Berlin

Mehrsprachig und vielseitig

Allein der Abgang des Chores dauerte einige Minuten, denn auf der Bühne des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn sangen mehr als 80 Schüler und Schülerinnen ein Medley – unter Leitung der Musiklehrer Boris Rosenthal und Michel Gribenski. Die Aula war am vergangenen Sonntag voll, wie an jedem Tag der Offenen Tür. Geschwister, angehende Schüler, Eltern und Großeltern wollten einen Eindruck von der Schule bekommen. Unter den Besuchern war auch die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Petra Pau (Die Linke).

»Mit diesem Medley habt ihr unser Schulprogramm in Worte gefasst«, sagte Aaron Eckstaedt, seit vier Jahren Schulleiter. Denn die Schüler sangen über das Leben und den Frieden – darüber, wie gut es ist, zusammenzusitzen, wie man sich gegen Gefahr wappnet, von jüdischer Tradition und Fröhlichsein. Und das in mehreren Sprachen. »Es galt und gilt: Das Jüdische Gymnasium wird international«, sagte Eckstaedt.

Abitur Die über 420 Schüler gehören vielen verschiedenen Nationen an. Als Sprachen bietet die staatlich anerkannte Privatschule mit teilgebundenem Ganztagsbetrieb Englisch, Französisch, Hebräisch und Russisch an. In dem Haus an der Großen Hamburger Straße können Schüler den Mittleren Schulabschluss und das Abitur machen. Vor 25 Jahren, 1993, war die Schule wiedergegründet worden. Im Herbst soll das gefeiert werden. Der Förderverein wolle dazu auch die ehemaligen Schüler einladen, sagte die frühere Schuldirektorin Barbara Witting.

In der Aula, die am Sonntag vorübergehend zur Sporthalle wurde, gibt es täglich ein koscheres Mittagessen. Beim Tag der Offenen Tür traten dort die Mitglieder der Inline-AG auf, die seit einem Jahr trainieren und ihre rasanten Kunststücke zeigten. Auf fünf Etagen präsentierten Lehrer und Schüler die Angebote ihrer Schule –wie etwa ein digitales Lernprogramms für Hebräisch, die Tierpflege- und Schach-AG und die verschiedenen Fächer.

Mit dem Halbjahreszeugnis 2017/18 können sich die angehenden Gymnasiasten für einen Platz in Klasse fünf oder sieben bewerben. Die Bewerber müssen nicht jüdisch sein, aber offen für Religion betonte Eckstaedt. Am Sekretariat war bereits gegen 12.30 Uhr eine lange Schlange von Familien sichtbar, die einen Vorstellungstermin ausmachen wollten. Dies ist aber auch noch in den nächsten Tagen telefonisch möglich.

Rheinland-Pfalz

SchUM-Kulturtage Speyer präsentieren jüdisches Leben

Ob ein Kochkurs mit dem Landesrabbiner oder jiddische Lieder mit dem Oberkantor: Die SchUM-Kulturtage laden ab Oktober mehr als einen Monat lang dazu ein, die jüdische Kultur kennenzulernen

 14.09.2026

Kino

»Ich habe keine Heimat«

Eine Dokumentation über Albrecht Weinberg erzählt von Verfolgung, Erinnerung und der schwierigen Rückkehr in das Land der Täter

von Esther Martel  14.09.2026

Porträt der Woche

Der Barockmusiker

Moshe Haas stammt aus Israel, ist Kantor und liebt Johann Sebastian Bach

von Anja Bochtler  14.09.2026

Berliner Leuchtturmprojekt

Musikalische Stolpersteine jetzt in fünf Bundesländern

Mehrere Tausend in Gehwegen eingelassene »Stolpersteine« halten europaweit die Erinnerung an Verfolgte des Naziregimes wach. Jetzt gibt es auch »Stolperstein«-Podcasts

 14.09.2026

Düsseldorf

Josef-Neuberger-Medaille für Mona Neubaur

Mit der Josef-Neuberger-Medaille ehrt die Jüdische Gemeinde Düsseldorf seit über 30 Jahren Menschen oder Institutionen der nichtjüdischen Öffentlichkeit. Für ihren Einsatz gegen Antisemitismus geht der Preis in diesem Jahr an NRW-Ministerin Neubaur

 14.09.2026

Deutschland

Morddrohung gegen Charlotte Knobloch nach AfD-Wahlsieg

Die Gewaltandrohung steht in explizitem Zusammenhang mit dem Wahlsieg der AfD. Knobloch sagt aus Sicherheitsgründen Veranstaltung ab

 11.09.2026

Neujahr

Mit Tatkraft und Ausdauer

Gerade in diesen Zeiten müssen wir als jüdische Gemeinschaft die Werte der Demokratie verteidigen. Denn auch wir tragen Verantwortung – mehr denn je

von Charlotte Knobloch  11.09.2026

Berlin

Bundespräsident Steinmeier: Müssen alles daran setzen, Antisemitismus zu bekämpfen

»Es ist beschämend und darf uns niemals ruhen lassen, wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland Anfeindungen auf der Straße oder in Universitäten ausgesetzt sind« schreibt Frank-Walter Steinmeier

 11.09.2026

Imkerei

»Bienen muss man respektieren«

Wie bei vielen Juden steht bei den Gempels zu Rosch Haschana Honig auf dem Tisch. Doch bei ihnen kommt er aus dem eigenen Garten. Ein Ausflug nach Leipzig

von Mascha Malburg  11.09.2026