Zusammenhalt

Kraft der Gemeinschaft

Foto: Getty Images/iStockphoto

Zusammenhalt

Kraft der Gemeinschaft

Die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern feierte das Fest der Freiheit im Geiste von Tradition und Herzlichkeit

von Rabbiner Shmuel Aharon Brodman  03.05.2025 22:03 Uhr

Das Pessachfest 5785 in der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern war geprägt von intensiver Vorbereitung, einer großen Teilnehmerzahl und spürbarer gemeinschaftlicher Wärme. Bereits zwei Wochen vorher hatten die Vorbereitungen mit der gründlichen Reinigung aller Gemeindegebäude, insbesondere des Restaurants »Einstein« und der Schulkantine begonnen.

In diesem Jahr wurden 1440 festliche Lebensmittelpakete an Gemeindemitglieder verteilt sowie Einkaufsgutscheine für den koscheren Laden »Danel« ausgegeben. Eine besondere Neuerung: Jede Familie erhielt drei handgebackene Mazzen – dünn, lecker und frisch gebacken von jüdischen Studenten aus Odessa, die derzeit in Rumänien leben. Auch der symbolische Chametz-Verkauf fand statt, und das traditionelle Chametz-Verbrennen wurde am Freitagmorgen vor Pessach im Hof des Gemeindezentrums zelebriert.

An den beiden Pessach-Abenden gab es im Gemeindezentrum große Sedarim in den drei Sprachen Deutsch, Russisch und Hebräisch. Am zweiten Sederabend organisierten zudem Studierende aus Bayern einen Seder für Jugendliche. Alle Teilnehmer genossen das besondere Festessen aus dem Res­taurant Einstein. Die Kinder erhielten Afikoman-Geschenke, und Miriam Braun, die Leiterin des religiösen Erziehungswesens, hatte ein festliches Programm für die jüngsten Gemeindemitglieder vorbereitet. Gemeinsam sangen wir die traditionellen Lieder der Haggada in den vertrauten Melodien – so entstand eine Atmosphäre voller Tradition und Herzlichkeit.

Pessach 5785 in der Kultusgemeinde war mehr als ein Fest – es war ein lebendiger Beweis für die Kraft von Tradition und Fürsorge für den Einzelnen.

Am Schabbat, der in diesem Jahr auf Erew Pessach fiel, begann das Morgengebet bereits um 7 Uhr, damit rechtzeitig bis 10.50 Uhr Chametz gegessen werden konnte. Zur Freude aller kamen mehr als 70 Frauen und Männer. An allen Festtagen leitete Elchanan Brodman die Gebete. Anschließend kamen die G’ttesdienstbesucher jeweils zum Kiddusch zusammen. Am achten Pessachtag versammelten sich viele Gemeindemitglieder zur emotionalen »Jiskor«-Gedenkfeier und genossen anschließend einen besonderen Kiddusch.

Während der Pessach-Woche besuchten wir gemeinsam mit Charlotte Knobloch, der Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Gemeindemitglieder in Krankenhäusern. An sie geht ein herzlicher Dank, ebenso wie an den gesamten Vorstand, für ihre Fürsorge und ihr Engagement – nicht nur zu Pessach, sondern das ganze Jahr über.
Pessach 5785 in der Kultusgemeinde war mehr als ein Fest – es war ein lebendiger Beweis für die Kraft von Gemeinschaft, Tradition und Fürsorge für den Einzelnen. Mögen wir weiterhin mit Zuversicht in eine bessere Zukunft blicken, unser Erbe bewahren und Hoffnung und Glauben im Herzen tragen.

Hamburg

Ruine mit Herz

Einst das Zuhause des Reformjudentums, stand der Israelitische Tempel kurz vor dem Verfall. Eine Bürgerinitiative und die Stadt wollen den historischen Ort nun neu beleben. Ein Besuch im Hinterhof

von Heike Linde-Lembke  02.08.2026

Geschichte

Die Pension in Mumbai

Ellie und Max Lesser aus Dresden waren nur zwei von vielen sächsischen Juden, die vor den Nazis Sicherheit in Indien suchten. Deren tragische Geschichte recherchierte die Journalistin Iris Völlnagel

von Thyra Veyder-Malberg  02.08.2026

Programm

Kultursommer, Führungen und Einstein vs. Hawking: Tipps und Termine

Termine und Tipps für den Zeitraum vom 31. Juli bis zum 6. August

 02.08.2026

Porträt der Woche

Mehr als ein Beruf

Valerie Vorkul ist Sozialarbeiterin – und jüdischer, als sie lange Zeit annahm

von Leon Stork  02.08.2026

Bundeswehr

Anerkennung für eine Zeitzeugin

Verteidigungsminister Boris Pistorius würdigte IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch mit dem Ehrenkreuz

von Luis Gruhler  01.08.2026

Berlin

Antisemitismus ohne Scham

Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Kahal Adass Jisroel in Berlin-Mitte wurde nach eigenen Angaben auf der Straße mit dem Tode bedroht

von André Anchuelo  30.07.2026 Aktualisiert

Thüringen

Das Erbe der Simsons

Beim jährlichen Moped-Treffen in Suhl feiern Zehntausende den »Sound des Ostens«. Doch hinter der Kultmarke steht die Geschichte einer von den Nazis vertriebenen jüdischen Unternehmerfamilie

von Helmut Kuhn  30.07.2026

Fußball

Rot-Weiß verbindet

Vergangene Woche gründete sich mit den »FCB Chaverim« der deutschlandweit erste jüdische Fanklub des FC Bayern München

von Luis Gruhler  30.07.2026

Erinnerung

Für immer

Manchmal sind es die kleinen Dinge, von denen wir uns nie trennen würden. Wir haben Gemeindemitglieder gefragt, welche Gegenstände ihnen viel bedeuten

von Christine Schmitt  30.07.2026