Stuttgart

Lampenfieber und Posaune

Der zehnjährige Jonathan beim Üben Foto: Brigitte Jähnigen

Stuttgart

Lampenfieber und Posaune

Der 11. Karl-Adler-Jugendmusikwettbewerb hat begonnen

von Brigitte Jähnigen  26.06.2017 09:15 Uhr

So gut klingt Zukunft», hieß es am Sonntag, als die ersten Teilnehmer des 11. Karl-Adler-Jugendmusikwettbewerbs in Stuttgart eintrafen. In nahezu allen Räumen der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IRGW) spielten sich Kinder und Jugendliche auf ihren Instrumenten ein, bevor sie ihr Talent der Jury unter Vorsitz von Margarita Volkova-Mendzelevskaya präsentierten.

Mit dabei war der zehnjährige Jonathan. Auch wenn der Stuttgarter Schüler aus der Römerschule nicht zum ersten Mal am Karl-Adler-Jugendmusikwettbewerb teilnahm, verriet er doch, ein wenig Lampenfieber zu haben. «Ja, nein», antwortet er auf die Frage, ob er mit seinem Vortrag zufrieden gewesen sei.

Jonathan sprach über die «Sinfonia» von Salomone Rossi, genannt Il Hebreo, befasste sich mit der Komposition «Auf Flügeln des Gesangs» von Felix Mendelssohn Bartholdy und der «Posaunerei» von Gisbert Näther.

Instrument «Ein, zwei kleine Fehler waren schon drin», sagte der junge Posaunist selbstkritisch. Ob es trotzdem für einen der begehrten Preise reichen wird, weiß er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Immerhin hat sich Jonathan ein Instrument ausgesucht, für das es zumindest beim Karl-Adler-Jugendmusikwettbewerb nicht allzu viel Konkurrenz gibt. «Posaune spiele ich, seitdem ich acht Jahre alt bin. Ich wollte irgendetwas Lautes spielen. Irgendetwas, in das ich reinpusten muss», sagt er über seine Wahl.

Mittlerweile sind Elisey Senchurin und Daniel Arlinsky in der Kategorie Instrumental-Ensemble auf die Bühne gebeten worden, um sich der Jury zu stellen. Elisey spielt Saxofon, Daniel Klavier. Am 2. Juli geht es ab 10 Uhr dann in die zweite Runde des Wettbewerbs, in der auch zwei junge Geiger aus Israel vorspielen.

Viele Sponsoren waren bereit, in den Preisträgerfonds einzuzahlen. «Das gibt es bei ›Jugend musiziert‹ nicht», sagt Jonathan und lächelt.

Verlegung

Magdeburg erhält 900. Stolperstein

Seit 2007 wird in Magdeburg mit Stolpersteinen an Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Die nunmehr 47. Verlegung wurde auf zwei Tage verteilt

 01.07.2026

Kommentar

»Eigentlich habe ich noch nie mit einem Juden gesprochen«

Als Antisemitismusbeauftragter jüdisch zu sein ist kein Manko. Im Gegenteil: Es braucht an deutschen Universitäten mehr jüdische Beauftragte

von Guy Katz  30.06.2026

Meinung

Maccabiah ist gelebte Selbstbehauptung

Gerade jetzt ist es für jüdische Sportlerinnen und Sportler wichtig, in Israel Kraft zu tanken. Es geht nicht nur um Sport, sondern auch um Selbstbehauptung und ein tieferes Verständnis für das Land

von Alon Meyer  30.06.2026

Aufruf

Jüdische Hochschullehrer fordern besseren Schutz gegen Antisemitismus

Hochschulen können ihre jüdischen Studierenden und Lehrenden nicht ausreichend gegen Antisemitismus schützen. Das NJH will das ändern und fordert unter anderem die Möglichkeit zur Exmatrikulation von Störern

 30.06.2026

Forschung

Historiker Gerber: Erinnerung an Holocaust verschwindet

Der Leipziger Historiker Jan Gerber wendet sich gegen ein kontinuierliches Verschwinden der gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Schoa. Der Tod der letzten Zeitzeugen ist für ihn dabei nicht entscheidend

von Volker Hasenauer  29.06.2026

Festival

Trotz Rekordhitze: Tausende Gäste bei Jüdischer Woche in Leipzig

Trotz der sommerlichen Hitze und damit verbundener Programmänderungen seien die Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet auf großen Zuspruch gestoßen

 29.06.2026

Erinnerung

Kunst mit Haltung

Das musikalisch-szenische Projekt »Und dennoch morgen« der Europäischen Janusz Korczak Akademie feierte im Gasteig Premiere

von Ellen Presser  28.06.2026

Israeltag

Wenn Freunde feiern

Rund 2000 Münchnerinnen und Münchner kamen auf dem Odeonsplatz zusammen, um ihre Solidarität mit dem jüdischen Staat zu demonstrieren

von Ellen Presser  27.06.2026

Porträt der Woche

Einfach sie selbst

Hannah Kruse ist Lehrerin, engagiert sich politisch und lebt seit ihrer Transition als Frau

von Alicia Rust  27.06.2026