Zitate

Kritische Töne in Köln

Außenwirkung »Niemand soll sich über die verheerende Wirkung dieser Debatte, was das Ansehen Deutschlands in der Welt angeht, Illusionen machen«, warnte Außenminister Guido Westerwelle bei der Rabbinerordination in Köln. Die Diskussion um die rituelle Beschneidung werde weit über die jüdische Gemeinschaft hinaus zur Kenntnis genommen. Es gehe auch nicht um eine medizinische oder juristische Debatte, betonte der FDP-Politiker: »Es geht um die Frage, ob Deutschland Heimat von Juden ist.«

Rüder Ton Würde die Beschneidung hier verboten, sei jüdisches Leben in Deutschland nicht mehr möglich, sagte Zentralratspräsident Dieter Graumann. Das sei kein Bluff, kein rhetorischer Trick, »das ist die Wahrheit«. Nirgendwo in der Welt werde die Diskussion von Beschneidungskritikern mit solcher Unerbittlichkeit und in einem so rüden, anklagenden Ton geführt wie in Deutschland. Wenn Juden in der Debatte als Kinderquäler dargestellt würden, sei eine Grenze überschritten. »Das wollen und werden wir uns einfach nicht mehr gefallen lassen«, sagte Graumann.

Im Namen des Rechts Deutliche Worte fand auch Weltkongresspräsident Ronald S. Lauder: Dass Juden in diesem Land das Leben entsprechend ihrer Tradition untersagt werde, sei leider nicht neu: Erst sei dies im Namen der Religion, dann im Namen der Rasse, jetzt im Namen des Rechts geschehen. »Belehren Sie uns nicht, was ein Jude zu tun hat, um jüdisch zu sein!« Und er fügte hinzu: »Stellen Sie sich auf die Seite der Freiheit, der Toleranz und des gegenseitigen Respekts. Und lassen Sie uns hier Juden sein!« ddk

Pädagogik

Neues Onlinespiel soll gegen Antisemitismus im Netz helfen

In sozialen Medien wird Judenhass verbreitet und auch der Holocaust falsch dargestellt. Damit junge Menschen solche Inhalte besser erkennen, können Lehrkräfte ein neues Onlinespiel nutzen

von Alexander Riedel  26.06.2026

Köln

»Russisch gehört zum Familienleben«

Hana Fischer bietet in der Kulturakademie Sprachkurse für Kinder an. Ein Gespräch über spielerisches Lernen, Vokabeln und das beliebte Bingo-Alphabet

von Christine Schmitt  26.06.2026

Dresden/Gohrisch

Sächsische Schostakowitsch Tage eröffnet

Das Festival widmet sich bis Sonntag jüdischen Einflüssen auf das Werk des russischen Komponisten

 26.06.2026

Chabad

Jüdische Gemeinde verschiebt Fest wegen Hitze

Neuer Termin nun Ende August

 25.06.2026

Musik

Vielstimmig

Das Festival »Shirat Haʼam« der ZWST hat sich zu einer kleinen Tradition entwickelt und ist so beliebt, dass Chöre weite Reisen auf sich nehmen, um dabei zu sein. Wir haben mitgehört

von Anja Bochtler  25.06.2026

Zwickau

Ausstellung zu jüdischen Lebensgeschichten

Im Jahr 2022 ist in Zwickau eine alte Torarolle wiederentdeckt worden. Die Schrift der früheren jüdischen Ortsgemeinde bildet nun das Herzstück einer Ausstellung

 24.06.2026

Dresden

Sachsen erwägt Verbindungsbüro in Israel

Das sächsische Kabinett stehe seiner Anregung dazu positiv gegenüber, sagt der Beauftragte für jüdisches Leben, Thomas Feist

 24.06.2026

Dresden

Jüdisches Leben: Gefühl von Unsicherheit im Alltag

In Sachsen gestalten Jüdinnen und Juden das kulturelle und gesellschaftliche Leben entscheidend mit. Dennoch bleibt Antisemitismus ein präsentes Problem

 23.06.2026

Meinung

Essen mit Beigeschmack

Katrin Richter kritisiert, dass jüdische und israelische Küche zunehmend nur noch mit Schutzkonzept serviert werden kann

 23.06.2026