Kompakt

Krankenhaus, Festjahr, Synagoge

Das Israelitische Krankenhaus Foto: Israelitisches Krankenhaus/Axel Kirchhof

Krankenhaus

Jan-Hendrik Egberts tritt am 1. August 2021 die Nachfolge von Carsten Zornig in der Chirurgischen Klinik im Israelitischen Krankenhaus an. »Mit Prof. Dr. Egberts übernimmt ein im gesamten Gebiet der Allgemein-Viszeral- und Thoraxchirurgie versierter und erfahrener Mediziner die Leitung der Chirurgischen Klinik«, heißt es in einer Pressemitteilung des Klinikums. Egberts decke ein breites Spektrum an operativen Eingriffen in offener und minimalinvasiver Technik ab. Zu seinen Spezialgebieten zähle die roboterassistierte Chirurgie. »Da sich das Israelitische Krankenhaus auch in der Zukunft seine besondere Expertise – insbesondere der Tumorchirurgie – erhalten und zusätzlich auf die roboterassistierte Chirurgie spezialisieren möchte, freuen wir uns umso mehr, einen so erfahrenen und innovativen Chirurgen gewinnen zu können«, betont Max Warburg, Kuratoriumsvorsitzender des Israelitischen Krankenhauses. Die Klinik gilt deutschlandweit als führendes Zentrum in der Roboterchirurgie. Carsten Zornig ist seit 1998 als Chefarzt der Chirurgischen Klinik und stellvertretender Ärztlicher Direktor im Israelitischen Krankenhaus. Er machte die Chirurgische Klinik laut Pressemitteilung zu einem deutschlandweit anerkannten Zentrum für Allgemein- und Tumorchirurgie. ja

Festjahr

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übernimmt die Schirmherrschaft über das Festjahr 2021 zu 1700 Jahren jüdischen Lebens in Deutschland. Das teilte der eigens dafür gegründete Verein am Mittwoch vergangener Woche in Köln mit. Ziel des Vereins ist es, im »Festjahr #2021JLID« jüdisches Leben heute erfahrbar zu machen und ein Zeichen gegen den erstarkenden Antisemitismus zu setzen. Der Vorsitzende des Vereins »321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«, Abraham Lehrer, erklärte, damit setze Steinmeier »ein starkes Signal für die Verbundenheit Deutschlands mit der 1700-jährigen deutsch-jüdischen Geschichte sowie für eine Zukunft jüdischen Lebens in unserem Land«. Der Vorsitzende des Vereinskuratoriums, der frühere NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU), ergänzte, von der Übernahme der Schirmherrschaft gehe »eine positive Strahlkraft aus für ganz Deutschland und über die Grenzen Deutschlands hinaus: Antisemitismus ist kein jüdisches Problem«. Anlass für das Jubiläum ist eine Erwähnung der Kölner jüdischen Gemeinde in einem Edikt des römischen Kaisers Konstantin von 321. Sie gilt als ältester Beleg jüdischen Lebens in Europa nördlich der Alpen. ja

Synagoge

Die Pläne zum Neubau einer Synagoge in Koblenz konkretisieren sich. Schon im kommenden Jahr soll der Grundstein gelegt werden für das neue jüdische Gotteshaus in der 114.000-Einwohner-Stadt am Zusammenfluss von Rhein und Mosel. Das sagte der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Rheinland-Pfalz, Avadislav Avadiev. »Ich würde mich sehr freuen, wenn unsere zwei Zeitzeuginnen, die im KZ Theresienstadt gewesen sind, und mehrere Dutzend weitere Holocaust-Überlebende in der Jüdischen Gemeinde Koblenz nächstes Jahr die Grundsteinlegung erleben würden«, so Avadiev gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Die jetzige Synagoge in Koblenz, die seit dem Zweiten Weltkrieg für Gottesdienste benutzt wird, fasst nur rund 100 Personen. Mittlerweile leben in und um Koblenz aber rund 1000 Gemeindemitglieder. Die Kosten für den Neubau in der Koblenzer Altstadt werden auf sechs Millionen Euro geschätzt. Das Vorhaben soll gemeinschaftlich vom Land, der Stadt Koblenz, der Jüdischen Gemeinde sowie dem Förderverein »Neue Synagoge für Koblenz« finanziert werden. Zuletzt wurden in Rheinland-Pfalz jüdische Gotteshäuser in Mainz (2010) und Speyer (2011) eröffnet. mth

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