EILMELDUNG! Likud-Bündnis mit 54 Sitzen vorn. Eisenkots Bündnis kommt auf 49 Sitze

»Jetzt ist die Zeit«

Kirchentag in Nürnberg

Motto des Deutschen Evangelischen Kirchentags

Dieses Jahr findet der Deutsche Evangelische Kirchentag in Nürnberg statt. Unter dem Motto »Jetzt ist die Zeit« wird es in der fränkischen Stadt vom 7. bis zum 11. Juni um Gott und die Welt gehen. Im Programm sind auch zahlreiche jüdische Themen vertreten.

So wird etwa der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, am Freitagvormittag auf der Podiumsdiskussion »Antisemitismus: Geht mich das was an?« vertreten sein. Mit dabei sind auch die Filmwissenschaftlerin Lea Wohl von Haselberg, die Psychologin Marina Chernivsky sowie der Antisemitismusbeauftragte des Bundes, Felix Klein.

dialog Eine weitere Diskussionsveranstaltung widmet sich dem jüdisch-christlichen Dialog. Es unterhalten sich unter anderem die Pfarrerin Milena Hasselmann mit dem Leiter der »Denkfabrik Schalom Aleikum« des Zentralrats, Dmitrij Belkin.

Einen interessanten Perspektivwechsel nimmt der Kirchentag am Donnerstag in der Veranstaltung »Jüdinnen:Juden fragen Christ:innen« vor. Dabei werden Rabbinerin Jasmin Andriani und Hannah Dannel, die Referentin für Kultur und Kommunikation des Zentralrats, evangelischen Theologinnen und Theologen ihre Fragen zum Christentum stellen.

Auch der jüdische Staat wird in Nürnberg thematisiert. Doron Kiesel, Direktor der Bildungsabteilung im Zentralrat, wird eine Veranstaltung über »Minderheiten in Israel« mit der Israel-Expertin Lidia Averbukh moderieren. Wer sich für Literatur begeistert, kann am Donnerstag einigen Gewinnern des jüdischen Schreibwettbewerbs »L’Chaim« zuhören. Auch die im Vorjahr ausgezeichnete Schriftstellerin Dana Vowinckel wird aus ihrem Essay »In My Jewish Bag« vorlesen.

führungen Zwischendurch können die Teilnehmer des Kirchentages regelmäßig an Führungen durch das Jüdische Museum Franken teilnehmen. Auch die Jüdische Gemeinde öffnet die Tore ihrer Synagoge für Interessierte. »Wir machen mit, weil wir das Miteinander in der Stadt pflegen wollen«, sagt Anatoli Djanatliev, Vorstandsmitglied der Israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg. Das Verhältnis zu den lokalen Vertretern der evangelischen Kirche beschreibt Djanatliev als sehr gut. »Das Interreligiöse und Interkulturelle ist mir sehr wichtig«, sagt er. Die Gemeinde versuche, sich beim Kirchentag dort einzubringen, wo sie kann. »In den Vordergrund wollen wir uns aber nicht drängen«, betont Djanatliev.

Mit den vielen Veranstaltungen, die sich mit Judentum, Israel und Antisemitismus beschäftigen, zeigen die Organisatoren des Kirchentages offenbar, dass ihnen der Dialog mit den Juden wichtig ist. Auch der besonderen Geschichte des Austragungsortes sind sie sich bewusst. »Nürnberg steht mit seinen Reichsparteitagen für bis ins letzte schreckliche Detail durchgeplante Grausamkeit«, heißt es im Programmheft. »Die beste Zeit mitmenschlich zu sein, ist immer jetzt«, lautet der Appell des Kirchentages.

Seele

Wenn alles zu viel ist

Erstarkende Extreme, Gedanken ans Auswandern, Rechtfertigen im Alltag – eine virtuelle Begegnung mit Jüdinnen und Juden und der Frage: Wie gehtʼs dir?

von Katrin Richter  27.10.2026

Ausstellung

Waschgefäß ohne Geschichte

Das Jüdische Historische Institut in Warschau zeigt Exponate aus dem ehemaligen Berliner Jüdischen Museum – ohne klare Verweise und mit auffälliger Distanzierung

von Ingo Loose  27.10.2026

Frankfurt am Main

Ort jüdischen Denkens: Akademie öffnet

Es ist die erste Institution dieser Art in der Bundesrepublik. Was hat es damit auf sich?

 27.10.2026

Deutschland

Zentralrat der Juden warnt vor möglicher antisemitischer Gewalt bei Protesten am 31. Oktober

In einem Schreiben wird für das Wochenende zu Vorsicht und verschärften Sicherheitsmaßnahmen geraten

 26.10.2026

Brandenburg

Neuer Staatsvertrag für jüdische Gemeinden in Brandenburg

In Brandenburg hat die Bekämpfung des Antisemitismus seit 2022 Verfassungsrang. Nun soll der Staatsvertrag mit den jüdischen Gemeinden verbessert werden

 25.10.2026

Porträt der Woche

Die Erinnerung muss bleiben

Thomas Gabelin wurde in Theresienstadt geboren. Heute ist er aktiver Zeitzeuge

von Christine Schmitt  25.10.2026

Jubiläum

Brücke nach Israel

TAMAD feiert 25 Jahre Freundschaft und kulturellen Dialog mit dem jüdischen Staat

von Luis Gruhler  25.10.2026

Brustkrebs

»Vorsorge ist entscheidend«

Hannah Arbitmann über Mammakarzinome, Gentests und die Menopause

von Katrin Richter  23.10.2026

Würdigung

Bayerischer Walk of Fame

Zwei Lebensgeschichten, ein gemeinsames Zeichen: Charlotte Knobloch und Herzog Franz von Bayern werden für ihr Engagement geehrt

von Luis Gruhler  23.10.2026