. Juli

 22.07.2026

Projekt

Ein Denkmal für gefallene Soldaten und ermordete Juden

Ein Dorf will mit einer Gedenkstätte an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das geplante gemeinsame Gedenken an gefallene Soldaten und ermordete Juden ruft ein unterschiedliches Echo hervor

von Jens Bayer-Grimm  21.07.2026

Berlin

Jüdisch, Queer, Selbstbewusst

Der »Pride-Shabbat« des Vereins Keshet Deutschland zeigt auch in diesem Jahr wieder, dass jüdisches und queeres Leben zusammengehören

von Leon Stork  20.07.2026

Pforzheim

Die vergessene jüdische Geschichte der Goldstadt

Vom Schwarzwald aus verkauften Juden einst Schmuck in die ganze Welt. Erst langsam wird diese Geschichte aufgearbeitet. Sie ist nicht immer glänzend – und auch noch nicht vorbei

von Mascha Malburg  20.07.2026

Porträt der Woche

»Ich wollte zum Ursprung«

Richard Ernst konvertierte zum Judentum, wurde Gärtner und Hobbymaler

von Anja Bochtler  18.07.2026

Würdigung

Im Einsatz für die Demokratie

Minister Georg Eisenreich zeichnete Engagierte in Justiz und Polizei mit dem Fritz-Neuland-Gedächtnispreis aus

von Luis Gruhler  18.07.2026

München

Bücher für alle

Der Literaturwissenschaftler Nathan Cohen sprach im Rahmen der Scholem-Alejchem-Reihe über populäre jiddische Literatur in Osteuropa

von Nora Niemann  18.07.2026