Zitate

Kritische Töne in Köln

Außenwirkung »Niemand soll sich über die verheerende Wirkung dieser Debatte, was das Ansehen Deutschlands in der Welt angeht, Illusionen machen«, warnte Außenminister Guido Westerwelle bei der Rabbinerordination in Köln. Die Diskussion um die rituelle Beschneidung werde weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus zur Kenntnis genommen. Es gehe auch nicht um eine medizinische oder juristische Debatte, betonte der FDP-Politiker: »Es geht um die Frage, ob Deutschland Heimat von Juden ist.«

Rüder Ton Würde die Beschneidung hier verboten, sei jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr möglich, sagte Zentralratspräsident Dieter Graumann. Das sei kein Bluff, kein rhetorischer Trick, »das ist die Wahrheit«. Nirgendwo in der Welt werde die Diskussion von Beschneidungskritikern mit solcher Unerbittlichkeit und in einem so rüden, anklagenden Ton geführt wie in Deutschland. Wenn Juden in der Debatte als Kinderquäler dargestellt würden, sei eine Grenze überschritten. »Das wollen und werden wir uns einfach nicht mehr gefallen lassen«, sagte Graumann.

Im Namen des Rechts Deutliche Worte fand auch Weltkongresspräsident Ronald S. Lauder: Dass Juden in diesem Land das Leben entsprechend ihrer Tradition untersagt werde, sei leider nicht neu: Erst sei dies im Namen der Religion, dann im Namen der Rasse, jetzt im Namen des Rechts geschehen. »Belehren Sie uns nicht, was ein Jude zu tun hat, um jüdisch zu sein!« Und er fügte hinzu: »Stellen Sie sich auf die Seite der Freiheit, der Toleranz und des gegenseitigen Respekts. Und lassen Sie uns hier Juden sein!« ddk

9. Oktober 2019

Gedenken zum Jahrestag des Anschlags von Halle

Der antisemitische Anschlag von Halle jährt sich am Freitag zum siebenten Mal. Die jüdische Gemeinde, Kirchen, Stadt und zivilgesellschaftliche Gruppen planen Gedenkveranstaltungen auch an den Anschlagsorten

 08.10.2026

Frankfurt

Erst Rivalinnen, dann Freundinnen

Israelische Nachwuchsfußballerinnen aus sieben Jugenddörfern spielen gegen Makkabi

von Katja Sturm  08.10.2026

Münster

Rote Linien für die Roten

Bei einer Veranstaltung mit der Schoa-Überlebenden Eva Szepesi und Zentralratspräsident Josef Schuster verspricht Gregor Gysi, innerhalb der Linken klare Grenzen gegen Antisemitismus zu ziehen

von Stefan Laurin  08.10.2026

Tagung

Krisen der Gegenwart

Auf dem »Media TLV Summit« diskutierten Experten Fragen von Technologie und Krieg, Extremismus und Antisemitismus sowie die Rolle der Medien

von Luis Gruhler  07.10.2026

Programm

Musikalische Crossovers, Kontroverse, Krimi und Krav Maga: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 8. Oktober bis zum 14. Oktober

 07.10.2026

Solidarität

Das Leben wieder in den Griff bekommen

Angehörige der bei einem Raketenangriff in Majdal Shams getöteten Kinder besuchten die Kultusgemeinde München und Oberbayern

von Luis Gruhler  06.10.2026

Diskussion

»Wir wurden gehört«

Schüler und Studenten des Projekts »Meet a Jew« treffen CDU/CSU-Fraktionschef Thorsten Frei. Im Mittelpunkt stehen der 7. Oktober, persönliche Sorgen und Erfahrungen

von Christine Schmitt  06.10.2026

Porträt der Woche

»Ich bin einfach ich«

Persia Kantorovych hat eine jüdische Mutter und einen muslimischen Vater

von Annette Kanis  06.10.2026

Lesen

Die geblieben sind

Hanna Veiler beschreibt in »Jung, jüdisch, wütend« die Erfahrungen junger Jüdinnen und Juden mit Einsamkeit, Enttäuschung und Solidarität nach dem 7. Oktober. Ein Auszug

von Hanna Veiler  06.10.2026