Bochum

Schüsse auf Synagoge: DNA-Spuren belasten Angeklagten

Synagoge der Jüdischen Gemeinde Bochum Foto: imago stock&people

Vor zweieinhalb Jahren soll ein Rechtsextremer nachts zwei Schüsse auf die Bochumer Synagoge abgegeben haben. Laut Staatsanwaltschaft durchschlugen die Projektile eine Scheibe über dem Eingang des Gotteshauses. Seit Donnerstag muss sich der 37-jährige Bochumer für diese und weitere Straftaten vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Auf Anraten seines Verteidigers will sich der Angeklagte nicht zu den Vorwürfen äußern.

Neben den Schüssen auf die Synagoge geht es in dem Prozess auch um zwei Brandanschläge auf einen Kindergarten und ein Wohnhaus in Bochum. In beiden Fällen sollen mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Glasflaschen geworfen worden sein. Größerer Schaden entstand jedoch laut Anklage nicht. Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass der Angeklagte auch diese Taten aufgrund seiner rechtsextremen Gesinnung verübt hat. In dem Wohnhaus lebte offenbar eine Familie mit polnischen Wurzeln.

Der Angeklagte wurde im Frühjahr 2023 festgenommen. Im Rahmen einer Wohnungsdurchsuchung sollen bei ihm Drogen und eine Gaspistole gefunden worden sein. Ob diese Waffe zum Abfeuern der Projektile auf die Synagoge benutzt wurde, steht noch nicht fest. Eine DNA-Sachverständige erläuterte jedoch im Prozess, dass sowohl auf den Projektilen als auch an den bei den Brandanschlägen verwendeten Glasflaschen DNA-Spuren gesichert werden konnten, die mit hoher Wahrscheinlichkeit von dem Angeklagten stammen. dpa

Wuppertal

Am helllichten Tag

Nach dem Brandanschlag auf die Synagoge geht das Gemeindeleben in der nordrhein-westfälischen Stadt weiter. Aber was bedeutet diese Normalität?

von Helmut Kuhn  01.10.2026

Rostock

Zunehmend sprachlos

Die Gemeinde hatte Schlimmeres befürchtet, doch Sorgen bleiben auch nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern

 01.10.2026

Wiedervereinigung

Zeit der Blüte

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Für jüdische Gemeinden in Ost und West war dies ein neuer Anfang, für manche auch die Rettung. Drei Gemeindemitglieder erzählen, wie sie diese Zeit erlebten

von Christine Schmitt  01.10.2026

Deutschland

Holocaust-Überlebende: Regierung der Linkspartei in Berlin wäre eine Katastrophe

»Hier muss die Politik gründlich aufpassen, dass das nicht passiert«, sagt Charlotte Knobloch bei »Maischberger«

 01.10.2026

Wahl

»Der Schock sitzt tief«

Jüdinnen und Juden blicken mit großer Skepsis auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der Linken. Sie fordern klare Zusagen zum Kampf gegen Antisemitismus

von Christine Schmitt  30.09.2026

Rathaus Neukölln

Berlin

Hillel zieht seine Chanukkia aus dem Rathaus Neukölln ab

Der jüdische Bildungsverein will seine Chanukka-Feier künftig an einem »neutralen Ort« abhalten. Für den scheidenden Bürgermeister Martin Hikel ist die Entscheidung ein Schock

 01.10.2026 Aktualisiert

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 8. Oktober

 30.09.2026

Chemnitz

Gestohlener Davidstern sichergestellt

Unbekannte hatten laut Polizei in der Dauerausstellung des Lern- und Gedenkortes eine Schautafel beschädigt und den Davidstern mitgenommen

 28.09.2026

Archäologie

Hoffnung auf Latrinen - Grabung legt mittelalterliche Keller frei

Die Funde auf dem Areal der zweiten Jüdischen Gemeinde informieren über das Leben im mittelalterliche Erfurt. Zugleich geben sie Einblicke in die Stadtplanung des 13. Jahrhunderts

von Matthias Thüsing  28.09.2026