Festakt

Männer der ersten Stunde

Jan Mühlstein (l.), Leo Hepner und Ehefrauen Foto: Gregor Zielke

Sie sind Männer der ersten Stunde, der eine auf europäischer Ebene, der andere auf deutscher. Am 19. Juli erhielten Leo Hepner und Jan Mühlstein den Israel-Jacobson-Preis der Union progressiver Juden (UpJ). Hausherr und Staatsminister Erhard Weimann hieß nationale und internationale Gäste in der Landesvertretung des Freistaates Sachsen beim Bund willkommen.

Sachsen fühle sich mit dem jüdischen Leben sehr verbunden, auch wenn die NPD im Landtag vertreten sei. »Wir werden uns von dieser Last befreien«, wandte sich Weimann an den Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan J. Kramer.

Wertschätzung Ihn und den Direktor der Zentralwohlfahrtsstelle, Beni Bloch, begrüßte die Vorsitzende der UpJ, Sonja Guentner, herzlich. Ihr Kommen zeige auch, welche große Wertschätzung sich die Preisträger erworben hätten. Unter den Festgästen konnte sie auch die Vorsitzende der European Union for Progressive Judaism, Miriam Kramer, und den Vizepräsidenten des liberalen Weltverbandes, Rabbiner Joel Oseran, willkommen heißen.

Rabbiner Henry G. Brandt zeichnete als Laudator den Werdegang der Reformbewegung in den vergangenen 20 Jahren nach. »Eine starke Eiche begann mit einem Samenkorn«. So verdanke auch die liberale Bewegung ihre Entwicklung einer Idee und Begeisterungsfähigkeit von Einzelnen. In der Zeit des Aufbaus habe Leo Hepner als Repräsentant des europäischen Verbandes ermunternde Worte gefunden.

Zwischenstation Jan Mühlstein habe in Deutschland wesentlich am Aufbau mitgewirkt. Doch der Preis sei kein Abschiedsgeschenk, sondern nur eine Zwischenstation, mahnte Brandt lächelnd. »Wir brauchen eure Erfahrung, eure Weisheit und euren Rat weiterhin.«

Leo Hepner bedankte sich als »halber Sachse (väterlicherseits) und halber Jecke (mütterlicherseits)« für den »halben Jacobson-Preis« in einer launigen Ansprache. Jan Mühlstein dankte seiner Frau und Töchtern für ihre Leidensfähigkeit während seiner Zeit als Vorsitzender des liberalen Dachverbandes. Ohne Unterstützung vonseiten der europäischen Bewegung, sagte er an Leo Hepner gerichtet, sei die Arbeit nicht möglich gewesen.

Wuppertal

Am helllichten Tag

Nach dem Brandanschlag auf die Synagoge geht das Gemeindeleben in der nordrhein-westfälischen Stadt weiter. Aber was bedeutet diese Normalität?

von Helmut Kuhn  01.10.2026

Rostock

Zunehmend sprachlos

Die Gemeinde hatte Schlimmeres befürchtet, doch Sorgen bleiben auch nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern

 01.10.2026

Wiedervereinigung

Zeit der Blüte

Am 3. Oktober 1990 trat die DDR der Bundesrepublik Deutschland bei. Für jüdische Gemeinden in Ost und West war dies ein neuer Anfang, für manche auch die Rettung. Drei Gemeindemitglieder erzählen, wie sie diese Zeit erlebten

von Christine Schmitt  01.10.2026

Deutschland

Holocaust-Überlebende: Regierung der Linkspartei in Berlin wäre eine Katastrophe

»Hier muss die Politik gründlich aufpassen, dass das nicht passiert«, sagt Charlotte Knobloch bei »Maischberger«

 01.10.2026

Wahl

»Der Schock sitzt tief«

Jüdinnen und Juden blicken mit großer Skepsis auf eine mögliche Regierungsbeteiligung der Linken. Sie fordern klare Zusagen zum Kampf gegen Antisemitismus

von Christine Schmitt  30.09.2026

Rathaus Neukölln

Berlin

Hillel zieht seine Chanukkia aus dem Rathaus Neukölln ab

Der jüdische Bildungsverein will seine Chanukka-Feier künftig an einem »neutralen Ort« abhalten. Für den scheidenden Bürgermeister Martin Hikel ist die Entscheidung ein Schock

 01.10.2026 Aktualisiert

Programm

Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 8. Oktober

 30.09.2026

Chemnitz

Gestohlener Davidstern sichergestellt

Unbekannte hatten laut Polizei in der Dauerausstellung des Lern- und Gedenkortes eine Schautafel beschädigt und den Davidstern mitgenommen

 28.09.2026

Archäologie

Hoffnung auf Latrinen - Grabung legt mittelalterliche Keller frei

Die Funde auf dem Areal der zweiten Jüdischen Gemeinde informieren über das Leben im mittelalterliche Erfurt. Zugleich geben sie Einblicke in die Stadtplanung des 13. Jahrhunderts

von Matthias Thüsing  28.09.2026