Konstanz

Jüdisches Leben live

Um jüdisches Leben in Aktion zu vermitteln, haben Studierende der jüdischen Hochschulgruppe in Konstanz im Herzen der Stadt eine Laubhütte gebaut. Ziel ihres Sukkot-Projektes ist es, die Öffentlichkeit über jüdische Traditionen zu informieren.

Dies sei für einen interreligiösen Austausch – vor allem im Jahr der Religionen der Stadt, das sie anlässlich des 600-jährigen Jubiläums des Konstanzer Konzils begeht – von erheblicher Bedeutung, um Vorurteile abzubauen, Wissen zu vermitteln und kulturelles Verständnis zu fördern, erklärte die Hochschulgruppe Morasha Germany in Konstanz.

Gespräche Die Konstanzer Sukka von Morasha Konstanz ist laut eigener Angabe die erste öffentliche studentische Laubhütte deutschlandweit. »Und die Bürger nehmen sie sehr stark an«, sagt Arthur Bondarev, stellvertretender Vorsitzender der Synagogengemeinde Konstanz. Besonders überrascht habe ihn das Wissen der Besucher. »Sie kamen zwar zögerlich herein, wussten aber, dass es eine Sukka ist, und auch in etwa, worum es bei Sukkot geht. Viele hatten davon in der Bibel gelesen oder kannten das Fest von Israel-Reisen«, sagt Bondarev.

Verwirklichen konnte die Studentengruppe die Sukka mitten im Palmenhauspark, Zum Hussenstein 12, nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Stadt Konstanz. Unterstützt wurde das Projekt vom Zentralrat der Juden in Deutschland, der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, der Synagogengemeinde Konstanz, dem American Jewish Joint Distribution Committee und Morasha Germany.

Behelfsunterkunft Während des Sukkotfestes leben Juden weltweit in der Sukka, der Laubhütte. Acht Tage lang trifft man sich, isst und betet in der Behelfsunterkunft, die an die Laubhütten beim Auszug aus Ägypten und während der Wüstenwanderung der Hebräer erinnern soll.

Die Konstanzer Sukka wird noch bis zum 14. Oktober durchgehend als Informationszentrum für Bürger der Stadt offen stehen. Etwa 20 bis 25 Besucher finden in der drei mal drei Meter großen Hütte Platz. Und das Wetter spielte bislang auch mit. Rund 20 bis 22 Grad wurden tagsüber in Konstanz gemessen. ja

Dialog zwischen den Religionen

»Christlich-Jüdische Zusammenarbeit 2026« in Köln eröffnet

Mit der Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an den katholischen Judaisten Christian Rutishauser beginnt die einstige »Woche der Brüderlichkeit«

 08.03.2026

Ehrung

Holocaust-Überlebender Leon Weintraub erhält Göttinger Friedenspreis

Auszeichnung für einen Hundertjährigen und für das Schulnetzwerk »Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage«

 08.03.2026

Internationaler Frauentag

Sie machen die Gemeinden

Wie prägen Frauen die jüdische Community? Wir haben uns bei Vorsitzenden umgehört

von Katrin Richter, Christine Schmitt  08.03.2026

Porträt

Mit viel Gespür

Franklin Oberlaender ist Familientherapeut, liebt Bücher und das Genre »Film Noir«

von Alicia Rust  08.03.2026

Erfurt

Jüdisch-Israelische Kulturtage in Thüringen eröffnet

Die diesjährigen Jüdisch-Israelischen Kulturtage bringen israelische Kultur nach Thüringen und setzen mit Konzerten, Lesungen und Debatten ein Zeichen gegen Antisemitismus. Die Eröffnung stand im Zeichen der aktuellen Kämpfe im Nahen Osten

 06.03.2026

Forschungsprojekt

Hochschule für Jüdische Studien will Schüler handlungsfähig machen

Antisemitischer Hass ist im Netz allgegenwärtig. Ein neues Projekt erforscht jetzt linken Judenhass - und befähigt Schüler, der Hetze entgegenzutreten. Entscheidend dabei: Medienkompetenz und historisches Wissen

von Volker Hasenauer  06.03.2026

Hamburg

Jüdische Zukunft an der Elbe

Debattieren, begegnen und einander stärken: Mehr als 400 junge Erwachsene setzten beim Jugendkongress ein Zeichen

von Joshua Schultheis, Mascha Malburg, Moritz Piehler  05.03.2026

Berlin

Jüdisches Krankenhaus sucht weiter nach neuem Träger

Das insolvente Jüdische Krankenhaus Berlin soll zunächst weiter in Eigenverwaltung saniert werden. Der Krankenhausbetrieb wird in dieser Zeit in vollem Umfang aufrechterhalten

 05.03.2026

Reaktionen

Zwischen Sorge und Hoffnung

Jüdinnen und Juden mit iranischen Wurzeln verfolgen intensiv die Nachrichten – sie bangen mit den Israelis und hoffen, eines Tages wieder in den Iran reisen zu können. Wir haben uns umgehört

von Katrin Richter, Christine Schmitt  04.03.2026