Bibelquiz

Jüdische Tradition pflegen

Begrüßte die Schülerinnen und Schüler: IKG-Präsidentin Charlotte Knobloch Foto: Europäische Janusz Korczak Akademie

Ein paar Wochen, meinte Nathan Wyrobnik, habe er gelernt; nein, eine Lieblingsstelle im Tanach, der hebräischen Bibel, habe er nicht. Der Junge mit den dunklen, kurzen Haaren und der Brille hat vor Kurzem den Deutschland-Wettbewerb des internationalen Bibelquiz »Chidon Hatanach« für sich entschieden.

Damit ging der Wissenswettbewerb, den David Ben Gurion einst zum zehnten Geburtstag des Staates Israel begründet hatte, zum dritten Mal auch in Deutschland über die Bühne – und fand zum dritten Mal in München statt. Erstmals waren in diesem Jahr aber keine Münchner unter den Bestplatzierten: Nathan kommt aus Frankfurt, Samuel Vexler, der Vorjahressieger und diesjährige Zweite, ist inzwischen von München nach Wien gezogen. Dritter wurde Samuel Rubin aus Berlin.

»Wer wir sind, woher wir kommen«

Wie wichtig es ist, zu lernen, dass es unerlässlich bleibt, ein Verständnis dafür zu entwickeln, »wer wir sind, woher wir kommen«, wie das die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und Schirmherrin der Veranstaltung, Charlotte Knobloch, in ihrer Begrüßung ausdrückte: Diese Punkte wurden bei der Preisverleihung in der Hauptsynagoge »Ohel Jakob« mehrfach betont.

»Die jüdische Tradition zu pflegen«, fügte Knobloch hinzu, sei eine »Rebellion gegen diese Welt«, in der der Judenhass erneut anwachse. Für sie war klar: »Das Judentum hat noch immer Zukunft.«

Davon war auch Eva Haller überzeugt. Die Präsidentin der Europäischen Janusz Korczak Akademie (EJKA), die zusammen mit der Jewish Agency for Israel und der Europäischen Rabbinerkonferenz den deutschen »Chidon Hatanach« organisierte, freute sich über das hohe Niveau des diesjährigen Wettbewerbes: »Man hat erkannt, wie wichtig das Lernen ist.«

»Mischt euch ein«

Rabbiner Avichai Apel, Vizepräsident der Europäischen Rabbinerkonferenz und Gemeinderabbiner in Frankfurt, versprach den jugendlichen Teilnehmern indes, dass es für sie nach dem nationalen Contest weitere Veranstaltungen geben werde. Stadträtin Gudrun Lux (Grüne/Rosa Liste) sprach in Vertretung des Münchner Oberbürgermeisters Dieter Reiter, des zweiten Schirmherrn des Events. Sie ermutigte die Zwölf- bis 18-Jährigen, in der Gesellschaft sichtbarer zu werden: »Mischt euch ein.«

An dem Wettbewerb hatten sich 45 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und Österreich beteiligt, die sich mündlichen und schriftlichen Prüfungen stellten. Um zu bestehen, mussten die Teilnehmenden unter anderem wissen, wann der Prophet Secharja gewirkt hat, nämlich in der Zeit nach dem babylonischen Exil; oder wofür der Regenbogen steht, der nach der Sintflut am Himmel erschien: für einen neuen Bund zwischen Mensch und Schöpfer.

Umwidmung

Kein Zeitplan für Yad-Vashem-Straße in Berlin

Nach der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem soll ein Straßenabschnitt im Herzen von Berlin benannt werden. Bislang ist unklar, wann dies erfolgt

 03.02.2026

Tu Bischwat

Erste Blätter

Wie stellen sich jüdische Kinder das Neujahrsfest der Bäume vor? Wir haben einige Mädchen und Jungen gebeten, für uns zu malen

 02.02.2026

Berlin

Lehrerin und Heimatforscher mit Obermayer Awards ausgezeichnet

Seit dem Jahr 2000 verleiht die US-amerikanische Obermayer-Stiftung jährlich einen Geschichtspreis an Heimatforscher und Gedenk- und Aufarbeitungsprojekte in Deutschland. In diesem Jahr wurden vier Personen und eine Initiative geehrt

 01.02.2026

Porträt der Woche

Willkommen zu Hause

Laurette Dassui wuchs in Paris auf und entdeckte in Berlin ihr Jüdischsein neu

von Gerhard Haase-Hindenberg  01.02.2026

München

Wege aus dem Hass

Der amerikanisch-israelische Psychologe Dan Ariely und Guy Katz sprachen im »Prof-Talk« über Antisemitismus aus unterschiedlicher Perspektive

von Esther Martel  31.01.2026

Politik

Aus ihren Leben

Die Ausstellung »An eine Zukunft glauben ...« stellt jüdische Biografien der parlamentarischen Gründergeneration vor

von Katrin Richter  30.01.2026

München

Brandstifter von jüdischem Altenheim 1970 womöglich ermittelt  

56 Jahre nach einem Anschlag auf ein jüdisches Altenheim in München verdächtigen Ermittler nun einen schon verstorbenen Neonazi. Was sie auf dessen Spur führte

von Hannah Krewer  30.01.2026

Interview

»In eine Synagoge bin ich das erste Mal in Deutschland gegangen«

Ab den 90er-Jahren fingen viele sowjetische Juden in Deutschland noch einmal von vorn an. Sind sie angekommen? Ein Gespräch über Flüchtlingsheime, nicht anerkannte Diplome und die Wiederentdeckung jüdischer Traditionen

von Mascha Malburg  29.01.2026

Meinung

Die Täter müssen sich schämen

Ein Missbrauchsskandal erschüttert derzeit die jüdische Gemeinschaft Deutschlands. Wer solche Taten besser verhindern will, muss Betroffene in die Lage versetzen, angstfrei über ihre schrecklichen Erfahrungen sprechen zu können

von Daniela Fabian  29.01.2026