Festjahr

Nachweis über 1700 Jahre jüdisches Leben kommt nach Köln

Es begann im Jahr 321 in Köln: das Dekret Kaiser Konstantins Foto: Biblioteca Apostolica Vaticana

Der älteste Nachweis über 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland soll in der zweiten Jahreshälfte als Leihgabe in Köln ausgestellt werden. Wie das Erzbistum Köln am Mittwoch mitteilte, handelt es sich dabei um die spätere Abschrift eines Gesetzes des römischen Kaiser Konstantins, das dieser im Jahr 321 erließ.

Damit erlaubte er die Berufung von Juden in den Kölner Stadtrat. Der Erlass ist der früheste Beweis für die Existenz einer jüdischen Gemeinde in Köln. Die Gemeinde gilt damit als die älteste nördlich der Alpen.

CODEX THEODOSIANUS Die älteste Überlieferung des kaiserlichen Erlasses befindet sich in dem »Codex Theodosianus«, einer spätantiken Rechtssammlung in einer Abschrift aus dem sechsten Jahrhundert. Die Handschrift wird in der Vatikanischen Bibliothek aufbewahrt und soll ab September im Kunstmuseum des Erzbistums Köln Kolumba ausgestellt werden.

»Es ist eine sehr große Freude für mich persönlich und für alle Kölner, dass diese kostbare Quelle über jüdisches Leben als Herzstück der Jubiläumsausstellung nach Köln kommt«, wurde Kardinal Rainer Maria Woelki zitiert.

»Gerade in einer Zeit, in der Theorien und Ideen mit antisemitischen Wurzeln wieder neu auf dem Vormarsch zu sein scheinen, ist es umso wichtiger zu zeigen, wie bedeutend jüdisches Leben seit 1700 Jahren für unsere Geschichte und Kultur ist.« dpa

Alija

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