Kino

Schau mal Rhein

Szene aus dem legendären Film »Der Prinz von Ägypten« Foto: imago images/Everett Collection

Wie beeindruckt man eine Frau? Diese Frage stellen sich – vielleicht täglich – viele Männer. Und wenn sie Glück haben, oder einfach nur Verstand, dann gelingt es ihnen manchmal sogar. Der israelische Kommandeur Assi steht vor einer solchen Herausforderung: Er will seiner Frau imponieren, und wie könnte das besser gelingen als mit dem Manuskript zu ihrer Lieblings-Soap Opera Tel Aviv on Fire? Das nämlich ist ihm in die Hände gefallen, nachdem er den jungen Serienautor Salim am Checkpoint gestoppt hat. Assi will den Plot verändern, um seiner Frau mehr Unterhaltung zu bieten.

Das ist der Auftakt nicht nur zu einem kurzweiligen Film des israelischen Regisseurs Sameh Zoabi aus dem Jahr 2019, sondern auch zum Paul-Spiegel-Filmfestival »Jüdische Welten«, der cineastischen Institution im Rheinland.

vielfalt Bis zum 11. Juni lädt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf Kinofreunde ein, sich durch Filme zu schauen, die sich »mit verschiedenen Bestandteilen des jüdischen Lebens befassen und auch teilweise israelische Produktionen sind«, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Ziel des Paul-Spiegel-Filmfestivals sei es, »die Vielfalt der jüdischen Identitäten aufzuzeigen und zu unterstreichen, dass jüdisches Leben in der Gegenwart blüht und nicht ausschließlich auf die Schoa zu reduzieren« sei.

»Jüdisches Leben lässt sich nicht einseitig betiteln, ganz im Gegenteil, es sprüht vor Vielfalt – genau wie das Paul-Spiegel-Filmfestival auch wieder in diesem Jahr facettenreiche Filme zu bieten haben wird«, sagt Oded Horowitz, der Vorstandsvorsitzende der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.

Und die können sich durchaus allesamt sehen lassen. Wie Pola Becks Verfilmung von Olga Grjasnowas Buch Der Russe ist einer, der Birken liebt mit Aylin Tezel als Mascha oder Sohn meines Vaters des Schweizer Regisseurs Jeshua Dreyfus mit Dani Levy und Dimitri Stapfer in einer Vater-Sohn-Geschichte.

programm Auch die Tragikomödie Golden Voices ist ein Film im Festival-Programm. Erzählt wird die Geschichte von Raya Frenkel und ihrem Mann Victor, die in der Sowjetunion Stars der Synchronisation waren. 1990 wandern sie nach Israel aus und wollen dort einen Neuanfang wagen. Doch wie ohne Sprachkenntnisse und ohne Job? Raya beschließt, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen, und schlägt eine Laufbahn ganz anderer Natur ein. Der Regisseur Evgeny Ruman wurde für seinen Film 2019 sowohl beim Haifa International Film Festival als auch beim Tallinn Black Nights Film Festival ausgezeichnet.

Eine noch bekanntere Auszeichnung, einen Oscar nämlich, gab es übrigens für diesen Film des Festivals, der im Kinderprogramm läuft: Der Prinz von Ägypten. Und sicherlich werden sich auch ein paar Erwachsene den Zeichentrick ansehen und die Lieder mitsummen. Ob Soap Opera, Vater-Sohn-Story oder Kinderfilm – für alle Filmfans sind die »Jüdischen Welten« ein Muss. Also: Auf nach Düsseldorf.

www.juedischewelten.com

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