Stuttgart

Karl Adler verpflichtet

Konzert mit Ofer Stolarov am Flügel Foto: Brigitte Jähnigen

»Nigun« heißt Melodie. Und so stimmte Christoph Wyneken, musikalischer Leiter des 2014 gegründeten Kammerorchesters, das Publikum am Sonntagabend im gut besuchten Mozartsaal mit der Ouvertüre zur Oper Der Barbier von Sevilla von Gioachino Rossini ein. Als erster Solist präsentierte sich Julian Burdenko mit dem 1. Satz aus dem Klavierkonzert Nr. 23 in A-Dur, KV 488. Mit seinem präzisen Vortrag bewies der 20-jährige Student der Musikhochschule Köln, dass er zu Recht viermal den ersten Preis des Internationalen Karl-Adler-Jugendmusikwettbewerbs gewonnen hat.

Mit dem 1. Satz aus dem Klavierkonzert Nr. 3 in c-moll, opus 37 stellte sich Ofer Stolarov den Zuhörern vor. Das Publikum bedankte sich bei dem jungen Pianisten mit begeistertem Applaus. Stolarov, geboren 1994 in Haifa, wurde bereits während seines Militärdienstes an der Jerusalem Academy of Music and Dance angenommen. Seit 2016 studiert Stolarov an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Musikerfamilie Mit dem 2. Satz des Klarinettenkonzertes in A-Dur, KV 622 von Wolfgang Amadeus Mozart brachte Jakov Galparin eine andere Klangfarbe ins Konzert. Galparin, derzeit Student an der Musikhochschule Nürnberg, stammt aus einer Musikerfamilie und begeisterte sich zunächst für das Klavier. Erst mit zehn Jahren wechselte er zur Klarinette und machte bereits 2012 die Jury des Internationalen Karl-Adler-Wettbewerbs auf sich aufmerksam.

Temperamentvoll präsentierte sich An­na Milman Orchester und Publikum. Die 1993 im spanischen Gijón geborene Violinistin begann ihre Musikerausbildung schon mit sechs Jahren an der Musikakademie »Academia de Música Viva Tchaikovsky«. Im Alter von 13 Jahren wurde sie am Konservatorium für Musik in Bratislava angenommen und ging anschließend an das Conservatoire de Paris. Seit 2012 studiert Anna Milman an der Musikhochschule Reina Sofia. Sie interpretierte den 1. Satz aus dem Violinkonzert Nr. 1 in D-Dur, op. 6 von Niccolò Paganini.

Carmen Kammersängerin Helene Schneiderman überraschte das Publikum mit der »Habanera« aus der Oper Carmen von Georges Bizet. Die Mezzosopranistin ist Jurymitglied beim Karl-Adler-Jugendmusikwettbewerb. Ausdrücklich dankte sie Volkova-Mendzelevskaya für ihre »Hartnäckigkeit und tiefe musikalische Seele«.

Die aus Moskau stammende Klavierpädagogin hat sowohl den Jugendmusikwettbewerb als auch die Internationale Musikakademie Nigun ins Leben gerufen. Sie ist fest davon überzeugt, dass Musik die Integration fördert und Menschen zusammenbringt. Immer wieder sucht sie Sponsoren, um den jungen Talenten die Möglichkeit zu bieten, aufzutreten. »Dass wir jetzt dieses Niveau haben, macht mich sehr zufrieden«, freut sich Volkova-Mendzelevskaya.

Engagement

Grenzenlose Solidarität

Spenden und Gespräche: Die jüdische Community ist schockiert über die dramatische Lage in der Ukraine und hilft – jeder so, wie er kann

von Christine Schmitt  05.02.2026

Gesellschaft

Einfach machen!

Seit dem Jahr 2000 zeichnet die amerikanische Obermayer Foundation ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus. So wie am vergangenen Sonntag im Jüdischen Museum in Berlin

von Katrin Richter  05.02.2026

Hilfe

Wärme schenken

Die Mitzwe Makers unterstützen mit der »Warmnachten«-Aktion obdachlose Menschen in der kalten Jahreszeit mit Sachspenden

von Esther Martel  04.02.2026

Podcast

Von Adelheid bis Henriette

Journalisten und Historiker gehen dem Leben jüdischer Frauen im 19. und 20. Jahrhundert nach

von Katrin Richter  04.02.2026

Umwidmung

Kein Zeitplan für Yad-Vashem-Straße in Berlin

Nach der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem soll ein Straßenabschnitt im Herzen von Berlin benannt werden. Bislang ist unklar, wann dies erfolgt

 03.02.2026

Tu Bischwat

Erste Blätter

Wie stellen sich jüdische Kinder das Neujahrsfest der Bäume vor? Wir haben einige Mädchen und Jungen gebeten, für uns zu malen

 02.02.2026

Berlin

Lehrerin und Heimatforscher mit Obermayer Awards ausgezeichnet

Seit dem Jahr 2000 verleiht die US-amerikanische Obermayer-Stiftung jährlich einen Geschichtspreis an Heimatforscher und Gedenk- und Aufarbeitungsprojekte in Deutschland. In diesem Jahr wurden vier Personen und eine Initiative geehrt

 01.02.2026

Porträt der Woche

Willkommen zu Hause

Laurette Dassui wuchs in Paris auf und entdeckte in Berlin ihr Jüdischsein neu

von Gerhard Haase-Hindenberg  01.02.2026

München

Wege aus dem Hass

Der amerikanisch-israelische Psychologe Dan Ariely und Guy Katz sprachen im »Prof-Talk« über Antisemitismus aus unterschiedlicher Perspektive

von Esther Martel  31.01.2026