München

Jüdisch im Herzen

Mit einem Festakt auf dem Jakobsplatz, an dem auch Bundesinnenminister Horst Seehofer teilnehmen wird, feiert die Israelitische Kultusgemeinde am kommenden Sonntag ein ganz besonderes Ereignis: Seit 1700 Jahren gibt es jüdisches Leben in Deutschland.

»Für Politik und Gesellschaft bietet es die einzigartige Gelegenheit, neben der langen jüdischen Geschichte in Deutschland auch das jüdisch-deutsche Leben unserer Tage näher in den Blick zu nehmen«, schrieb IKG-Präsidentin Charlotte Knob­loch in der Einladung. Darauf weist auch das Motto »Jüdisch im Herzen« hin.

festakt Der Festakt beginnt um 14 Uhr vor dem Gemeindezentrum und der Ohel-Jakob-Synagoge, der Einlass und ein kleines Vorprogramm eine Stunde früher. Nach der Eröffnung des Bühnenprogramms durch einen Flashmob des Jugendzentrums werden neben Horst Seehofer auch Charlotte Knobloch als Gastgeberin sowie Oberbürgermeister Dieter Reiter ans Mikrofon treten.

Zum Programm der Feier, die musikalisch von DJ Yaniv Tal und dem Synagogenchor unter Leitung von David Rees gestaltet wird, gehört auch ein Beitrag von Ellen Presser. Die Leiterin der IKG-Kulturabteilung erläutert die begleitende Outdoor-Ausstellung auf dem Jakobsplatz.

ausstellung Die Ausstellung unternimmt mithilfe von acht Litfaßsäulen einen alphabetischen Streifzug durch das jüdische Leben in München und Oberbayern. Auf jeder Säule werden drei Ausstellungstafeln gezeigt, die in 24 Buchstaben die Geschichte von Abraham de Municha, dem ersten erwähnten Juden in München, bis in die Gegenwart hinein dokumentiert.

Die Ausstellung, die nicht nur die Verfolgung und Vertreibung der Juden umfasst, sondern auch Begriffe wie Zuwanderung und Zuversicht transportiert, ist bis 8. Oktober auf dem Jakobsplatz zu sehen. Ellen Presser und ihre Mitarbeiterin Sibylle von Tiedemann stehen am Sonntag ab 13 Uhr vor Ort für ein Gespräch über die Ausstellung zur Verfügung.

Dresden

Tora-Projekt wird verlängert

Mitten in Dresden wird derzeit in aller Öffentlichkeit eine Tora-Rolle geschrieben. Das Projekt soll jüdisches Leben sichtbar machen. Die Schreiberin sitzt in einem gläsernen Pavillon

 14.10.2026

Gedenken

Vier Stolpersteine erinnern in Erfurt an Familie Rosenblüth

Ein Poesiealbum bewahrte die Erinnerung an eine jüdische Mitschülerin über Generationen. Am 9. November werden in Erfurt vier Stolpersteine für Sara Rosenblüth und ihre drei Töchter verlegt

 14.10.2026

Sachsen-Anhalt

Eine Woche voller Eklats

Nach der Wahl des Landtagspräsidiums bröckelt die »Brandmauer« in der CDU weiter. Das Gedenken in Halle bot einen Vorgeschmack auf ein Land unter AfD-Regierung

von André Anchuelo  14.10.2026

Meilenstein

Endlich Batmizwa

Unsere Autorin hatte vor Kurzem ihren großen Tag. Wie sie sich darauf vorbereitet hat, was ihr Dvar Tora war und wie das Motto ihrer Party lautete, das hat sie uns erzählt

von Madeleine Prinz  13.10.2026

München

Einstimmige Zwiesprache

Kunstexperte Konrad Bernheimer stellte seine Familiengeschichte zwischen Südamerika und Deutschland in Briefen an den Vater vor

von Vivian Rosen  13.10.2026

9. November

Bautzen erinnert an Novemberpogrome 1938

Der Bautzener Kornmarkt war Schauplatz der Novemberpogrome von 1938. Eine temporäre Installation soll am authentischen Ort an NS-Opfer erinnern

 13.10.2026

Berlin

Guy Katz mit Margot-Friedländer-Preis ausgezeichnet

Geehrt wurden neben dem Hochschullehrer, eine Europaschule und ein Projekt des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend

 13.10.2026

Frankfurt

Vielfalt an Stimmen

Erstmals wurde der Georg-Stefan-Troller-Preis vergeben - auch an zwei Journalisten der Jüdischen Allgemeinen

von Anja Baumgart-Pietsch  12.10.2026

Berlin

Jüdische Kulturtage müssen Hauptausstellung absagen

Wegen einer Finanzierungslücke fällt die Ausstellung aus. Die Jüdische Gemeinde kritisiert die Förderentscheidung des Senats

 12.10.2026